Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

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Welches wird das Jugendwort des Jahres 2025?


„Checkst Du“? „Das crazy“?, „Goonen“?

Bochum, 16. September 2025:

Der Langenscheidt Verlag hat am 9. September 2025 die drei Finalisten für das „Jugendwort des Jahres 2025 “ bekannt gegeben, ermittelt in einem aufwendigen Verfahren. Die Abstimmung begann am 29. Mai 2025.

Die drei Begriffe „Checkst du„, „Das Crazy“ und „Goonen“ schafften es unter die letzten drei Kandidaten. Für diese wurden laut Langenscheidt Verlag insgesamt Stimmen im hohen sechsstelligen Bereich abgegeben. Die meisten davon stammten von jungen Menschen zwischen 11 und 20 Jahren.

Liste der letzten 10 Kandidaten (alphabethisch geordnet):

Checkst du“ – Wird genutzt, um sicherzugehen, dass das Gegenüber wirklich versteht, worum es gerade geht. Diese neue Variante des „Verstehst du?“ steht meist am Ende eines Satzes, um nachzufragen, ob der oder die andere überhaupt zugehört hat.

Das crazy“ – Dieser Ausdruck wird als Allzweckwaffe der Sprachlosigkeit genutzt. Er wird immer dann verwendet, wenn jemand nicht weiß, was er sagen soll, keine Lust hat zu antworten oder einfach nur höflich bleiben will, um das Gespräch am Laufen zu halten. Er ist somit vergleichbar mit einem „Aha, cool“ oder „Okay“.

Digga(h)“ – Ein klassisches Slangwort als Synonym für Bro, Bruder, Freund und Freundin oder einfach irgendeine Person. Funktioniert auch als Anrede, Ausruf oder Reaktion und ist damit locker, direkt und universell einsetzbar.

Goonen“ – Ein Slangwort für Selbstbefriedigung. Ursprünglich wurde es benutzt, wenn es nicht bei einer kurzen Handlung blieb, sondern auf eine Dopaminsucht schließen ließ. Inzwischen wird es als allgemeines Synonym genannt. (Anmerkung des Langenscheidt-Gremiums: Für uns gehören auch sexuelle Begriffe zur Jugendsprache. Wir möchten transparent damit umgehen, aber auf Risiken hinweisen. Langes Selbstbefriedigen kann eine Dopaminsucht begünstigen und zu einer ungesunden Beziehung mit der eigenen Sexualität führen.)

Lowkey“ – Der Begriff bedeutet so viel wie „ein bisschen“, „unauffällig“ oder „unterschwellig“. Er wird benutzt, um etwas auszudrücken, ohne dabei zu dramatisch zu wirken – beispielsweise, wenn es um Gefühle geht, Ansichten oder auch Geschmäcker.

Rede“ – Meint „Lauter! Alle sollen es hören!“ und wird genutzt, wenn jemand genau das ausspricht, was alle fühlen und denken. Diese Zustimmung mit Nachdruck ist besonders beliebt in Gesprächen – und wenn man merkt: „Der hat gerade komplett delivert!“

Schere“ – Ein Begriff, der aus der Gaming-Szene kommt und ebenso wie „Diggah“ bereits im letzten Jahr in den Top 10 war. Er wird genutzt als digitaler Handschlag, der ausdrückt „Mein Fehler!“. Wer Mist baut und dazu steht, hebt metaphorisch die Schere. Im Fußball wäre dies die gehobene Hand zur Entschuldigung nach einem Foul.

Sybau“ – Ein Wort, das süßer klingt als es gemeint ist. Es steht für „Shut your bitch ass up“ und wird gerne in Videos und Kommentarspalten geschrieben. Ältere Generationen sagten noch „Halt die Fresse“ – wobei sybau im Gegensatz dazu auch durchaus ironisch und mit Augenzwinkern rüberkommen soll.

Tot“ – Ein Begriff, der etwas oder eine Situation beschreibt, die komplett daneben ist – oder einfach lahm, peinlich oder unbeabsichtigt uncool. Beispiel: Stehst mit Freundinnen auf ‘ner Homeparty, Musik leise, alle sitzen am Handy. Tot.“

Tuff“ – Ein Slangwort, das für „krass“ oder „cool“ steht. Es ist damit eine positive Art zu sagen, wie beeindruckt man ist. Ob Aussehen, Skills oder Aktionen – „tuff“ passt immer, wenn es richtig „ballert“.

Das Gewinner-Jugendwort 2025 wird am 18. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verkündet.

Kommentar

Die Vorschläge für das Jugendwort 2025 spiegeln aktuelle Trends der Jugendsprache wider, von englischem Slang über Gaming-Ausdrücke bis hin zu humorvollen oder provokativen Eigenkreationen. Der Langenscheidt-Verlag stellte in seiner Ankündigung im Internet die Frage:

Warum das Ganze überhaupt?Weil Sprache sich ständig verändert und weil Jugendwörter zeigen, was gerade Gen Z und Gen Alpha fühlen, denken und feiern. Sie sind mehr als nur lustig: Sie sind Sprachkultur. Und ein bisschen Rebellion“.

Im Norddeutsche Rundfunk konnte man auch andere Kandidaten als die zehn oben angeführten Wörter finden: Bomboclat, GYAT, flexen, hustlen, No Cap, Red Flag.

Das Jugendwort eines Jahres wird seit 2008 gewählt. Unter den Vorschlägen für 2013 fand sich in der Endrunde auch die Endokrinologie mit „hormongeflashed“ (1), im Jahre 2023 gewann „Goofy“ (2) und 2024 Aura“ (3).

Wie der Kulturchef der Westdeutschen Allgemein Zeitung, Jens Dirksen   kommentierte, besteht „der Sinn von Jugendwörtern gerade in der Unverständlichkeit für Erwachsene“ (2).

Helmut Schatz

Literatur

(1) Helmut Schatz: „Hormongeflashed“ – Endokrinologie schlägt Kardiologie
DGE-Blogbeitrag vom 30.11.2013

(2) Helmut Schatz: Zum 11. 11., 11.11 Uhr: Goofy ist das Jugendwort des Jahres 2023.
DGE-Blogbeitrag vom 11. November 2023

(3) Helmut Schatz: Yurr, ey Digga, hast Du aber Aura! Zu Silvester und ins Neue Jahr mit den Jugendwörtern des Jahres 2024
DGE-Blogbeitrag vom 31. Dezember 2024

Posted on by Prof. Helmut Schatz
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