Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

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Die Bretzel-Stiftung: Preisvergabe an junge Forschende auf dem Gebiet der Endokrinologie und an die Gießener Schulen


Bochum, 19. August 202

Zum letzten DGE-Blogbeitrag über „Endocrinology – quo vadis ?“  schrieb Prof. Christian Koch einen interessanten Kommentar, in welchem er über seine Erfahrungen mit der Endokrinologie in anderen Ländern berichtete, insbesondere in den USA.  Im Internet findet man zu seinem Namen, dass er jetzt in Gießen arbeitet, wo ich selbst auch bis 1989 tätig war. Prof. Reinhard Bretzel, emeritierter Ordinarius für Innere Medizin mit der Subspezialität Endokrinologie in Gießen berichtete mir, dass die seinen Namen tragende Stiftung (s.u.) Herrn Prof. Dr. med. Christian Koch im vergangenen Jahr für ein Projekt von ihm in einer Feierstunde mit ~2.500 Euro ausgezeichnet hatte.

Mir als ehemaligem Gießener – ich wechselte 1989 von der Universität Gießen an die Ruhr-Universität in Bochum – war die Bretzel-Stiftung nicht bekannt gewesen.  Reinhard Bretzel hatte diese zusammen mit seiner Frau Barbara, einer Lehrerin, zu seinem 60. Geburtstag im Jahre 2006 gestiftet. Dies erfolgte im Rahmen einer großen Geburtstagsfeier, zu der ich auch eingeladen war. Ich sah im Internet über die Stiftung und Prof. Christian Koch nach und bat dann Prof. Bretzel, mir Details über die Stiftung und über seinen Gießener Kollegen Prof. Koch mitzuteilen.

Im Folgenden sollen Details wiedergegeben werden:

Reinhard und Barbara Bretzel hatten ursprünglich (2006) ein Stiftungskapital von 50.000.- Euro eingebracht. Durch zusätzliche Stiftungen von ihnen und weiteren Stiftern sowie Anlagen ist das Stiftungskapital auf inzwischen 108.000.- EUR angewachsen. Die Summe an Spendeneingängen 2006 – 2024 ohne zusätzliche Stiftungen beträgt 106.000.- EUR.

Für Projektförderungen 2008 – 2024 wurden bisher insgesamt 84.000.- EUR ausgegeben, davon 49.000.- für Medizinprojekte und 35.000.- für Schulprojekte. Jährlich betrug die Preissumme insgesamt 5.000.- bis 10.000 Euro.

(Pandemiebedingt erfolgten in den Jahren 2020 und 2021 keine Förderungen).

In diesem Jahr sollen wieder Projekte gefördert werden, vorausgesetzt es treffen valide Anträge ein. Es stehen ca. 10.000.- EUR zur Ausschüttung bereit.

Über die Förderungen entscheidet ein ehrenamtlicher Stiftungsbeirat zusammen mit den Stiftern.

Im Internet findet man folgenden Eintrag (1):

***

RB Bretzel Stiftung

Willkommen,

als Ausdruck sozialer Verpflichtung und aus Anlass seines sechzigsten Geburtstages, gründeten Dr. Reinhard G. Bretzel, Universitätsprofessor für Innere Medizin und seine Frau Barbara Bretzel, Lehrerin, im Jahr 2006 eine Stiftung zur Förderung von Bildung und Wissenschaft.

Mit der Stiftung sollen insbesondere der akademische Nachwuchs am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen und Schülerinnen und Schüler an Schulen der Universitätsstadt Gießen gefördert werden.

Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch finanzielle Förderung von Schulprojekten der Universitätsstadt Gießen sowie Forschungsprojekten am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen auf dem Gebiet von Endokrinologie, Diabetologie, Stoffwechsel und Ernährungsmedizin.


Prof. Dr. med. Dr. h.c. Reinhard G. Bretzel – Barbara Bretzel

Kommentar:

Prof. Reinhard Bretzel und seiner Frau Barbara ist zu ihrer Stiftung herzlich zu gratulieren. Solche gemeinnützigen, hochherzigen Aktivitäten sind selten und sehr zu begrüßen. Sie werden zur Nachahmung nur wärmstens empfohlen. Dass die beiden Stifter die Preisvergabe an die Universität und Schulen in Gießen, die lokalen Arbeitsfelder beider gebunden haben zeigt, dass es sehr sinnvoll ist, sich nur auf den regionalen Raum zu beziehen; noch dazu, wenn der finanzielle Grundbetrag für die Stiftung aus der eigenen Tasche stammt.

Bei nationalen oder internationalen Stiftungen sind Etablierung und auch Vergabe-Prozess kompliziert geworden. Gelang es dem Referenten (H.S.) noch Mitte der 1990-er Jahre, bei Gründung der „Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie & Diabetologie“ den „Karl- Oberdisse-Preis“ zu etablieren, wobei die Preissumme (damals 10.000 DM) von der Pharmazeutischen Industrie stammte, so war das bei der beabsichtigten Etablierung eines Wissenschaftspreises der „Föderation der Internationalen Donausymposia über Diabetes mellitus“, der heutigen „Central European Diabetes Association“ (CEDA) nicht mehr möglich, obwohl der Referent als Präsident, zusammen mit einem der Past-Präsidenten eine Summe  von 100.000 Euro aus ihren Taschen beisteuern wollten. Reinhard und Barbara Bretzel sind also den Weg gegangen, der auch heute wohl realisiert werden kann.

Die RB Bretzel – Stiftung verdient, in der DGE breiter bekannt zu werden.  Vielleicht findet sich das eine oder andere DGE-Mitglied, Ähnliches zu verwirklichen.

Helmut Schatz, Bochum

Literatur:

(1) www.bretzel-stiftung.de

Posted on by Prof. Helmut Schatz
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2 Responses to Die Bretzel-Stiftung: Preisvergabe an junge Forschende auf dem Gebiet der Endokrinologie und an die Gießener Schulen

  1. Ein Endokrinologe says:

    Grundbetrag einer wissenschaftlich/fachlichen Stiftung aus eigener Tasche – Chapeau!

  2. AM says:

    Es ist wahrscheinlich der altruistischen Art vieler Mediziner geschuldet, dass sie – wie bei diesem äußerst positiven Beispiel – neben ihrer Arbeitskraft auch noch private Mittel einsetzen, um das Gemeinwesen voranzubringen. Mich freut es immer, so ein Engagement zu sehen, das im Stiftungszweck enge Parallelen – medizinische Forschung und gesellschaftliches Wirken – zu unserer Stiftung hat: mehdorn-stiftung.de

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