31. Jahrestagung der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie & Diabetologie mit Rekordbeteiligung
Georgsmarienhütte, 20. Februar 2026:
Mit über 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verzeichnete die 31. Jahrestagung der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie am 6. und 7. Februar 2026 in Osnabrück eine außergewöhnlich hohe Resonanz. Die Tagung fand erstmals außerhalb Nordrhein-Westfalens statt.
In seinem Grußwort betonte der Tagungspräsident Prof. Dr. Karsten Müssig die besondere Symbolik des Veranstaltungsortes. Osnabrück, die „Friedensstadt“, stehe für Dialog, Verständigung und gemeinsames Vorangehen – Werte, die auch die Fachgesellschaft seit über drei Jahrzehnten prägen. Bewährtes mit Innovation zu verbinden, wissenschaftliche Exzellenz mit lebendigem Austausch – dieser Anspruch spiegelte sich im gesamten Programm wider.
Insgesamt 20 Vorträge griffen zentrale Themen der Endokrinologie und Diabetologie auf: von neuen Erkenntnissen zur Hormonregulation über innovative Therapiestrategien bei Diabetes bis hin zu aktuellen Herausforderungen in Versorgung und Weiterbildung. Besonders erfreulich war die Beteiligung zahlreicher junger Kolleginnen und Kollegen, die als Referierende wertvolle Impulse setzten – ein eindrucksvoller Ausdruck dafür, wie aktiv und engagiert der wissenschaftliche Nachwuchs in unserem Fach ist. Besonders gut angenommen wurde eine Sitzung, die einen „Blick über den Tellerrand“ auf Ernährung, Darmmikrobiom und gastrointestinale Komplikationen ermöglichte.
Die Tagung profitierte zudem von der angenehmen und produktiven Atmosphäre im DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) – Zentrum für Umweltkommunikation. Die hellen, großzügigen Räume und die moderne technische Ausstattung boten ideale Bedingungen für wissenschaftlichen Austausch, und die Möglichkeit, Gespräche bei gutem Essen zu vertiefen, trug wesentlich zum kollegialen Miteinander bei.
Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des Karl-Oberdisse-Preises. Ausgezeichnet wurde Tim Brandenburg für seine herausragende Arbeit „Cell-intrinsic IFN-I signature correlates with dedifferentiation of thyroid cancer and determines its immunological fate“. Die Studie identifiziert eine zellintrinsische Typ-I-Interferon(IFN-I)-Signatur als zentralen Treiber der Dedifferenzierung von Schilddrüsenkarzinomen und zeigt, dass eine durch IFN-I vermittelte Expression des Immuncheckpoint-Proteins Programmed Death Ligand-1 (PD-L1) wesentlich zur Immunflucht und Tumorprogression beim anaplastischen Schilddrüsenkarzinom beiträgt. Damit verbindet die Arbeit in überzeugender Weise endokrinologische Tumorbiologie mit immunologischen Mechanismen und definiert therapeutisch relevante Angriffspunkte für fortgeschrittene, bislang nur eingeschränkt behandelbare Schilddrüsentumoren.
Auch jenseits des wissenschaftlichen Programms bot die Tagung vielfältige Gelegenheiten zur Vernetzung. Den Tag ersten ließen die Teilnehmenden beim gemeinsamen Abendessen in der Olle Use EssBar ausklingen – einem Osnabrücker Original, das Tradition und Geschichte neu interpretiert. Die Olle Use, eines der ältesten Lokale der Stadt, liegt inmitten der malerischen Altstadt, umgeben von historischen Fachwerkhäusern und engen Gassen. Sie vereint den Charme vergangener Zeiten mit zeitgemäßem Ambiente und bot so den perfekten Rahmen für persönliche Gespräche und kollegialen Austausch.
Die 31. Jahrestagung machte deutlich: Gerade in Zeiten wachsender Herausforderungen sind fachlicher Dialog, interdisziplinäres Denken und die Bündelung von Expertise entscheidende Impulsgeber für Fortschritt – in Klinik, Forschung und Versorgung. Die hohe Beteiligung, die Vielfalt der Beiträge, die aktiven Impulse der jungen Kolleginnen und Kollegen sowie die produktive, angenehme Atmosphäre setzen hierfür ein starkes Zeichen.
Prof. Dr. med. Karsten Müssig
Chefarzt des Franziskus-Hospitals Hardenberg der Niels-Stensen-Kliniken in Georgsmarienhütte

Bild (von links):
Prof. Dr. W. Fenske, Vorsitzende der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie, Prof. Dr. H. Schatz, Begründer der Fachgesellschaft, Prof. Dr. K. Müssig, Tagungspräsident und Vorstandsmitglied, und Prof. Dr. H. Klein, ehemaliger Vorsitzender der Fachgesellschaft.
Warum tagt eine „Nordrhein-Westfälische Gesellschaft“ in der niedersachsischen Stadt Osnabrück? Weil diese seit der frühen Neuzeit jahrhundertelang als (ehemalige) Hansestadt zur Westfälischen Region und drssen Kulturkreis gehörte. Der Westfälische Frieden wurde nach dem 30-Jährigen Krieg bekanntlich 1648 in Osnabrück (evang.) und Münster (kathol.) geschlossen. Foto: 3 Generationen von Bochuner „Bergmannsheilern“: v.li.: Wiebke Fenske (seit 2025), Helmut Schatz (1989-2003), Karsten Müssig (Tagungspräsident), Harald Klein (2003-2025).