Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Herzinsuffizienz unter Pioglitazon (Actos®) von Takeda verschleiert?


Laut Heartwire/Medscape beschuldigt Dr. Helen Ge die Firma Takeda des Betrugs: Ihr ehemaliger Arbeitgeber habe viele Fälle von Herzinsuffizienz unter Pioglitazon nicht korrekt der Amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA gemeldet. Takeda habe ihre medizinischen Mitarbeiter angewiesen, hunderte Fälle von Herzinsuffizienz unter Actos® nicht als schwerwiegend („serious“) einzustufen, nachdem im Jahre 2007 ein diesbezüglicher Warnhinweis in die Packungsbeilagen von Thiazolidindionen aufgenommen werden musste (1). Auch andere schwerwiegende Ereignisse wie Krebs (vgl. 2), Selbstmordversuche oder Nierenversagen sollen nicht gemeldet worden sein. Pioglitazon sollte offenbar als sicherer im Vergleich zu Rosiglitazon (Avandia®) positioniert werden. Heartwire (3) hatte TAKEDA um einen Kommentar gebeten, der bis zum 11. Mai 2012 eingereicht werden sollte. Diese Anfrage von Heartwire bezog sich auch auf finanzielle Aspekte der PERISCOPE-Studie mit intravaskulärem Ultraschall (IVUS). In einem weiteren Internet-Beitrag, gefolgt von 5 Leserkommentaren (4), spricht M. Mintz vom George Washington University Medical Center, Washington D.C. ausführlich die komplexe Thematik Steven Nissen – Takeda – Rosiglitazon – Pioglitazon an. Man darf mit großem Interesse den weiteren Entwicklungen entgegensehen.

Literatur:

(1) Shelley Wood: Whistleblower Suit Claims Pioglitazone Cover-up. Suit Implicates Dr. Steven Nissen, Cleveland Clinic.
http://www.medscape.com/viewarticle/763658_print
(2) A. Neumann et al.: Pioglitazone and risk of bladder cancer among diabetic patients in France: a population-based cohort study. Diabetologia 2012 Mar 31 Epub ahead of print
(3) Heartwire © 2012 Medscape, LLC
(4) Matthew Mintz: Pioglitazone Cover-up? The Diabetes Beat.
http://boards.medscape.com/forums?128@140.8ZqAauBTbmI@2a316c19!comment=1

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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