Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Schokolade verringert das Schlaganfallrisiko


In einer neuen Studie an über 37 000 schwedischen Männern zwischen 45 und 79 Jahren wurde gefunden, dass die, welche am meisten Schokolade aßen, um 17% weniger Schlaganfälle hatten als jene, die am wenigsten konsumierten. In einer Metaanalyse unter Einschluss noch weiterer Untersuchungsreihen betrug dieser Unterschied für Männern und Frauen 19% (1). Es bestand eine einheitliche Tendenz für alle Schlaganfallarten, die Abnahme des Risikos war aber nur für die Männer signifikant (p=0.04), die in der Vorgeschichte keinen Bluthochdruck aufgewiesen hatten. Eine Verringerung des Schlaganfallrisikos um 22 und 46% durch Schokoladekonsum war schon zuvor in zwei kleinen Studien beim Kongress 2010 der American Academy of Neurology mitgeteilt worden.

Kommentar: In einem DGE-Blog-Beitrag hatte Prof. Klaus Doehler am 28. März 2012 berichtet, dass Schokoladekonsum bei über 1000 Studienteilnehmern zu einem niedrigeren Body Mass Index führte (2). Er wies darauf hin, dass die schon vorher beobachteten günstigen Wirkungen von Schokolade auf Blutdruck, Insulinresistenz und Blutfette durch Flavonoide, insbesondere Catechine bewirkt werden dürften, wodurch die Endothelfunktion verbessert würde und die Thrombozytenadhäsivität abnehme. Eine ACE-Hemmung würde auch zur Blutdrucksenkung beitragen. Die günstigen Schokoladeeffekte in der schwedischen Studie könnten durch die geschilderten Mechanismen erklärt werden.

Literatur:
(1) Susanna C. Larsson et al., Neurology 2012.79:1223-1229
published online August 29, 2012
(2) Klaus Doehler: Schlank mit Schokolade. DGE-Blog-Beitrag vom 28. März 2012.

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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