Bochum, 25. Juni 2026:
Am 21. April 2026 ist Professor Herman Philipp Theodor Ammon, geboren am 21. Januar 2033 in Nürnberg, in Tübingen verstorben. Der Referent (H.S.) erfuhr dies erst vor wenigen Tagen. Prof. Ammon war ein vielseitig interessierter, innovativer und umsetzungsstarker, wissenschaftlich orientierter Pharmazeut und Arzt, der nachhaltige, wesentliche Akzente in der Pharmakologie und in der Diabetologie gesetzt hat. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft trauert mit seinen Hinterbliebenen.
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H.P.T. Ammon begann seine Schulausbildung in Fürth und legte sein Abitur 1952 ab. Anschließend arbeitete er als Apothekenpraktikant bis 1954, bevor er an der Universität Erlangen ein Pharmazie-Studium absolvierte, das er 1958 abschloss. Sein gleichzeitig begonnenes Medizinstudium beendete er 1962, und er wurde 1963 zum Dr. med. promoviert. Während des Studiums wurde er Mitglied der Akademisch-Musikalischen Verbindung „AMV Fridericiana Erlangen“ der Alexander-Friedrichs-Universität Erlangen, einer nichtschlagenden Studentenverbindung, in deren Zentrum Chor, Orchester und Musik standen. Deren Wahlspruch lautete: „Nach deutscher Weise, im Freundeskreise, im Reiche der Töne suchet das Schöne!“. Das mag mit erklären, dass auf seiner Trauerparte anstelle eines Bibelspruchs, etwa eines Psalms, ein Zitat des Dirigenten und Komponisten Gustav Mahler zu lesen ist (siehe Abbildung).

Von 1965-1970 war Ammon als wissenschaftlicher Assistent am Pharmakologischen Institut der Universität Erlangen tätig, dann ging er mit einem Stipendium der Paul-Martini-Stiftung an die Harvard-Universität in Boston. Sein weiterer Weg führte ihn an die Universität Tübingen schließlich auf den Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie für Naturwissenschaftler.
Viele ältere Ärzte haben in Ihrem Bücherschrank zwei „Klassiker“ stehen, das dicke Werk von Ammon über die Nebenwirkungen von Medikamenten (1) und insbesondere älteren die Apotheker auch den „Hunnius“, ein Nachschlagewerk, das von Ammon fortgeführt und erweitert wurde (2). Auch der Referent hat mit Prof. Hermann P.T. Ammon ein Buch herausgegeben (3). Breiten Kreisen sind seine Forschungen zum pharmakologischen Wirkung des Weihrauchs bekannt (4).
Die Subgruppierung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und der Deutschen Apothekerschaft : „Einbindung der Apotheker in die Diabetikerversorgung“ (EADV), in der auch der Referent über ein Jahrzehnt mitwirkte, hat Prof. Ammon gegründet und jahrelang geleitet.
Privat war Hermann P. T. Ammon unter anderem ein Fan von Modelleisenbahnen. Der Referent brachte ihm einmal bei einem Besuch in seinem Privathaus in der Tübinger Umgebung eine Modell- Lokomotive der Firma Märklin mit, die er gleich auf die von ihm gebaute, ausgedehnte, im Garten freistehende elektrische Eisenbahnanlage der Spurweite Null setzte und über Berge, Brücken und durch Tunnelanlagen fahren ließ.
Seine Frau Ursula, eine Pharmazeutin, und seine Kinder, Schwiegerkinder und Enkelkinder schrieben auf der Trauer-Parte (siehe Abbildung oben):
„Danke für ein erfülltes Leben – beruflich und privat“
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft dankt ebenfalls ihrem Past-Präsidenten und Ehrenmitglied + Prof. H.P.T. Ammon.
Helmut Schatz
Literatur
(1) H.P.T. Ammon (Hrsg.): Arzneimitteneben- und Wechselwirkungen. Wissenschaftliche Verlagsanstalt Stuttgart 1981.
4. neubearb. und erw. Aufl. 2001
(2) H.P.T. Ammon und Manfred Schubert-Zsilaecz: Hunnius pharmazeutisches Wörterbuch. 11. Aktualisierte Auflage.
De Gruyter Berlin 2014
(3) Helmut Schatz, Michael Mark und H.P.T. Ammon: Antidiabetika; Diabetes mellitus und Pharmakotherapie. Medizinisch – Pharmakologisches Kompendium. Bd. 2
Wissenschaftliche Verlagsanstalt Stuttgart 1986. 4. erweiterte und aktualisierte Aufl. u.d. T.
Diabetologie kompakt, Gundlagen und Praxis Thieme. Stuttgart 2006
(4) H.P.T. Ammon: Weihrauch – Anwendung in der westlichen Medizin. Springer, Berlin 2018
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