Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Werden Sie Professor an einer europäischen Hochschule – auch ohne Habilitation und ohne lange Wartezeiten! Auch ohne Promotion kann man Professor h.c. / Dr. h.c werden


Bochum, 17. August 2018,

im tiefsten Sommerloch:

Am 8. August 2018 erhielt ich auf meinem Faxgerät die unten abgedruckte Einladung, Professor an einer „Universität in einem westlichen Nachbarland“ zu werden. Unterzeichnet nicht mit Namen, sondern mit  „Ihre akademischen Uni-Berater“.  Selbst von dem ständigen Wohnort aus sei die Tätigkeit an der Universität mit nur geringem Zeitaufwand  möglich.

Dass man schon seit vielen Jahren  „Professor h.c.“ an eine Universität in einem Land der Europäischen Union durch Zahlung eines kräftigen Beitrags werden kann, weiß ich definitiv (der Name des betreffenden deutschen promovierten Kollegen ist mir bekannt). Gemäß dem jetzigen Fax aus Großbritannien ist dafür nicht einmal eine Promotion unabdingbar. Man kann auch „Dr.h.c“. werden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, so kann man also auch zu akademischen Ehren kommen! Ohne Namensnennung bitte: Kennt jemand von Ihnen auch Personen, die einen auf diese Weise erworbenen (gekauften) Titel (Professor h.c. oder Dr. h.c.)  bei uns in Deutschland führen?

Helmut Schatz

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Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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2 Antworten auf Werden Sie Professor an einer europäischen Hochschule – auch ohne Habilitation und ohne lange Wartezeiten! Auch ohne Promotion kann man Professor h.c. / Dr. h.c werden

  1. Univ.-Prof. Dr. Klaus Ehrenberger sagt:

    Lieber Helmut, vor gut 20 Jahren versuchte ein Mitarbeiter von mir, über eine Schweizer „Privat“Universität“ um viel Geld zu entsprechenden „Ehren“ zu kommen. In seiner Naivität bat er mich um meine Meinung über die Sinnhaftigkeit so einer sündteuren Investition. Meine Antwort kannst Du Dir vorstellen. Er war auch nachher ein weiterhin sehr wertvoller, pragmatisierter, titelloser Systemerhalter der Klinik mit begrabenen akademischen Flausen bis zu seiner Pensionierung.

    Univ.-Prof. Dr. Klaus Ehrenberger,
    emer. Vorstand der HNO-Klinik der Universität Wien

  2. Meinhardt sagt:

    Lieber Herr Schatz, das erinnert mich an die Zeiten „vor der Wende“ in denen man aus Staaten jenseits des Eisernen Vorhanges derartige Offerten, geschrieben auf holzigem Papier mit Rotem Stern, erhielt – allerdings sozusagen gegen Ablassung einer kleinen Gebühr.

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