Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Osteoporose bei jedem 5. Mann: bei männlichen Risikopersonen Knochendichte messen!


Die neuen Praxisleitlinien der Amerikanischen Endokrinologengesellschaft (1) empfehlen eine Knochendichtemessung (DXA-Technik) auch bei männlichen Risikopersonen. In den USA ist jeder 5. Mensch mit Osteoporose oder erniedrigter Knochendichte ein Mann. Unter den 10 Millionen Amerikanern mit Osteoporose sind 2 Millionen männlich und von den 2 Millionen Knochenbrüchen, die sich pro Jahr durch Osteoporose ereignen, sind 600 000 bei Männern. Die Sterblichkeit von Männern zwischen 50 und 69 Jahren mit Osteoporose ist höher als bei gesundem Knochen.

Ein erhöhtes Osteoporose-Risiko besteht nach der Task Force der Endocrine Society bei Männern ab dem 70. Lebensjahr, niedrigem Körpergewicht, vorhergehenden Knochenbrüchen im Erwachsenenalter und Rauchen. Bei diesen sollten
1.) eine DXA-Messung und Laborteste zur Erkennung von Einflußgrößen für den Knochen vorgenommen werden.
2.) Es wird eine Calciumzufuhr von 1000-1200 mg/Tag empfohlen, die durch die Nahrung erfolgen kann, ggf. durch Supplemente.
3.) Bei einem Vitamin D-Spiegel <30 ng/ml sollte dieser durch Vitamin D-Gabe auf >30 ng/ml angehoben werden.
4.) Es wird körperliches Krafttraining empfohlen („Muskel macht Knochen“).
5.) Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuß sollen eingestellt werden.
6.) Osteoporose-Medikamente, etwa Bisphosphonate, sind bei Männern angezeigt, wenn sie >50 Jahre alt sind und in der Vorgeschichte Wirbel- oder Schenkelhalsbrüche aufgetreten sind, oder bei erniedrigter Knochendichte mit einem T-Score unter -2.5 sowie weiteren Risikofaktoren (2).

Literatur:
(1) Clinical Practice Guidelines der Endocrine Society:
J Clin Endocrinol Metabol. 2012. 97: 1802-1822
(2) http://www.medscape.com/viewarticle/766067?sssdmh=dm1.795939&src=nldne

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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