Bochum, 15. Dezember 2025:
Im Blog der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie wurde zu Weihnachten seit vielen Jahren von Klaus Ehrenberger und dem Referenten (H.S.) über die Religionen der Welt berichtet, so zuletzt im vergangenen Jahr über das Christentum. Nach dem Hinscheiden von + Klaus Ehrenberger (1) soll es in Fortsetzung dieser Tradition im Jahre 2025 einen Beitrag über dem christlichen Weihnachten äquivalente Feste anderer Religionen geben (vgl. den Bericht im Internet, Lit. 2).
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Weihnachten im Christentum
In den christlichen Ländern steht die Geburt Jesu Christi im Zentrum der Weihnachtsfeiern, mit dem Besuch der Messe/des Gottesdienstes und dem Gedenken an Christi Geburt. Weihnachten ist auch die Zeit für Familienfeste mit Weihnachtsessen und gegenseitiger Bescherung (siehe Lit. 3).
In anderen Religionen und Kulturen der Welt gibt es auch Feste und Bräuche vergleichbar mit Weihnachten.
Weihnachten und der Islam
Weihnachten ist im Islam nicht verankert. Traditionell feiern Muslime eigentlich nur zwei Feste: Das Ende des Fastenmonats Ramadan mit dem Fastenbrechen, dem Zuckerfest, und das Opferfest, welches der Höhepunkt der Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka ist. In jüngerer Zeit sind einige Zweige des Islams dazu übergegangen, auch den Geburtstag des Propheten Muhammad zu feiern, ein Fest, das im Koran jedoch weder genannt noch irgendwo vorgeschrieben ist. Die Geburt Muhammads findet auch keine Erwähnung, jedoch der Prophet Isa ibn Maryam, also „Jesus Sohn der Maria“. Traditionell gibt es im Islam keine Feier für den Gottessohn. Aber es werden des Öfteren in entsprechenden Ländern westliche Riten zum Jahresende übernommen. Im Fernsehen übertragene Gottesdienste, etwa aus der Geburtskirche in Bethlehem sind vielleicht religiöse Höhepunkte. Auch der Besuch von Freunden christlichen Glaubens mag dazu gehören. Alles andere ist nur die Übernahme von Riten einer globalisierten Welt.
Weihnachten und der Hinduismus
Das hinduistische Lichterfest „Diwali“ kann aufgrund der spirituellen und sozialen Bedeutung sowie des positiven Festcharakters als Weihnachtsäquivalent angesehen werden. Gefeiert wird es vor allem von Anhängern des Hinduismus, welche in Indien, Sri Lanka, Nepal, Mauritius, den Fidschi-Inseln, Südafrika oder Trinidad und Tobago leben. Neben den Festlichkeiten an sich kann man das Lichterfest auch aufgrund des Zeitraums mit Weihnachten vergleichen. Das mehrtägige Diwali wird nach hinduistischem Kalender zu Neumond ab dem 15. Tag des Monats Kartik gefeiert. Die Daten fallen damit meist auf Ende Oktober oder Anfang November. In verschiedenen Teilen Indiens und auch der Welt begeht man das Lichterfest, um an unterschiedliche Ereignisse, Sagen und Mythen zu erinnern. Daher dauert das Fest an den jeweiligen Orten unterschiedlich lange. Die Hauptaussage ist immer: Das Gute siegt über das Böse, und damit: Das Helle siegt über das Dunkle. Lichter und Feuer in allen Formen und Farben spielen eine tragende Rolle.
Im Buddhismus: „Weihnachten ist immer“
In dieser Weltanschauung spielen die zwischenmenschlichen Werte, die in christlich geprägten Ländern und Kulturen zu Weihnachten besonders gepriesen werden, auch im Alltag eine tragende Rolle. Nächstenliebe, Beschenken und Freundlichkeit sind in buddhistischen Ländern und Völkern nicht an einem Datum festgelegt. Es existieren generell Lebensweisen, die man mit den bei uns weihnachtlichen Bräuchen vergleichen könnte. So zum Beispiel das „Dana“, das Geschenke geben aus freiem Herzen. Es wird wann immer möglich praktiziert, unter anderem, um das „Karma“ (die Handlung und die Absicht dahinter) positiv zu beeinflussen. Dazu kommen noch die vier edlen Geisteszustände Metta (Freundlichkeit), Karuna (Mitgefühl), Mudita (Mitfreude) und Upekha (Gelassenheit). Auch sie werden im buddhistischen Alltag angestrebt und bedürfen keiner kalendarischen Fixierung. Freilich sind Feste in den unterschiedlichen Zweigen des Buddhismus und religiöse Überschneidungen nicht ausgeschlossen. Weihnachten ist kein Fest in dieser Religion, aber das Mitfeiern dürfte für einen Buddhisten – sofern er irgendwo eingeladen wird – kein Problem sein.
Im Judentum wird zu unserer Weihnachtszeit „Chanukka“ gefeiert
In amerikanischen Filmen oder Cartoons findet man zur Weihnachtszeit oft den Querverweis auf das jüdische Chanukka-Fest. Dieses gleicht im Ablauf stark dem christlichen Weihnachten: Familienangehörige und Freunde versammeln sich zuhause und es werden Geschenke, so auch Süßigkeiten ausgetauscht. Man singt Chanukka-Lieder und erzählt zum Fest Geschichten. Chanukka hat aber nichts mit Christi Geburt oder dem Propheten Isa ibn Maryam zu tun (siehe oben im Kapitel Islam). Vielmehr wird die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahre 164 v. Chr. gefeiert „Chanukka“ bedeutet „Weihung“ oder „Einweihung“. Das Fest beginnt am 25. Tag des dritten jüdischen Kalendermonats Kislew und dauert mehrere Tage. Während dieser Zeit schenkt man traditionell den Kindern Münzen, die einen Teil davon aber wieder zu spenden haben.
Weihnachten ist ein christliches Fest, das vor allem in westlich geprägten Ländern und Kulturen gefeiert wird. In anderen Religionen und Kulturen gibt es Äquivalente bzw. ähnliche Feste. Diese sollte man kennen, um diese Kulturen besser zu verstehen.
Helmut Schatz
Literatur
(1) Helmut Schatz: Klaus Ehrenberger, Verfasser von vielen Weihnachtsbeiträgen, Artikeln und Kommentaren im DGE-Blog verstorben.
DGE-Blogbeitrag vom 3. September 2024
(2) Frohes Fest! https://www.frohesfest.net
(3) + Klaus Ehrenberger: Gedanken zum Christentum – Zum Weihnachtsfest 2024.
DGE-Blogbeitrag vom 7. Dezember 2024
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