Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

DGE kritisiert auf das Schärfste die tendenziöse und falsche Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ZDF über die Jodversorgung in Deutschland


Bochum, 3. April 2014:

Am Sonntag, dem 30. März 2014 um 18.30 Uhr strahlte das ZDF die Sendung „Terra Xpress“ aus. Darin wurden irreführende und verantwortungslose Fehlinformationen über die Jodversorgung in Deutschland gebracht. Die DGE gab dazu eine Stellungnahme ab, die heute vormittags an über 2000 Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschickt wurde. Unser Präsident Prof. Gromoll wird mit einem Begleitschreiben diese Stellungnahme auch an die obersten Gremien des ZDF senden.

Die Stellungnahme finden Sie auf unserer Homepage unter www.endokrinologie.net/stellungnahmen_140402.php

Helmut Schatz

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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32 Antworten auf DGE kritisiert auf das Schärfste die tendenziöse und falsche Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ZDF über die Jodversorgung in Deutschland

  1. jessica sagt:

    ich weiß ja nicht von wem sie bezahlt wurden das man so einen schwachsinn hier schreiben muss. jod bei morbus basedow oder hashimoto???? nein danke. ich versuche weiterhin so gut es geht ( ist ja hier in deutschland nicht so einfach) auf jod zu verzichten.

    • Zur angedeuteten Frage nach der „Bezahlung“ findet man hier (…nach unten scrollen) unter Interessenkonflikt eine ansonsten eher selten anzutreffende, klare Aussage:

      http://www.aerzteblatt.de/archiv/127602/

      Einer Bewertung enthalte ich mich.

    • Kiwi sagt:

      es ist wirklich unfassbar was uns da erzählt wird in der Gegendarstellung, meine ganze Familie hat Hashimoto, viele Jahre ist das bei mir nicht erkannt worden * Jodmangel-Struma* ! obwohl ich Hashimoto hypertroph habe ( da wuchert die Schilddrüse ) aber kein Arzt kannte es -hypertroph ist der Original Hashimoto ! ! Kropf ? = Jodmangel ! Heute habe ich Diabetes, Rheuma… perniziöse Anämie usw. usw. bin mehr tot als lebendig… und immer noch zu viel Jod im Blutbild, obwohl ich es meide wie die Pest. Wahrscheinlich wird erst aufgewacht wenn die eigene Familie betroffen ist… Aber man brauch nur gucken wer in der Jodliga sitzt :-( es geht einfach nur um Geld um viel Geld… Nestle, Bayer, Merk, usw. usw. Mein Leben ist ruiniert und wenn ich sehe wie meine Kinder jetzt schon leiden, bin ich wirklich wütend auf diese Art der Zwangsverjodung ! Wir könnten doch noch Antibiotika, Statine usw. in de Nahrung mischen ? Da einige wenige das brauchen ? Auch die Aussage von Dr. Gärtner “ auf einige wenige Jodunverträgliche können wir keine Rücksicht nehmen “ das ist Menschenverachtend in Anbetracht der Tatsache das die Schilddrüsenkranken wie Pilze aus dem Boden schiessen, aber auch das wird ja abgestritten, die Leute gehen nur zu oft zum Arzt… Umgedreht wird ein Schuh draus … von 10 Leuten bekommt einer nach Jahren mal die Diagnose ! Fehldiagnosen, Fehlbehandlungen sind Standart. Irgendwann wird Alles zugegeben werden müssen ! Deutschland ist seit 2004 schon kein Jodmangelland mehr und allein beim Frühstück nimmt man schon mehr auf wie man am Tag sollte…. Danke liebe Gesellschaft für Endokrinologie, mir hat nicht einer davon geholfen :-( Im Gegenteil :-(

  2. Katja sagt:

    Ich finde es eher verantwortungslos, die gesamte Bevölkerung, rein prophylaktisch, mit einem Medikament zu versorgen. Warum wird nicht den Menschen, die tasächlich nachgewiesen an einem Jodmangel leiden, Jod gezielt gegeben? So wird diesen Menschen geholfen, ohne Anderen zu schaden!
    Man gibt doch auch nicht der gesamten Bevölkerung vorsorglich Statine oder Blutdrucksenker, nur weil Bluthochdruck und Hypercholesterinämie zu Volkskrankheiten geworden sind?

    Zur Aussage aus der Stellungnahme …
    „3. Es gibt keine Schilddrüsenerkrankung und auch keine andere Erkrankung, bei der eine jodarme Ernährung erforderlich oder hilfreich ist. Dies ist ein weitverbreiteter Irrtum, der zu unangemessenen Handlungsweisen bei Patienten führen kann. Selbst bei einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse kann jodiertes Speisesalz zu keiner Verschlechterung führen.“

    Gibt es dazu Studien, die besagen, dass jodiertes Speisesalz nicht zu einer Verschlechterung bei einer Autoimmunerkrankung führt? (mit Berücksichtigung der Blutwerte, als auch der Lebensqualität!)

    Zur Aussage …
    „4. Die zunehmende Verordnung von Schilddrüsen-Hormonen lässt sich mit einer Absenkung der TSH-Referenzwerte erklären. Dadurch kommt es seit etwa zehn Jahren zu häufigeren „Labordiagnosen“ einer Unterfunktion der Schilddrüse, womit eine frühzeitige Verordnung von Schilddrüsen-Hormonen einhergeht.“

    Die Absenkung des TSH Referenzwertes wird nur in einer Minderheit der Praxen berücksichtigt. Kein Arzt wird ohne Grund die Schilddrüsenhormone überprüfen, oder gar Hormone verschreiben, wenn keine Beschwerden beim Patienten vorliegen!

    Zur Aussage:
    „5. Es ist bislang nicht durch epidemiologische Studien belegt, dass die Fälle von Autoimmunthyreoiditis in Deutschland zunehmen. Richtig ist, dass hierzulande unnötige Diagnostik betrieben wird und deshalb oft Veränderungen ohne Krankheitswert entdeckt werden, wie zum Beispiel das Vorliegen von Schilddrüsenantikörpern in geringer Höhe, die allein keine Diagnose einer Autoimmunthyreoiditis bedeuten.“

    Wenn es bislang nicht belegt ist, dass die Fälle von Autoimmunthyreoiditis in Deutschland zunehmen, heißt das aber ebenso nicht, dass dies nicht der Fall ist!
    Vielleicht ist es an der Zeit, dies einmal genauer zu überprüfen.

    Unnötige Diagnostik? In Zeiten, wo Sparen großgeschrieben wird, wird es kaum unnötige Diagnostik geben, zumal, wie schon oben erwähnt, wohl kaum Diagnostik betrieben wird, wenn keine Beschwerden seitens der Patienten vorhanden sind.

    Desweiteren verstehe ich nicht, warum nicht in gleichem Ausmaß auch auf das Selen eingegangen wird?

    Aussage der Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (Zitat) :
    „Nach aktuellsten Untersuchungen stellt eine unzureichende Selenversorgung ein Risiko für die Manifestation einer Hashimoto-Thyreoiditis dar, außerdem kann durch Verbesserung der Selenzufuhr der Verlauf der Erkrankung günstig beeinflusst werden.“

    Herrscht in Deutschland nicht ebenso ein Selenmangel? Wer kennt seine Versorgung mit Selen?
    Wenn man dies wissen möchte, dann muß man meist, selbst als Schilddrüsenpatient, diesen Wert als IGeL – Leistung bestimmen lassen. Und auch Selen als NEM bekommt man als Schilddrüsenpatient nicht von der Kasse bezahlt, während man Jod, ganz unauffällig und „umsonst“ täglich bekommt.
    Worum geht es hier also tatsächlich?
    Wenn es um die Gesundheit der Schilddrüse geht, dann gehört beides zusammen. Augenmerk wird aber nur auf Jod gelegt
    Wenn soviel Wert auf die Schilddrüsengesundheit der Bevölkerung gelegt wird, dann sollte sich der AKJ vielleicht in AKJ+S umbenennen.
    Wenn die derzeitige Schiene so weitergefahren wird, wird Ihre Glaubwürdigkeit weiter sinken …

  3. Katja sagt:

    Ergänzung:

    Eine Aussage von Dr. Völzke zur Entwicklung der TSH Werte, aus einem älteren Bericht, der in diversen Zeitschriften nachzulesen ist, zB. hier —> http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.schilddruese-trend-oder-volkskrankheit-page1.22263df8-f3f0-47a7-a282-927b70ac5f79.html

    Zitat:
    „Demnächst wird Völzke neue Daten veröffentlichen. „Ich rechne mit einer Verschiebung nach rechts: Die neuen Referenzwerte werden zwischen 0,3 und 4 liegen“, sagt Völzke. Grund sei die stärkere Jodversorgung der Bevölkerung. Jod treibt den TSH-Wert in die Höhe.“

    Wie ist das zu verstehen?
    Wie passt das mit diesen Aussagen, die auf den Seiten des AKJ zu lesen sind, zusammen?
    —> http://jodmangel.de/jod-fur-die-gesundheit/

    Zitat:
    „Wird der Körper nicht regelmäßig mit Jod versorgt, kommt es zu Störungen des Stoffwechsels, zu Organveränderungen und Krankheiten. Ständige Müdigkeit, Antriebsschwäche oder trockene Haut sind erste Anzeichen eines Jodmangels. Dann kann auch ein so genannter Kropf entstehen, eine durch Jodmangel hervorgerufene Wucherung der Schilddrüse. Die Hormonproduktion läuft aus dem Ruder, es wird nicht mehr genügend Schilddrüsenhormon Thyroxin freigesetzt.“

    Zum Verständnis:
    Ein Jodmangel lässt also einen Kropf entstehen und es werden nicht mehr genug Hormone freigesetzt. Es resultiert daraus also eine Unterfunktion der Schilddrüse.
    Bei einer Unterfunktion steigt das TSH an!

    Wie kann dann eine verbesserte Jodversorgung (angeblich ja keine Überversorgung!) den TSH Wert in die Höhe treiben, wenn doch ein Mangel das Gleiche bewirkt?

    Und wie passt die Aussage, “ Die häufigste Ursache für eine Unterfunktion ist die Hashimoto-Thyreoiditis (siehe auch: Autoimmunthyreoiditis)“ , die auf Ihren Seiten zu lesen ist, mit dem Ganzen zusammen?
    –> http://www.endokrinologie.net/krankheiten-schilddruese-unterfunktion.php

    Demzufolge spielt ein Jodmangel dann eher eine zweitrangige Rolle bei den Ursachen einer Unterfunktion?

    Meiner Meinung nach, befinden sich in all den Äußerungen zuviele Widersprüche. Die Sendung im ZDF hat genau das kritisch aufgezeigt … weder tendenziös, noch falsch,
    Jeder Mensch hat das Recht sich zu informieren, seine Meinung zu äußern und selbst entscheiden, was er zu sich nimmt!

  4. Lea956 sagt:

    Die Aussage von Prof. Gärtner war für mich – als Patient mit jodinduziertem Morbus Basedow – einfach nur menschenverachtend und Patienten verhöhnend.

    Wenn das Ziel der Endokrinologen und des Arbeitskreis Jodmangel ist ein Bevölkerungsgruppe bewusst krank zu machen, dann ist Ihnen dies hervorragend gelungen, herzlichen Glückwunsch.

    Was war das Ziel der Jodierung? Sollten nicht die Schilddrüsenerkrankungen bzw. Schilddrüsen Op’s reduziert werden? Dieser Schuss ging in den letzten Jahren voll nach hinten los, denn die Schilddrüsenerkrankungen und -Op’s wurden nicht weniger sondern mehr. Auch dazu herzlichen Glückwunsch. Oder war das Ziel evtl. ein ganz Anderes?

    Gibt es nicht auch ethische Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen?

  5. Odysseus sagt:

    Der Bruch des hippokratischen Eides ist auf’s höchste verwerflich, liebe Endokrinologen!
    Ich hoffe also, dass sich die Menschen weiter gegen die Bagatellisierung ihrer Leiden und gegen jegliche Zwangsmaßnahme der Pharmakonzerne wehren!
    Dieses „Gesundheitssystem“ steht schon lange auf der Kippe und es wird der Tag kommen,
    an dem Ehrlichkeit und Recht wieder Einzug halten! Alia iacta est

    • die ersten rückzugsgefechte sind schon aus zu machen: auf der website des AKJ springen die stolzen sponsoren jetzt nicht mehr direkt ins auge sondern verbergen sich dezent http://jodmangel.de/der-arbeitskreis-jodmangel/ in der selbstdarstellung am ende des abschnittes „Aufgaben und Ziele“:

      zitat: „… Um die Situation zu verbessern ergreift der AKJ zahlreiche Aktivitäten, die finanziell unterstützt werden durch Unternehmen der deutschen Salzindustrie (Südsalz, Esco, AkzoNobel) sowie pharmazeutischen Herstellern von Jodtabletten (SteriPharm, Sanofi Aventis).“

      des weiteren ist die bisher behauptete unbedenklichkeitsgrenze von 500µg jod/tag mal eben auf 300 abgesenkt worden! zitat „Jod ist und bleibt für den Körper ein lebensnotwendiges Spurenelement und stellt selbst für empfindliche Verbraucher kein Risiko dar. Nur eine sehr hohe Jodzufuhr von über 300 µg pro Tag kann zu einer Erhöhung der entzündlichen Aktivität in der Schilddrüse führen.“

      quelle: http://jodmangel.de/presse/jodsalz-bei-schilddrusenerkrankungen/#more-768 „Frage von Yvonne M. aus Stuttgart an Professor Dr. Roland Gärtner, Internist und Endokrinologe an der Universität München sowie Sprecher des Arbeitskreises Jodmangel“

      ist das ein druckfehler? wenn das ernst gemeint ist hätten wir hier erstmalig die definition einer risikogruppe die mit „normaler“ kost gefährlich überversorgt wäre… (ich weiss dass 300 für jodsensible immer noch zu hoch ist… )

      kein druckfehler? neue wissenschaftliche erkenntnisse? wir bitten ggf um erläuterung der absenkung der unbedenklichkeit der jodaufnahme von 500 auf 300 µg jod/tag und um einen massnahmenkatalog der eine kontrollierte jodaufnahme ermöglicht.

      • Der AKJ hat auf einer Sitzung am 04.12.2004 – die entsprechende Notiz liegt mir vor – für Deutschland einen Grenzwert von 500 µg Jod (Anm.: ~ 700 µg Jodat) für die tägliche Jodzufuhr „akzeptiert“. Dieser Wert geistert bis heute als fixe Größe durch die Publikationen und Empfehlungen.

  6. Ich bin mal gespannt, wann die Kommentarfunktion auf dieser Seite abgeschaltet wird!

    An Prof. Dr. med. Dr. h. c. Schatz habe ich folgende Email geschickt:

    „Jod ist aber ein medikamentös wirkender Stoff. Unter rechtlichen Aspekten sehe ich hier einen Verstoß gegen das Grundgesetz. Denn niemand darf gegen seinen Willen medikamentös „behandelt“ werden.
    Zwar gibt es in Deutschland kein Gesetz wie in Österreich, sonst hätte es bestimmt längst eine Normenkontrollklage gegeben. Allerdings wird die Jodierung von der Bundesregierung geduldet und von diversen Verbänden und Organisationen gefördert. Die Lebensmittelhersteller wissen größtenteils wohl gar nicht, was sie eigentlich tun.

    Wäre es deshalb rechtlich nicht sinnvoller, wenn Bürger, die einen ärztlich festgestellten Jodmangel haben, geeignete Medikamente zum Ausgleich einnahmen würden?
    Gleich die ganze Bevölkerung prophylaktisch zu behandeln, ist doch sehr bedenklich.

    Würden Sie mir bitte mitteilen, wie Sie die Jodierung vor dem Hintergrund der geschilderten verfassungsrechtlichen Problematik sehen?

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

    Mit freundlichen Grüßen“

    • Helmut Schatz sagt:

      Sehr geehrter Herr Rösner,
      vielen Dank für Ihre Zuschrift, die ich nach Rückkehr vom Urlaub in meinem Heimatland, der Steiermark beantworten möchte (früher „berühmt“ für die „Steirischen Kröpfe“, fast ebenso bekannt wie die aus dem Schweizer Emmental).
      Zunächst etwas Subjektives: Nach Studienabschluß in Graz 1963 war ich in der Schilddrüsenambulanz an der 2. Med. Univ.-Klinik in Wien tätig und derart große, ja riesige Kröpfe und Knoten habe ich später kaum mehr gesehen. Die Zeit vor der Einführung der gesetzlichen Jodsalzprophylaxe in Österreich mit 10. April 1963 (siehe Österreichisches Bundesgesetzblatt), die Sie in Ihrer mail ansprechen, habe ich also „hautnah“ miterleben können.
      Aber nun zu Ihren Fragen:
      Jod ist nicht ein Medikament, sondern ein Mineralstoff, der lebenswichtig ist und nicht durch andere Stoffe ersetzt werden kann. Deutschland war auch ein Jodmangelgebiet, wie in vielen Studien belegt wurde. Salz als Jod-Träger wird deshalb verwendet, weil dadurch eine Übersorgung kaum möglich ist. Dies ist in den entsprechenden Diätverordnungen festgelegt( BGA Bundesanzeiger 236, 1989).
      Es gibt eindeutige Stellungnahmen zu diesem Thema vom BfR, das ich in der Anlage mitsende. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie schließt sich dieser Stellungnahme an.
      Helmut Schatz
      2 Anlagen

  7. mir sind fast die tränen gekommen als ich diesen kompetent, gut und verständlich gemachten beitrag von terraXpress (wissensmagazin im zdf) gesehen habe: nach jahrzehnten einseitiger jod-propaganda und fahrlässiger verharmlosung der tragischen auswirkungen einer weitgehend nicht deklarierten jodierung auf die schilddrüsengesundheit grosser teile der bevölkerung ein lichtblick realistischer wahrnehmung! ein längst überfälliger tabu-bruch angesichts der übermacht des von salz- und pharmafirmen gesponsorten AKJ (arbeitskreis jodmangel)…

    als betroffene in sachen hashimoto weiss ich wovon ich rede und kenne aus eigener erfahrung den segen einer jodbewussten und in relation zur „normalen“ kost jodarmen ernährung. im austausch mit betroffenen wird klar: es ist schwierig aber möglich sich jodarm zu ernähren und den gesundheitszustand deutlich zu verbessern. warum wurde bisher dazu nicht geforscht?

    das beharrliche ignorieren möglicher erfolge mit jodarmer kost kann nicht im interesse von millionen patienten und patientinnen sein. internationale studien belegen den zusammenhang von hashimoto-fällen und jodversorgung. niemand kann ernsthaft bestreiten dass jod ein lebenswichtiges spurenelement ist. es ist an der zeit zu erkennen, dass nicht nur zuwenig, sondern auch zuviel davon verheerende folgen haben kann! eine intransparente überversorgung nach dem giesskannenprinzip, wie es die derzeit betriebene allgemeine jodprophylaxe darstellt, muss unvoreingenommen auf den prüfstand!

  8. Zu Punkt 3 der DGE-Stellungnahme („Es gibt keine Schilddrüsenerkrankung und auch keine andere Erkrankung, bei der eine jodarme Ernährung erforderlich oder hilfreich ist“):

    Da hat man es offenbar versäumt, sich bei den Nuklearmedizinern zu informieren. Viele Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkrebs werden vor der Radiojodtherapie dazu angehalten, sich konsequent jodarm zu ernähren.

    Oder man nimmt es mit solchen Details nicht so genau, weil der Text keine Fachinformation ist, sondern nur eine Pressemitteilung, die die Medien freundlich für die Jodierung nach dem Gießkannenprinzip stimmen soll? Oder weil man auf kleine Minderheiten keine Rücksicht nehmen kann, wie ja auch Prof. Gärtner im TV-Beitrag sagte?

    • Zu Irene Gronegger’s Hinweis bezüglich Einhaltung einer Jodkarenz macht die Website des LMU-Klinikums Großhadern/Nuklearmedizin eine eindeutige Aussage, wobei die Frage offen bleibt, wie eine jodarme Ernährung zu realisieren ist:

      „…Durchführung der Radioiodtherapie

      Vorbereitung: Wegen der erforderlichen hohen TSH-Stimulation muss ca. 4 Wochen vor Radioiodtherapie eine möglicherweise bestehende Schilddrüsenhormonmedikation abgesetzt werden, nach der OP darf bis zum Zeitpunkt der Radioiodtherapie keine Schilddrüsenhormongabe erfolgen. Des weiteren muss auf eine strikte Jodkarenz geachtet werden (keine Kontrastmittelapplikationen, jodarme Diät)…“

      http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Nuklearmedizin/de/therapiestation/Schilddruesentherapie_boesartig.html

      Aufschlussreich ist auch eine im Deutschen Ärzteblatt in 1995/96 veröffentlichte Diskussion, mit der die von einem Kollegen vorgebrachten Zweifel am Erfolg insbesondere einer RJT ohne vorherige Jodkarenz für unbegründet erklärt wurden:

      „…Die Tatsache, daß die Radiojoddiagnostik in Ländern mit reichlicher Jodversorgung wie den Vereinigten Staaten von Amerika möglich ist (1967 lag der 24-h-Speicherungswert bei 15,4 ± 6,5 Prozent) (3), zeigt, daß die ausreichende alimentäre Jodversorgung von Schilddrüsenkranken die
      Diagnostik entsprechender Krankheiten nicht ernsthaft behindert.
      Wir können uns daher dem Vorschlag von Dr. Köhler, der nuklearmedizinischen Schilddrüsen-diagnostik eine zeitlich begrenzte Jodkarenz vorzuschalten, nicht anschließen. Wir sehen daher auch kein Problem in der generellen Verwendung von Jodsalz in Großküchen, Betriebskantinen und Krankenhäusern.
      Wir alle sollten daher nicht aus wissenschaftlich nicht belegten diagnostischen Erwägungen heraus Kollegen und Patienten hinsichtlich der Verwendung des jodierten Speisesalzes verunsichern. “

      http://data.aerzteblatt.de/pdf/93/8/a476.pdf bzw. http://www.aerzteblatt.de/pdf/92/21/a1529.pdf

      Kritikern der kollektiven Jodprophylaxe wird der Vorwurf gemacht, fundamentalistisch und sachlicher Argumentation nicht zugänglich zu sein. Ihre eruptive Reaktion auf die Terra-Xpress-Sendung könnte diesen Vorwurf nun vor einer breiten, wachgerüttelten Öffentlichkeit in einem anderen Licht erscheinen lassen.

  9. Sylvère Störmann sagt:

    Die Radiojodtherapie ist eine Therapieform, bei der radioaktives Jod verabreicht wird, welches sich dann in der Schilddrüse anreichert und dort durch den radioaktiven Zerfall die Zellen zerstört. Da die Strahlung nur eine geringe Reichweite hat, kann so gezielt die Schilddrüse behandelt werden. Das funktioniert deshalb, weil die Schilddrüse Jod aufnimmt und speichert.
    Das heißt aber auch: Die Radiojodtherapie funktioniert besser, wenn zuvor die Jodzufuhr eingeschränkt wurde und -bildlich gesprochen- die Jodspeicher leer sind und die Schilddrüse nach Jod lechzt. Dann kann das radioaktive, also das strahlentherapeutisch wirksame Jod gut aufgenommen werden.
    Aus diesem sehr praktischen Grund werden alle Patienten vor einer Radiojodtherapie dazu angehalten, sich jodarm zu ernähren.

    Das mag jetzt wie Haarspalterei wirken, aber letztlich ist in dem Fall nicht die jodarme Ernährung wegen der Erkrankung sondern wegen dessen Therapie erforderlich.

  10. Odysseus sagt:

    Dass nach dem Terra-X-Beitrag flink Indizien für Interessenskonflikte beseitigt wurden, macht das ganze nur noch suspekter. Bitte wem wollen Sie noch etwas vormachen? Der Arbeitskreis Jodmangel ist genauso ein lächerlicher Verein wie die STIKO (siehe auch Transparency International)

    • Ob lächerlich oder nicht, ist Ansichtssache. Massive Einflussnahme mit nachhaltigen Auswirkungen kann dem AKJ jedenfalls nicht abgesprochen werden. 1984 als Interessengemeinschaft ins Leben gerufen und erst seit Juli 2013 mt dem Attribut e. V. der Gemeinnützigkeit verpflichtet, ist es ihm gelungen, mit finanzieller Hilfe der Förderer die Herrschaft über Medienlandschaft und Politik

      http://www.direktzu.de/kanzlerin/messages/aenderung-der-nahrungsmittelbestimmungen-24432

      zu erringen.

      Die im Registergericht des AG FFM einsehbare Satzung des AKJ e. V. gibt über Vereinszweck und Quellen der Finanzierung Auskunft.

      Rätselhaft erscheint mir momentan das Konstrukt, wonach die Vereinsmitglieder gleichzeitig den wissenschaftlichen Beirat bilden. Dem Betrachter der Website soll wohl der Eindruck wissenschaftlich geprüfter Seriosität vermittelt werden?

  11. Claudia Kiermeier sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schatz,
    vielen Dank für die Beantwortung des Kommentars von Herrn Rösner.
    Nachfolgend bestätigen Sie mir hiermit, dass Deutschland KEIN Jodmangelgebiet ist. Genau zu diesem Ergebnis ist die WHO schon seit längerem gekommen. Nur wieso erfährt dies nicht der Arbeitskreis Jodmangel – ganz explizit Herr Prof. Dr. Gärtner – informiert er sich nicht – wird er bei der Benachrichtigung übergangen – oder will er es einfach nicht akzeptieren, dass seine Meinungen und die des AkJ längst überholt sind??? Dadurch entsteht eine Gefährdung der Bevölkerung, da die tägliche Menge der Jodzufuhr durch die Nahrungsaufnahme, da nicht deklarierungspflichtig, nicht mess- und kontrollierbar ist!

    Aber nun zu Ihren Fragen:
    Jod ist nicht ein Medikament, sondern ein Mineralstoff, der lebenswichtig ist und nicht durch andere Stoffe ersetzt werden kann. Deutschland war auch ein Jodmangelgebiet, wie in vielen Studien belegt wurde. Salz als Jod-Träger wird deshalb verwendet, weil dadurch eine Übersorgung kaum möglich ist. Dies ist in den entsprechenden Diätverordnungen festgelegt( BGA Bundesanzeiger 236, 1989).
    Es gibt eindeutige Stellungnahmen zu diesem Thema vom BfR, das ich in der Anlage mitsende. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie schließt sich dieser Stellungnahme an.
    Helmut Schatz

  12. Franziska R. sagt:

    Ihre Aussagen sind undifferenziert und völlig unbegründet.

    Es ist eher unverantwortlich Kropfangst zu schüren um so viel Jod wie nur möglich in unsere Nahrung zu streuen.

    Ich habe sehr viel Fragen an Sie:
    Warum ist das Schilddrüsenmedikament L-Thyroxin das meistverschriebene Medikament in Deutschland? Welche Krankheiten verbergen sich dahinter? Weshalb müssen Schilddrüsen ausgeschaltet werden (denn L-Thyroxin übernimmt die Schilddrüsenfunktion)? Damit (man) frau unbeschadet unkontrollierte Mengen Jod zu sich nehmen kann, oder wieso? Wird L- Thyroxin mehr Männern oder Frauen verschrieben?

    Männer vertragen offensichtlich eine gehörige Portion mehr Jod, als Frauen, denn 90% der an Hashimoto Erkrankten sind Frauen. Frauen haben einen anderen Hormonhaushalt als Männer, wie es Ihnen nicht unbekannt sein dürfte. Vielleicht sind es ja tatsächlich nur die Männer die mehr Jod brauchen, aber nicht die gesamte Bevölkerung. Weshalb gibt es dazu keine Studie? Wird der Gesundheit von Frauen weniger Beachtung geschenkt? Ist Medizin männlich, bzw. nur auf das Wohlergehen der Männer ausgerichtet? Wie vielen Frauen soll noch die Gesundheit ruiniert werden? Ist das keine Körperverletzung? Wer übernimmt dafür die Verantwortung?

    Ist Friesland auch ein Jodmangelgebiet? Wieso wird auch in Friesland flächendeckend jodiert? Gab es dort jemals Jodmangelkröpfe?
    Weshalb sollen lt. Rezeptvorschlägen der DGfürErnährung Fischmahlzeiten zusätzlich mit Jodsalz zubereitet werden? Reicht das Jod im Fisch nicht mehr aus? Hat sich der Jodgehalt im Fisch verändert?
    Wieso ändern sich ständig die „Wissenschaftlich ausgerechneten“ Vorgaben für die tägliche Jodversorgung? Weil sich die Schilddrüsen ändern, oder wieso?

    Weshalb wird in SÄMTLICHEN öffentlichen Einrichtungen mit Jodsalz gewürzt? Wer ist dafür Verantwortlich? Übernimmt dafür überhaupt irgendjemand die Verantwortung?

  13. Helmut Schatz sagt:

    Liebe Jessica, Kiwi, Katja, Lea und weitere (Anti-)Jod-Diskutanten,
    ich möchte Sie bitten, jetzt keine weiteren Kommentare mehr zu schreiben. Als Schlusswort können Sie Anfang nächster Woche in einem noch zu postenden Blog-Beitrag von mir unsere Antwort auf ein Schreiben von Frau Braunschweig-Pauli lesen, welche sich in ihrer Selbstrhilfegruppe sehr in der Jod-Thematik engagiert hat.
    Vielen Dank für Ihr reges Interesse!
    Helmut Schatz

  14. Es ist erstaunlich, mit groß auch heute noch bei vielen das Unwissen über Jod ist. Ich darf jedenfalls der DGE und ihrem Mediensprecher zu dieser klaren Stellungnahme nur gratulieren.

    Es kann unter bestimmten Umständen sehr wohl eine übermäßige Jodversorgung geben. Sie beginnt wahrscheinlich bei über 1100 µg pro Tag. Da in den meisten Fällen eine niedrigere Zufuhr ausreicht (altersabhängig, ca. 50 µg bei Säuglingen, 100 – 200 µg bei Erwachsenen, 250 µg bei Schwangeren) haben sich die Europäischen Fachgesellschaften vorsichtiger positioniert und empfehlen eine maximale Zufuhr von 600 µg pro Tag bei Erwachsenen, 200 µg bei Säuglingen.

    Diese Werte werden in manchen Ländern mit übermäßiger Jodversorgung, z. B. in Japan überschritten. Dennoch sind die Folgen in der Regel milde. Es gibt Hinweise darauf, dass bei übermäßiger Jodversorgung das Risiko für eine polyzystische Schilddrüsenerkrankung (PCTD), eine benigne verlaufende und leicht zu behandelnde Erkrankung, etwas ansteigt.

    Es gibt keinerlei stichhaltigen Hinweis dass das Risiko für die Entwicklung oder den ungünstigen Verlauf einer Autoimmunthyreopathie bei einer Jodzufuhr im empfohlenen Bereich ansteigt. Bei einer Jodzufuhr von über 1000 µg pro Tag könnte das anders sein.

    Nach eigener Erfahrung stellen selbst Autoimmunthyreopathien keine Kontraindikation für eine maßvolle Jodsupplementation dar. Einigen Patienten habe ich bei begründeter Notwendigkeit (Knoten, Schwangerschaft) trotz einer bestehenden Autoimmunthyreopathie nach ausführlicher Beratung und mit deren Zustimmung Jod verordnet, so dass die Jodausscheidung zwischen 100 und 200 µg pro Tag lag. Bei allen haben sich die Antikörpertiter bei ausgezeichneter Lebensqualität verbessert.

    Zu behaupten, die Verfechter einer Jodsupplementation seien von der Pharmaindustrie bestochen, ist geradezu unverfroren. Abgesehen davon, dass hier die Grenze zur Beleidigung beschritten wird, möge man sich mal die Preise für Jodpräparate ansehen. Selbst wenn es entsprechende kriminelle Energie (die hier einfach unterstellt wird) gäbe, wäre es für die Industrie schlicht unrentabel, hier jemanden zu bestechen.

    Wer sich weiter informieren möchte sei auf die folgenden Seiten verwiesen:

    Arbeitskreis Jodmangel: http://jodmangel.de

    „Jod für zwei“: http://www.jod-fuer-zwei.de

    International Council for the Control of Iodine Deficiency Disorders (ICCIDD): http://www.iccidd.org

    • Franziska R. sagt:

      Eine solch zynische Aussage von studierten Endokrinologen, kann nur von fremdgesteuerten Interessen bestimmt sein:

      Zitat:
      3. Es gibt keine Schilddrüsenerkrankung und auch keine andere Erkrankung, bei der eine jodarme Ernährung erforderlich oder hilfreich ist. Dies ist ein weitverbreiteter Irrtum, der zu unangemessenen Handlungsweisen bei Patienten führen kann. Selbst bei einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse kann jodiertes Speisesalz zu keiner Verschlechterung führen.

      Die in Ihren Augen „Unangemessene Handlungsweisen“ von wesentlich mehr PatientInnen, als bei Ihrer Donald Studie, beweisen das Gegenteil. Wir haben nämlich unsere „eigene Studie“, welche Sie als „Unangemessene Handlungsweisen“ bezeichnen.

    • Zitat Johannes W. Dietrich:

      „Zu behaupten, die Verfechter einer Jodsupplementation seien von der Pharmaindustrie bestochen, ist geradezu unverfroren. Abgesehen davon, dass hier die Grenze zur Beleidigung beschritten wird (…)“

      Der Hinweis auf Sponsoren oder Kritik an PR-Kampagnen ist keine Beleidigung. Ich fürchte, Sie haben ein Problem mit Meinungsfreiheit. Wäre Ihnen eine Expertokratie lieber, in der sich nur von Verbänden ausgewählte Ärzte zu medizinischen Fragen äußern dürften?

  15. Michael D'Angelo sagt:

    J.W.Dietrich schrieb: 12. April 2014 um 21:44 Es ist erstaunlich, mit groß auch heute noch bei vielen das Unwissen über Jod ist. Ich darf jedenfalls der DGE und ihrem Mediensprecher zu dieser klaren Stellungnahme nur gratulieren.

    =>M.D. : Ist mir auch schon aufgefallen, daß viele Leute immer noch glauben, das Heil der Schilddrüse in einem einzigen Spurenelement wie Jod zu suchen ist. Es zeigt eindeutig das Nicht-Wissen-Wollen der Problematik der flächendeckenden und unkontrollierbaren Jodsupplementierung über Lebensmittel bei den Verbrauchern, die schon an einer Autoimmunthyreopathie bzw. Jodunverträglichkeit leiden oder dafür eine genetische Prädisposition haben.
    Und für diese Stellungnahme muss ich wirklich dem DGE gratulieren, den es zeigt hier mir eindeutig, daß es sich in diesem Fall nicht um eine Organisation für Gesundheit des Verbrauchers handelt, sondern um das Marketing für Spurenelemente, die eigentlich zu den Medikamenten gehören.

    J.W. Dietrich: Es kann unter bestimmten Umständen sehr wohl eine übermäßige Jodversorgung geben. Sie beginnt wahrscheinlich bei über 1100 µg pro Tag.

    => M.D: Wie lange kann diese Dosis von täglich bis zu 1100 µg denn beibehalten werden, ohne das die Schilddrüse der Menschen in Mitteleuropa explodiert oder implodiert?
    Und soll diese Monster-Dosis von bis zu 1100 µg Jod am Tag auch in Gebieten mit Selenmangel oder Unterversorgung mit Selen ohne gesundheitliche Probleme vertragen werden?
    Wie lange halten solche extremen Jod- Dosen im 1000 µg-Bereich Menschen mit akutem Morbus Basedow und/oder Hashimoto-Thyreoiditis aus, ohne gleich in eine thyreotoxische Krise zu geraten?
    Was sind die Langzeitfolgen für Menschen mit einer genetischen Prädisposition für eine chronische Thyreoiditis bei solchen 1000er Dosen?
    Es graut mir wirklich vor solchen undifferenzierten Aussagen, die keinerlei Spätfolgen bei solchen Dauerhöchstdosen an der mitteleuropäischen Bevölkerung berücksichtigen bzw. scheinbar gar nicht in Betracht ziehen, trotz massiver Hinweise darauf.

    J.W. Dietrisch: Da in den meisten Fällen eine niedrigere Zufuhr ausreicht (altersabhängig, ca. 50 µg bei Säuglingen, 100 – 200 µg bei Erwachsenen, 250 µg bei Schwangeren) haben sich die Europäischen Fachgesellschaften vorsichtiger positioniert und empfehlen eine maximale Zufuhr von 600 µg pro Tag bei Erwachsenen, 200 µg bei Säuglingen.

    => M.D.: Alles natürlich nur bei einer gesunden Bevölkerung ausgehend ohne Hashimoto-Thyreoiditis, ohne Morbus Basdow, ohne Mischformen daraus, ohne Jodunverträglichkeit und ohne Überfunktion bzw. autonome Adenome.

    J.W. Dietrisch: Diese Werte werden in manchen Ländern mit übermäßiger Jodversorgung, z. B. in Japan überschritten. Dennoch sind die Folgen in der Regel milde.

    => Die hypertrophe Hashimoto-Thyreoiditis wurde von einem japanischen Arzt zuerst beschrieben, in einem Land, wo sich die Bevölkerung Jahrhunderte lang an höhere natürlichen Joddosen in Jodidform in der Nahrung gewöhnen konnte.
    In Deutschland wurde in kürzerste Zeit unnatürliches Jod in Jodatform zusätzlich in die Nahrungsmittel getan, die mittlerweile überall aus der Welt kommen und deswegen schon jodhaltig sind.

    J.W. Dietrich: Es gibt keinerlei stichhaltigen Hinweis dass das Risiko für die Entwicklung oder den ungünstigen Verlauf einer Autoimmunthyreopathie bei einer Jodzufuhr im empfohlenen Bereich ansteigt. Bei einer Jodzufuhr von über 1000 µg pro Tag könnte das anders sein.

    => Und warum wurde das bisher in Deutschland untersucht? Woher will man wissen, welche Grenze bei welchen Menschen zu einer SD-Autoimmunerkrankung führt, wenn man nicht mal weiß, was genau die Ursachen oder Auslöser von Hashimoto ist?

    Wie kann man solche diffusen Hypothesen öffentlich äußern, ohne fundamentale Grundkenntnisse über diese Erkrankung zu haben?
    Warum gibt es keine genauen Zahlen über die chronischen Schilddrüsenerkrankungen in der Deutschland? Über Diabetes mellitus weiß man viel, dass das Hormon Insulin.

    Gebetsmühlenhaft wird immer noch über den nicht mehr existierenden Jodmangel von angeblichen Experten gesprochen, die sich in realitätsfernen Arbeitskreisen und Gesellschaften tummeln?

    Uns Selbsthilfegruppen wird die Bude eingerannt von chronischen Schilddrüsenkranken – vor allem vom Typ Hashimoto- aber die angeblichen ärztliche Fachkreis oder Gesellschaften ignorieren dies konsequent.
    Vor allem die Hashimoto-Thyreoiditis wird von vielen Ärzten als „Macht-Ja-Nix-Krankheit“ oder „Mode-Krankheit“ dargestellt und die Probleme der Betroffenen werden sehr schnell auf die Psychoebene geschoben und falsch therapiert. Statt Thyroxin werden Antidepressiva verordnet, die die Symptomatik bei vielen noch schlimmer machen.
    Ich habe in meiner Schilddrüsenselbsthilfegruppe keinen einzigen Patienten mit nachgewiesenem Jodmangel. Und die, die angeblich einen Jodmangel hatte, waren an Hashimoto erkrankt.

    J.W.Dietrich: Nach eigener Erfahrung stellen selbst Autoimmunthyreopathien keine Kontraindikation für eine maßvolle Jodsupplementation dar. Einigen Patienten habe ich bei begründeter Notwendigkeit (Knoten, Schwangerschaft) trotz einer bestehenden Autoimmunthyreopathie nach ausführlicher Beratung und mit deren Zustimmung Jod verordnet, so dass die Jodausscheidung zwischen 100 und 200 µg pro Tag lag. Bei allen haben sich die Antikörpertiter bei ausgezeichneter Lebensqualität verbessert.

    => M.D. Das Jod selbst von Autoimmthyreopathie-Patienten immer vertragen werden soll, halte ich für eines der modernen medizinischen Märchen, die von der Realität der SD-Kranken schon längst widerlegt wurde. Es gibt auch schon wissenschaftlichen Studie von Prof. Hengstmann, die genau das Gegenteil belegen, was hier behauptet wird. Alleine durch die Reduzierung des Jodes in der Nahrung wurde die chronischen SD-Erkrankung besser.

    J.’W. Dietrich: Zu behaupten, die Verfechter einer Jodsupplementation seien von der Pharmaindustrie bestochen, ist geradezu unverfroren.

    => M.D.: Bitte belegen sie, wo diese angebliche „Bestechung“ von wem durch wen oder was in dieser Fernsehsendung gesagt wurde.
    Wenn ich sowas nicht belegen könnte, wäre ich äußert vorsichtig mit solchen Unterstellungen.
    Tatsache ist, daß der AKJ durch solche Firmen, die vom Jodverkauf ökonomischen Vorteile haben, finanziert wird. Für viele Berufsgruppen gilt der alte Spruch: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!“
    Und für Jod macht das der AKJ bekanntlicherweise schon länger und sehr laut!
    Ich habe allerdings noch nie ein Klagelied über die Zunahme chronischen SD-Erkrankung vom AKJ gehört. Dies könnte vielleicht daran liegen, daß Jod bei einer Autoimmunthyreopathie wirklich kontraindiziert ist und das wissenschaftlich belegt.

    J.W. Dietrich: Abgesehen davon, dass hier die Grenze zur Beleidigung beschritten wird, möge man sich mal die Preise für Jodpräparate ansehen. Selbst wenn es entsprechende kriminelle Energie (die hier einfach unterstellt wird) gäbe, wäre es für die Industrie schlicht unrentabel, hier jemanden zu bestechen.

    ð M.D.: Beleidigen kann man nur jemand persönlich! Wurde irgendjemand in diesem Beitrag persönlich beleidigt? Wurden irgendwelchen Unwahrheiten über Personen erzählt? Wurde Prof. Gärtner vom AKJ persönlich beleidigt, der in der Sendung aufgetreten ist? Bitte sagen sie mir die genaue Stelle, wo dies passiert sein soll!

    Ich persönlich fand diese Sendung sehr gut! Endlich mal ein Beitrag, die ohne Beeinflussung vom AKJ, über die heutigen SD-Kranken und deren Probleme seriös und fundiert im Fernsehen ausgestrahlt wurde.
    Solche Sendungen brauchen wir viel häufiger!
    Und an der Reaktion des „Jod-Imperiums“ sieht man, dass diese Sendung ins Schwarze getroffen hat.

  16. Sabine sagt:

    Ich bin selbst jodgeschädigt und kann dem Kommentar von Michael d` Angelo zu 100% zustimmen.
    Wenn Leute behaupten, dass Jodsalz selbst Hashimoto- oder MB-Kranken nicht schadet, dann ist das einfach falsch. Es mag Patienten geben, die keine unmittelbare Wirkung spüren. Ich gehöre leider nicht dazu. Mir geht es nur gut, wenn ich Jodsalz meide wie der Teufel das Weihwasser und auch nur wenig tierische Produkte deutscher Produktion, die über das Futter jodangereichert sind, zu mir nehme (vor allem Eier und Milchprodukte).