Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Muskuloskelettale Schmerzen bei Statintherapie am häufigsten an der unteren Extremität


Nach einer Querschnittsuntersuchung an über 5000 Personen >40 Jahre des US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) 1999-2004 klagten 23% der Personen, die Statine einnahmen, über Schmerzen des Muskel-Skelettsystems, ohne Statintherapie waren es 18% (p=0.02). Wurden nach weiteren Einflußfaktoren (confounders) adjustiert, so war die Prävalenz um 33% höher. Hingegen fand sich unter zirka 3000 Patienten mit „Arthritis“ – gemeint ist die „Osteoarthritis“, d.h. die Arthrose – kein Unterschied. Die Schmerzen wurden für 4 Körperregionen erfasst: Hals und oberer Rücken, obere Extremitäten (Schultern, Arme, Handgelenke, Hände), unterer Rücken sowie untere Extremitäten (Gesäß, Beine, Füße). Am häufigsten wurde über Schmerzen in den unteren Extremitäten geklagt. Ursächlich könnten dafür die größeren und längeren Muskeln und das höhere zu tragende Gewicht verantwortlich sein. Als Grund dafür, dass sich bei Patienten mit „Arthritis“ kein Unterschied zwischen Patienten mit und ohne Statintherapie fand, wird angenommen, dass die „Arthritis“-Schmerzen Statin-induzierte Beschwerden maskiert haben könnten. Dass in randomisierten klinischen Versuchen hingegen keine signifikante Assoziation von Statinen mit Myopathien gefunden wurde, wird durch möglicherweise existierende Besonderheiten der Versuchskollektiven im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erklärt. Über die Ursache dieser vermehrten Myopathien unter Statinen konnte die Analyse der NHANES-Daten keine Auskunft geben.

C.Buettner et al.: Statin Use and Musculoskeletal Pain Among Adults With and Without Arthritis.
Amer. J. Med. 2012, 125: 176-182

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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