Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Wieviele Endokrinologen/Diabetologen arbeiten in Deutschland?


Bochum, 16. April 2019:

Internisten

Ende 2018 arbeiteten nach der Statistik der Bundesärztekammer (1)  in Deutschland  701 Endokrinologen/Diabetologen (154 mit Fachgebietsbezeichnung, 527 mit Schwerpunktsbezeichnung und 20 mit Teilgebietsbezeichnung). Den Spitzenreiter unter den Internisten stellten die Kardiologen  (7.275),  gefolgt von den Gastroenterologen (3.910),  Nephrologen (2.705), Pneumologen (2.579) und  Rheumatologen (1.032). Am unteren Ende rangierten nach  der Endokrinologie/Diabetologie nur noch die Geriatrie (142) und die Infektiologie (10). Insgesamt gab es 54.982 Internisten, davon 33.110 ohne spezielle Bezeichnung.

 Ärzte insgesamt

 Im Jahre 2018 waren in Deutschland insgesamt 392.402 Ärztinnen und Ärzte berufstätig. Das ist bei 82.5 Millionen Einwohnern 1 Arzt pro 210 Einwohnern, die höchste bisherige Zahl an Ärzten in Deutschland. Sie liegt um 1.9% höher als im Vorjahr. Von diesen ~400.000 Ärzten waren  ambulant 157.288 tätig und im Klinikbereich 201.811. Dazu kommen noch 33.303 Ärzte, die in Behörden, Körperschaften und anderweitig beschäftigt sind. Die meisten Fachärzte stellten die 54.982  Internisten (ambulant  26.798 und in Kliniken 24.763), gefolgt von 43.697 Allgemeinmedizinern (37.597 bzw. 2.369),  37.853 Chirurgen inklusive Orthopäden (12.340 bzw. 22.988), 24.970 Anästhesiologen  (4.247 bzw. 18.801), 18.622 Gynäkologen und Geburtshelfern (11.753 bzw. 6.35) und 14.999 Pädiatern (7.527 bzw. 6.163). Als Orthopäden und Unfallchirurgen wurden 10.611 Ärzte ausgewiesen (3.341 bzw. 6.929). Am untersten Ende rangierten die 584 Transfusionsmediziner (112 bzw. 324) und 263 Rechtsmediziner (18 bzw. 153).

Die meisten Ärzte (115.466) trugen keine Gebietsbezeichnung (14.909 bzw. 89.927).

Kommentar

 Des Öfteren wird auf verschiedenen Ebenen einschließlich DGE-Vorstandssitzungen gefragt und diskutiert, wie viele Endokrinologen und Diabetologen es denn in Deutschland gebe und wie viele davon als niedergelassene Ärztinnen und Ärzte tätig sind. Nach der Statistik 2018 der Bundesärztekammer sind es insgesamt etwa 700. Angaben darüber, wie viele davon in Kliniken oder in der freien Praxis bzw. in Praxisverbünden (Medicover,  Endokrinologikum u.a.) tätig sind, waren mir nicht zugänglich. Jedenfalls sind nach meiner Erfahrung,  jetzt als niedergelassener Arzt in der freien Praxis im Bochum tätig, die Wartezeiten für einen Termin bei einem Endokrinologen oft monatelang. Wie sich die Endokrinologie (im engeren Sinn, ohne die Diabetologie) in Zukunft weiterentwickeln wird, ist schwer vorherzusehen und hängt von mehreren Faktoren einschließlich der Erteilung einer Laborzulassung ab. Befürchten muß man, dass die Situation für eine fachkundige Betreuung der Bevölkerung keineswegs besser werden wird.

Helmut Schatz

Literatur

Bundesärztekammer: Ärztestatistik 2018

Bitte kommentieren Sie diesen Beitrag !

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Permalink.

2 Antworten auf Wieviele Endokrinologen/Diabetologen arbeiten in Deutschland?

  1. Sigrun Merger sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Schatz,
    vielen Dank für die Daten, hier wäre es auch wichtig zu wissen, wie häufig endokrine Krankheitsbilder vorkommen (Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen sind ja sehr häufig, die anderen wohl seltener) und hier wäre die Statistik interessant, wie viele endokrinologisch/diabetologisch erkrankte auf einen Endokrinologen/Diabetologen kommen und wie das Verhältnis für Herzpatienten und Gastroenterologische Patienten im Vergleich zu den entsprechenden Fachärzten aussieht.
    Diese Statistik wäre dringend erforderlich, um am Weiterbildungskonzept in Deutschland etwas zu ändern.

    • Helmut Schatz sagt:

      Sehr geehrte Frau Merger, das können Sie selbst in Büchern und im Internet nachlesen. Unser Blog berichtet über aktuelle neueste Publikationen und Zahlen und nicht über seit Jahren und Jahrzehnten bekannte Tatsachen. In 1 oder 2-3 Jahren ändert sich kaum etwas in der Endokrinologie, anders als etwa bei Infektionskranheiten mir ihren Epidemien.

Bitte kommentieren Sie diesen Beitrag!

- Kommentare sind auf 1000 Zeichen beschränkt.
- Wir schätzen eine wissenschaftlich-sachliche Diskussion.
- Bei erbetenen 'Fernberatungen' hat der Leser zu entscheiden, inwieweit er seine persönlichen Daten öffentlich bekanntgeben möchte (Datenschutz!)

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 Verbleibende Zeichenanzahl

Mit dem Absenden des Formulars erklären Sie sich mit der Verarbeitung der übermittelten Daten einverstanden. Details hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.