Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Mifepristone (RU486) von der FDA bei besonderen Fällen von Cushing-Syndrom zugelassen


Mifepristone (RU486), in Deutschland als Mifegyne® zur Abortinduktion auf dem Markt, von der FDA jetzt auch bei besonderen Fällen von Cushing-Syndrom zugelassen

Mifepristone ist als Progesteronrezeptor-Antagonist schon längere Zeit als Abortivum auf dem deutschen Markt. Es hemmt auch stark den Glukokortikoidrezeptor. Am 17. Februar 2012 wurde Mifepristone jetzt von der FDA zur Verminderung der Auswirkungen eines anderweitig nicht beherrschbaren Cortisolexcesses zugelassen. Dazu zählt z.B. eine deutliche Blutzuckererhöhung. Ein solcher Hypercortisolismus liegt insbesondere bei chirurgisch nicht behandelbarem ektopem ACTH-Syndrom vor, aber auch bei manchem anderen Fall. Schon 2007 wurde Mifepristone in den USA als „orphan drug“ eingestuft . Man schätzt, dass in den USA zirka 5000 Patienten an einem sonst nicht behandelbarem Cortisolexzess leiden. Naturgemäß stellt eine Schwangerschaft eine Kontraindikation dar und in der Packungsbeilage wird darauf hingewiesen, dass das Medikament eine Schwangerschaft beenden wird.

Robert Lowes: Mifepristone Okayed for Adults With Cushing’s Syndrom
Heartwire, www.medscape.com/viewarticle/758884_print

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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