Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Claude Bernard-Preis für Hans-Ulrich Häring, Camillo Golgi-Preis für Hans-Peter Hammes und Oskar Minkowski-Preis für Matthias Blüher beim Europäischen Diabeteskongress Stockholm 2015


Bochum, 12. November 2015:

Drei der vier renommiertesten Preise der Europäischen Diabetesgesellschaft EASD gingen in diesem Jahr an Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie: Für ihr Lebenswerk wurden Hans-Ulrich Häring, Tübingen sowie Hans-Peter Hammes, Mannheim ausgezeichnet. Für die beste wissenschaftliche Arbeit bis zum 45. Lebensjahr wurde Matthias Blüher, Leipzig geehrt.

Hans-Ulrich Häring besprach in seiner Claude Bernard-Lecture die Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Untersuchungen zur Insulinresistenz und Insulinwirkung, auch schon in Frühphasen vor dem Auftreten der Zuckerkrankheit, sowie seine Studien zur Inselzellschädigung über eine nicht-alkoholische Fettleber. Einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeitsgruppe stellte das Wechselspiel zwischen Insulin und Gehirn dar: Ist das Gehirn insulinunempfindlicher, so wird der Appetit beim Essern weniger gebremst und es wird mehr gegessen. Diese Studien könnten Auswirkungen auf zukünftige Präventionsstrategien und auch für die Behandlung eines Typ-2-Diabetes haben.

Die Leistungen von Hans-Pater Hammes über die diabetische Retinopathie, von ihm in der Camillo-Golgi-Lecture präsentiert, wurden bereits im Blog-Beitrag vom 23. September 2015 gewürdigt (1).

Den Oskar-Minkowski-Preis, der mit einer Geldsumme von 20.000 Euro, gestiftet von Sanofi verbunden ist, erhielt in diesem Jahr zum 6. Mal in den 50 Jahren seines Bestehens wieder ein deutscher Forscher, Matthias Blüher. Er untersuchte die „subklinische Inflammation“, also die Entzündungsvorgänge im Fettgewebe bei übergewichtigen Menschen mit und ohne Diabetes. Hatten Übergewichtige keinen Diabetes, so fand er keine Entzündungszeichen, im Unterschied zu zuckerkranken Dicken. Diese Ergebnisse können mit erklären, dass nicht alle Menschen mit Übergewicht zuckerkrank werden.

Ein weiterer deutscher Forscher, Martin Heni von der Universität Tübingen, wurde als einer der „Rising Stars“ unter den Nachwuchswissenschaftlern geehrt. Er untersuchte die Interaktionen zwischen Gehirn und Stoffwechsel und fand, dass das nach einer Mahlzeit aus Darmzellen abgegebene Glucagon-Like Peptide-1 (GLP-1) das Hungergefühl verringert.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie freut sich und gratuliert ihren drei Mitgliedern sowie dem Jungforscher zu den herausragenden Auszeichnungen und wünscht ihnen weiterhin viel Erfolg bei ihren Studien!

Helmut Schatz

Literatur

(1) Helmut Schatz: Große Ehrung für Hans-Peter Hammes: Unser DGE-Mitglied wurde in Stockholm mit dem Camillo Golgi – Preis 2015 der Europäischen Diabetes-Gesellschaft ausgezeichnet.
DGE-Blogbeitrag vom 23. September 2015

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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