Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Selen erhöht die Remissionsrate bei Rezidiven einer Basedow-Hyperthyreose


Bochum, 7. Oktober 2016:

Chinesische Autoren (1) fanden in einer prospektiven Pilotstudie an 41 Patienten mit einem Rezidiv einer Basedow-Hyperthyreose eine erhöhte Remissionsrate durch zusätzliche Gabe von Selen zu Methimazol für 6 Monate.

Selen wurde as Natrium-Selenit in einer Dosis von 100 Mikrogramm 2x/Tag für 6 Monate verabfolgt. Nach 2 Monaten waren die FT4- und FT3-Spiegel in der Selengruppe stärker gesunken und die TSH-Werte mehr angestiegen als in der Kontrollgruppe. Auch die TSH-Rezeptorantikörper sanken unter Selen stärker (2.4 vs. 5.6 IU/L, p= 0.04). Kaplan-Meier-Kurven zeigten eine höhere Remissionsrate unter Selen (Log-rank test p= 0.008, Abbildung 1). Absolut gesehen bestand auch eine Tendenz (p=0.07) der Selen-Gruppe zu mehr Remissionen (11 Patienten =52%) im Vergleich zu den Kontrollen (5 Patienten =25%).

Kommentar

Die Autoren meinen, dass Selen die thyreostatische Wirkung von Methimazol verstärkt, sehen aber die Notwendigkeit grösserer Studien angesichts der geringen Patientenzahl ihrer Pilotstudie.

Abbildung (aus Lit. 1)

selen-basedow

Helmut Schatz

Literatur

(1) L. Wang et al.: Effect of selenium supplementation on recurrent hyperthyroidism caused by Graves´s disease: a prospective pilot study.
Horm. Metab. Res. 2016. 48:559-564

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Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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