Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Nächtlicher Cortisol-Speicheltest zur Diagnostik eines Hypercortisolismus


Bochum, 23. Oktober 2021:

Im Oktoberheft von Horm Metab Res (1) berichten DGE-Mitglieder aus Essen über die Grenzwerte einer nächtlichen Speichelcortisol-Bestimmung mit einem Chemoluminiszenz-Immunoassay für die Diagnostik eines Hypercortisolismus (1). Untersucht wurden insgesamt 217 Patienten, darunter 36 mit bereits bestätigter pathologischer Cortisolerhöhung. Als Vergleichsgruppe dienten 149 Patienten mit negativem Hormontest und 32 Patienten mit einem Hypercortisolismus in Remission.

Zahlreiche bisherige Publikationen über Speichelcortisol-Testungen berichteten über – mit unterschiedlichen Methoden erzielte – cut-off-Werte. Bei deren Patienten waren aber die Entnahmebedingungen nicht einheitlich und es lagen auch verschiedene Co-Morbiditäten vor, sodass die ermittelten Werte variierten.

Abbildung (Fig. 2 aus Lit. 1)

Der von Lukas van Baal et al. (1) in einer ROC-Analyse berechnete cut-off-Wert für die Hypercortisolismus-Diagnose betrug 10.1 nmol/l. Die gefundenen cut-off-Werte waren bei Patienten mit unterschiedlichen Ätiologien des Hypercortisolismus sehr ähnlich, um ~10 nmol/l (siehe Abbildung), mit Ausnahme beim ektopen ACTH-Syndrom, bei dem der cut-off-Wert 109.0 nmol/l betrug.

Die Essener Autoren empfehlen, die nächtliche Speichelcortisol-Bestimmung mit dem Chemisluminiszenz-Assay zur recht einfachen Diagnostik bei Verdacht auf Hypersortisolismus einzusetzen.

Helmut Schatz

Literatur

(1) Lukas van Baal et al.: Distinct Late-Night Salivary Cortisol Cut-Off Values for the Diagnosis of Hypercortisolism.
Horm Metab Res 2021; 53(10): 662-671

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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