Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Pemafibrat, ein neuer selektiver PPAR-alpha-Modulator verbessert das Lipidprofil bei Diabetes


Bochum, 22. Januar 2018

In einer Phase III – Studie (1)  an 160 Typ-2-Diabetespatienten über 28 Wochen in Japan wurde mit Pemafibrat (K-877, Kowa Company) eine Absenkung erhöhter Triglyceridspiegel um 45% und ein Anstieg von HDL-Cholesterin gegenüber Plazebo gefunden. LDL-Cholesterin wurde nicht beeinflusst. Es wurde eine Abnahme der Insulinresistenz (HOMA) beobachtet, aber kein Einfluß auf Nüchternwerte für Glukose und Insulin oder HbA1c. Der Fibroblast-Growth-Factor-1 (FGF-1) stieg signifikant an. Mit Pemafibrat  wurden keine klinisch bedeutsamen Nebenwirkungen auf die Leber oder Nierenfunktion wie etwa  Kreatininanstiege gesehen (siehe auch Lit.2).

Die Kowa Company startete global die PROMINENT-Studie (3), um den Einfluß von Pemafibrat auf das kardiovaskuläre Outcome bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und atherogener Dyslipidämie zu klären. Sollte sich ein positiver Effekt ergeben, würde, wie der Erstautor, Dr. Araki mitteilte (4), weltweit die Approbation von Pemafibrat beantragt werden.

Kommentar

In einer der ACCORD-Follow-up-Studien (5) kam es unter Fenofibrat, zusätzlich zu Statinen, zu einer signifikanten Abnahme des Komposit-Endpunktes von tödlichem und nicht-tödlichem Herzinfarkt und Schlaganfall in der Subgruppe von Typ-2-Diabetespatienten mit Hypertriglyceridämie und niedrigem HDL (Hazard Ration 0.73 vs. Plazebo).  Fibrate haben am PPAR-alpha – Rezeptor eine nur relativ geringe Potenz und begrenzte Selektivität. Pemafibrt reduziert bei atherogener Dyslipidämie ausgeprägt die Triglyceride, Remnant- Cholesterol und Apolipoprotein CIII und es wird auch der FGF-1 erhöht, der an der metabolischen Homöostase beteiligt ist (2). Im Vergleich zu Fenofibrat senkte Pemafibrat die Triglyceride stärker und es gab weniger unerwünschte Nebenwirkungen an Leber und Nieren.  Auch Fibrinogen wurde reduziert (6). Somit wird Pemafibrat, sollte es zugelassen werden,  eine günstige therapeutische Option der Dyslipidämie bei Typ-2-Diabetes darstellen.

Helmut Schatz

Literatur

(1) Eiichi Araki et al.: Effects of Pemafibrate, a novel selective PPARalpha modulator, on lipid and glucose metabolism in patients with type 2 diabetes and hypertriglyceridemia: a randomized, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial.
Diabetes Care published online January 3, 2018. dc171589.
https://doi.org/10.2337/dc17-1589

(2) Jean-Charles Fruchard: Pemafibrate (K-877), a novel selective peroxisome proliferator-activated receptor alpha modulator for management of atherogenic dyslipidaemia.
Cardiovasc Diabetol 2017. 16:124.
DOI 10.1186/s12933-017-0602-y

(3) ClinicalTrials.gov.: Pemafibrate to reduce cardiovascular outcomes by reducing triglycerides in patients with diabetes (PROMINENT).
https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03071692

(4) Eiirichi Araki in: Liam Davenport: New Japanese drug Pemafibrate improves lipid profiles in diabetes.
https://www.medscape.com/viewarticle/891429_print

(5) Elam MB et al. Association of fenofibrate therapy with long-term cardiovascular risk in statin-treated patients with type 2 diabetes.
JAMA Cardiol 2016 Dec 28. doi: 10.1001/jamacardio.2016.4828. [Epub ahead of print]

(6) Shun Ishibashi et al.: Efficacy and safety of pemafibrate (K-877), a selective peroxisome proliferator-activated receptor-alpha modulator in patients with dyslipidemia: results from a 24-week, randomized, double blind, active-controlled, phase 3 trial.
J Clin Lipidol online 28 October 2017.
http://doi.org/10.1016/j.jacl.2017.10.006

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Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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