Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Irisin, ein neues Hormon aus dem Muskel zur Behandlung von Übergewicht und Zuckerstoffwechselstörungen?


Irisin, ein neues Hormon aus dem Muskel zur Behandlung von Übergewicht und Zuckerstoffwechselstörungen?

Körperliche Aktivität steigert im Muskel den „PPAR-gamma-coactivator-1 alpha“ (PGC1-alpha), einen Eiweißkörper, welcher die Expression eines Membranproteins, des „FNDC5“ stimuliert. Dieses wird aufspalten und ein Teil davon als ein neu identifiziertes Hormon „Irisin“ sezerniert.

Irisin wirkt auf die weißen Fettzellen ein und stimuliert in mehreren Schritten die Umwandlung von weißem zu braunem Fett. Es wurde bei Mäusen und Menschen nach körperlicher Aktivität gesteigert gefunden. Schon leicht erhöhte Irisin-Spiegel im Blut bewirkten eine gesteigerte Thermogenese bei unveränderter körperlicher Bewegung oder Nahrungsaufnahme, somit eine erhöhte Energieabgabe. Nach den Autoren um Bruce Spiegelman, Boston, der Arbeit in „Nature“ könnte Irisin als Therapeutikum bei Stoffwechselstörungen und anderen Erkrankungen des Menschen, welche durch körperliche Aktivität gebessert werden, eingesetzt werden.

Literatur:
Boström P et al., Nature 2012 Jan 11.doi:10.1038/nature10777. (Epub ahead of print)

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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