Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Auch Kongressteilnehmer riskieren Verhaftung


Länder- und Städte-Rankings heute und im 19. Jahrhundert 

Hannover, 2. August 2017, noch ein Blick über den Tellerrand:

Wie uns die türkische Regierung seit einiger Zeit verdeutlicht, riskieren nicht nur deutsche Journalisten sondern auch deutsche Kongressteilnehmer in der Türkei, ohne jeden Grund verhaftet zu werden. Umso mehr dürfte die kürzlich veröffentlichte „2017 Country RepTrak“-Studie (1) Kongressorganisatoren, Kongressteilnehmer, aber auch Urlaub suchende interessieren.

Eine fortschrittliche Wirtschaft, eine glaubwürdige Regierung und reizvolle Landschaften. Diese drei Faktoren sind für die Macher der „2017 Country RepTrak“-Studie maßgebend, wenn es um das Ansehen eines Landes geht. Dieses ist eine emotionale Wahrnehmung, die durch direkte Erfahrung, eigene Kommunikation, Perspektiven von Dritten und durch allgemein akzeptierte Stereotypen konstruiert wird. Drei Hauptkriterien erklären die Reputation eines Landes: 1. Lebensqualität (z.B. ansprechende Umgebung), 2. Qualität der Institutionen (z.B. effektive Regierung), 3. Entwicklungsstand (z.B. fortgeschrittene Wirtschaft). Länder mit einem guten Ruf werden in allen drei Dimensionen positiv wahrgenommen.

Die 55 Staaten mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt gingen in die Studie ein. Ein PDF-Download des Ergebnisberichts ist möglich (1).

Um es gleich vorweg zu nehmen, trotz ihrer reizvollen Landschaften nimmt die Türkei nur Platz 46 ein, was vor allem an der geringen Glaubwürdigkeit der türkischen Regierung liegt. Größter Verlierer in diesem Jahr sind aber die Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Satte 8,7 Prozent sank die Reputation im Vergleich zum Vorjahr. Als vorrangiger Grund wird die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten angeführt. Als Hauptattribute für den Rückfall der USA werden „Effektivität der Regierung“, „soziale Wohlfahrt“ sowie „Ethik und Transparenz des Landes“ genannt. Die USA rutschen damit von Platz 28 auf 38 und liegen nun einen Platz hinter Mexiko (37.) und einen Platz vor dem krisengeplagten Venezuela (39).

Die 10 Staaten mit dem höchsten Ansehen sind – in dieser Reihenfolge – Kanada, Schweiz, Schweden, Australien, Neuseeland, Norwegen, Finnland, Dänemark, Niederlande und Irland. Österreich folgt auf Platz 11, Deutschland auf Platz 16. Das Ansehen Russlands sinkt auf Platz 51 bei hohen Verlusten in den Attributen „Ethik und Transparenz“ sowie „Verantwortungsbewusstsein in der globalen Gemeinschaft“. Während China im internationalen Szenario an Bedeutung gewinnt, verbessert sich auch sein Ruf, ist aber mit Platz 47 noch deutlich schwächer als das Ansehen von Taiwan (23.).

Nach der Brexit Entscheidung sinkt das Ansehen Großbritanniens auf Platz 16. Frankreich liegt auf Platz 17. Lateinamerika ist mit 7 Ländern vertreten, der afrikanische Kontinent nur mit Südafrika (36.) Ägypten (40.), Algerien (49.) und Nigeria (52.).

Ansehensverluste im Vergleich mit dem Vorjahr haben nur die USA, Russland, Nigeria, Iran, Großbritannien, Philippinen und der Irak zu beklagen.

Rankings sind heute „modern“. So gibt es Rankings auch der Städte der Welt von verschiedenen Institutionen,  mit  unterschiedlichen Resultaten je nach den Bewertungskriterien. Das Beraterunternehmen Mercer beurteilte die „Lebensqualität“ und kürte 2017 wie schon in den Jahren zuvor Wien als erste Stadt, gefolgt von Zürich, Auckland, München  und Vancouver, mit Bagdad als Schlusslicht. Im Anholt-GfK City Brand Index (CBI) wiederum wird die „Beliebtheit“ von Städten gewertet. An der Spitze steht hier – natürlich –  die „Stadt der Liebe“, Paris, gefolgt von London, New York, Sydney, Los Angeles,  Rom und Berlin.

Und wie sah das subjektive „Ranking“ von Alexander von Humboldt  im 19. Jahrhundert aus? Er soll gesagt haben: „Die Gegenden von Salzburg, Neapel und Konstantinopel halte ich für die schönsten der Erde“ (2).

Ich wünsche allen Kolleginnen und Kollegen einen schönen und sicheren Aufenthalt, in welches Land oder welche Stadt auch immer ihre Kongressreise oder ihr Urlaub sie führen wird.

Klaus-D. Döhler, Hannover

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Publiziert am von Prof. Klaus Döhler
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