Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Patient mit erniedrigtem Testosteronspiegel


ENDOKRINOLOGISCHES DISKUSSIONSFORUM

Bochum, 3. November 2015:

Die Gabe von Testosteron wurde in den letzten Monaten auch in unserem Blog eingehend besprochen. Da der Zuspruch zu den bisherigen drei ENDOKRINOLOGISCHEN DISKUSSIONSFOREN sehr lebhaft war, soll die Problematik „Testosteron“ in einem 4. Beitrag diskutiert werden.

Fallbericht von Frau Dr. med. Cornelia Jaursch-Hancke, Wiesbaden:

Anamnese: Selbständiger Kraftfahrzeughändler, 21 Jahre alt, klagt über Gewichtszunahme, nachlassende Libido und Konzentrationsmangel. Er sucht einen Urologen auf, der „typische Symptome eines Testosteronmangels“ diagnostizierte und Testosteron verschrieb. Der Patient wollte noch eine 2. Meinung hören und ging zur Endokrinologin Frau Dr. Jaursch-Hancke.

Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich ihr ein Patient von normal-männlichem Habitus, keine Änderung des Rasierverhaltens, Bauchumfang 108 cm bei 1.80m Körpergröße und 98 kg Gewicht, BMI 30,2 kg/m2. Keine Gynäkomastie. Penis normal groß, Hoden bds. 20 ml von normaler Konsistenz. Normale Genitalbehaarung.

Laborwerte:  Nüchternblutzucker 115 mg/dl / 6,5 mmol/l, HbA1c 6,4%, HOMA-IR 9,2 (<2.5). Gesamttestosteron 2,36 ng/ml (2,5 – 8,4). Gonadotropine (LH, FSH): niedrig-normal.

Vorgehen?
Weitere Untersuchungen? Welche?
Therapie?

Bitte um lebhafte Diskussion!

Helmut Schatz

Publiziert am von Dr. Ulrike Schatz
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66 Antworten auf Patient mit erniedrigtem Testosteronspiegel

  1. Prof.Klaus-Henning Usadel sagt:

    Gewichtabnhame !

  2. Prof.Klaus-Henning Usadel sagt:

    Gewichtabnahme!!!

  3. Bensan sagt:

    Es liegt offensichtlich ein metabolisches Syndrom vor. In vielen Faellen des metabol. Syndroms wird ein eher erniedrigter Gesamt-Testosteronspiegel gefunden, der durch Gewichtsreduktion mit der Zeit zumindest verbessert, wenn nicht behoben werden kann. Mit der Testosteron-Gabe wuerde ich zum jetzigen Zeitpunkt zurueckhaltend sein. Ausserdem koennte ich mir vorstellen, dass das freie Testosteron noch im (niedrig-) normalen Bereich liegen kann. Gestoerte Proteinbindung / -dissoziation ?

  4. Stephan Scharla sagt:

    Ich würde noch den Prolaktin-Spiegel messen. Hypothalamisch-Hypophysäre Ursache durchaus möglich.

  5. S. Zimny sagt:

    Ebenso würde ich die Bestimmung des Prolaktins durchführen, zudem das SHBG zur Abschätzung des FAI. Liegen klinische Zeichen eines Hyperkortisolismus vor?

    Therapeutisch: Lebensstilmodifikation mit Gewichtsreduktion.

  6. Nemo sagt:

    Gewichtsabnahme und Sport wäre die erste Maßnahme. Wenn man will, kann man – in Anlehnung an den Blogbeitrag über Enclomiphen-Zitrat – bei unerfülltem Kinderwunsch ein Spermiogramm anfertigen, auf jeden Fall aber (einen Parameter für) das freie Testosteron. Keinesfalls sofort Testosterongabe.

  7. Friedrich Jockenhövel sagt:

    Herr Usadel und Herr Scharla haben völlig recht!
    Bei dem Patienten liegt ein sekundärer Hypogonadismus vor, der eine endokrinologische Abklärung erfordert. Also meiner Meinung nach Hypophysenfunktionstest und Bildgebung (MRT zum Ausschluß einer Raumforderung, z.B. Craniopharyngeom, Adenom etc.). Bei intakter Hypophysenfunktion und Ausschluß einer Raumforderung steht die Therapie des metabol. Syndroms im Vordergrund: Gewichtsabnahme!

  8. Observer sagt:

    Sehr geehrter Herr jockenhövel, auch dann, wenn – der am besten gleich initial bestimmte -freie androgenindex im referenzbereich liegt also SHBG sehr tief ist?

  9. Michael sagt:

    Ich habe in den Jahren festgestellt. Wenn männl. Kunden von mir mit ihrem Körperfettanteil unter 20% kommen, steigt der Muskelzuwachs progressiv (Krafttraining vorausgesetzt). Bei einem BMI von 30 und einem Bauchumfang von 108cm (100cm sollte das Maximum sein), kann man erstmal alle „natürlichen“ Möglichkeiten ausschöpfen, bevor man Testosteron verabreicht.

  10. Dr. C. Jaursch-Hancke sagt:

    Vielen Dank für die zutreffenden Kommentare. Selbstverständlich reicht das Gesamttestosteron nicht aus um eine Diagnose zu stellen oder gar therapeutische Konsequenzen zu ziehen . SHBG mit Berechnung des freien Androgenindexes und/oder freies Testosteron n.Vermeulen(dazu muss Albumin mit bestimmt werden ) sind notwendig . bei dem vorliegenden Pat.fanden sich Normalwerte für freies T und Androgenindex.
    Also lag bei diesem Pat.kein Hypogonadismus vor , lediglich metabolische Störungen , die durch Gewichtsabnahme und allgemeine Maßnahmen behandelt werden und sicher nicht durch Testosterongabe.
    Die Bestimmung von PRL und weiteren hypohysären Partialfunktionen sowie MRT Hypophyse wären sicher sinnvoll gewesen , wenn tatsächlich ein sekundären Hypogonadismus vorgelegen hätte.
    Dr. C. Jaursch-Hancke

  11. Ergänzung zur Labordiagnostik :
    Die Leitlinien der Endocrine Society zur Testosterontherapie(1) empfehlen zunächst die Bestimmung des Gesamttestosteron, dann die Wiederholung von Gesamttestosteron wegen der intraindividuellen Schwankungen und der Laborproblematik.
    Gleichzeitig wird dazu geraten bei vermutetem erniedrigtem oder erhöhtem SHBG ergänzend freies Testosteron oder „bioavailable“ Testosteron zu bestimmen.
    Wann SHBG Abweichungen zu vermuten sind ist einer Tabelle zu entnehmen: neben moderatem Übergewicht ,Diabetes mellitus bis einfach „Aging“ sind weitere Krankheiten gelistet.
    Also empfielt es sich bei jedem älteren Mann sowie bei jedem Mann unabhängig vom Alter , der übergewichtig ist oder metabolische Störungen aufweist eine zusätzliche Labordiagnostik durchzuführen.
    Da die Messung des freien Testosteron und/ oder des biologisch aktiven Testosterons aber analytisch in der Routine noch problematischer sind als Gesamttestosteron, haben sich die oben aufgeführten Parameter , also die ergänzende Bestimmung des SHBG und ggf auch Albumin, bewährt.
    Ob dabei der errechnete freie Androgenindex dem errechneten freien Testosteron nach Vermeulen gleichwertig ist , ist noch Gegenstand der Diskussion.

    1 S.Bhasin et al ,JCEM June 2010, Vol 95(6):2536-2559

  12. evtl. Betroffener sagt:

    Hallo,
    habe eine ähnliche Problematik und bräuchte Meinungen. Ich bin m, 38 Jahre alt BMI ca. 29 (mache aber mind. 2x wöchentlich Sport) und leide unter schwerer OAT (= unerfüllter Kinderwunsch, ICSI geplant)

    Vorerkrankungen: Diabetes mellitus (seit 25 Jahren), Niere links fehlt seit Geburt, grenzwertige Herzleistung, Bluthochdruck, (leichte) Panikattacken, ständige Müdigkeit

    Wegen des Kinderwunsches wurde an 2 Terminen Hormonwerte bestimmt. Hier die auffälligen:
    – Prolaktin 1 mal zu hoch, 1 mal normal
    – Testosteron 3.32 / 4.7 ug
    – SBGH 55 mmol
    – FAI ca. 20 (nur beim ersten Test bestimmt)!
    – Östradiol 66ng
    – Gesamt PSA 1.1 ug

    Könnt Ihr mir ein paar Empfehlungen geben? Wie soll ich wegen der Hormonwerte weiter vorgehen ?

  13. evtl. Betroffener sagt:

    Ergänzung:
    Genitalien normal, keine Gynäkomastie

  14. Nemo sagt:

    Bitte bei allen Laborwertangaben keine reinen Zahlen oder nur microgramm usw. ohne Betzug auf das Volumen, sondern die komplette Dimension mit Referenzbereich des Bestimmungslabors. Z.B. …ng/dl, Norm …. bis …., oder mmol/L, Norm …. bis … .
    Mit Ihren nackten Zahlen kann man nichts anfangen.Norm .

  15. Endokendo sagt:

    Auch hier ein ähnlich gelagerter Fall mit der Bitte um Diskussion:

    Patient:
    m36, 175cm, 83kg, BMI 27 kg/m2, Taillenumfang 102 cm, Puls 51/min, RR 130/81 mmHG, guter AZ,
    Hodentorsion li/re in 2011 operiert

    Symptome:
    stark verminderte Libido und ausgeprägte ED, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Haarausfall

    Weitere Untersuchungen, Therapie? Testosterongabe?

    bisherige Diagnosen:
    Autoimmunthyreopathie, Euthyrose, Ausschluss Hyperprolaktinämie und Hypogonadasmus

    Labor:
    Cholesterin gesamt leicht erhöht
    HDL-Cholesterin und Vitamin D (25-OH) leicht erniedrigt
    Anti-TPO 46,3 IU/l (Ref. <35)
    TSH-Ak 2,68 IU/l (0-0,099, Cutoff 1,00, kontrollierter Wert!)

    LH 5,04 U/l (4-10)
    FSH 2,57 U/l (1,27-19,3)
    Prolaktin 7,09 ng/ml (5-14)
    Teststeron 3,51 ng/ml (2,7-10,7)
    SHBG 21 nmol/l (13,2-89,5)
    FAI 57,8 (15-95)
    Cortisol, bas. 68,2 ng/ml (20-120)

    Testosteron in Voruntersuchungen 2,99 ng/ml und 3,46 ng/ml

  16. Helmut Schatz sagt:

    Sie haben einen guten freien Androgenindex bei Testosteron noch im Referenzbereich und keine erhöhten Gonadotropine. Also KEIN Testosteron, auch nicht beri Zustand nach Hodentorsion. Der Urologe soll nachsehen, wie groß die Hoden jetzt sind und wie Ihr Spermiogramm ist. Die verminderte Libido und die erektile Dysfunktion haben wohl andere Ursachen (da gibt es viele wie Partnerschaftliche, familiäre, chronischer Stress im Beruf usw. usw.).

  17. Endokendo sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Schatz,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ein ähnliches Feedback habe ich bereits von meinem Hausarzt und Urologen erhalten. Auch eine stationäre psychosomatische Behandlung 1-2 Jahre nach der Torsion hat keinerlei Besserung gebracht. Im Gegenteil, die einjährige Medikation von Mirtazapin hatte sogar vieles verschlimmert. Lediglich die Schlafprobleme wurden etwas besser.

    Als Laie stimme ich Ihnen völlig zu, die Laborwerte in Sachen Hormone sehen normal aus, bzw. sind evtl. etwas erniedrigt. Allerdings habe ich wirklich nun seit 5-6 Jahren fast alle Symptome, die typisch für einen Testosteronmangel sind. Selbst intensives Training (Ausdauer und Kraft) mit 20kg Gewichtsabnahme hat zu keinerlei Muskelaufbau geführt. Meine Schlafqualität ist eine Katastrophe, ich schlafe gut ein und auch durch, bin aber morgens völlig erschöpft. Zudem bin ich der einzige Mann in meiner Familie, der so früh mit starkem Haarausfall zu kämpfen hat.

    Auch die Einnahme von Tadalafil bzw. Sildenafil hilft nur wenig gegen die ED, was mich noch nachdenklicher macht. Libido bzw. Trieb sind fast nicht mehr vorhanden.

    In die psychische Richtung gehe ich definitiv nicht mehr, da ich das Gefühl habe, dass man hier eher etwas eingeredet bekommt und schnell medikamentös eingefriffen wird.

    Inwiefern meine Schilddrüse hier eine Rolle spielt, vermag ich auf Basis der bisherigen Diagnosen nicht beurteilen.

  18. Ratsuchender sagt:

    Bitte um Ratschläge und zweite Meinung!

    Patient: 33J. seit 20J Typ1 Diabetes.177cm groß, ca. 84kg schwer.
    Symtome: Panikattacken, Angst, Verwirrung, Vergesslichkeit. Libido recht schwankend, mal sehr stark (besonders bei viel Sport – Kraftsport und Joggen) – bei wenig Sport wirds weniger.
    Labor:
    Parameter                Norm.   08.01.19 – Uhrzeit 14.30 Uhr

    ACTH ng/l                 |0-0     17,00  
    Albumin g/dl          |3,5-5,2      4,49  
    Vitamin B12 mg/l      |180-914       626  
    Ery. M/µl             |4,4-5,9      4,90  
    Hb g/dl             |13,5-17,8     15,60  
    HBE pg                  |28-33     31,80  
    HKT l/l              |0,4-0,53      0,44  
    Leukozyten k/µl      |3,9-10,9      6,30  
    MCHC g/dl               |33-36     35,10  
    MCV fl                  |80-96     90,50  
    Throm. k/µl           |140-330    203,00  
    Calcium mmol/l       |2,2-2,65      2,51  
    Calcium kor., mmol/l |2,2-2,65      2,39  
    CaPhosProd. mmol2/l2   |0-4,44      2,54  
    Cholesterin mg/dl       |0-199    248,00 
    Cortisol ng/ml            |0-0    119,50  
    DHEA-S µg/dl          |200-600    498,60  
    E2 pg/ml              |0-46,99     20,00
      
    FAI                     |15-95     17,30  

    Eisen µg/dl            |70-180        79  
    Ferritin ng/ml         |21-390        36  
    FSH U/l              |1,3-12,5      6,39  
    FT3 pmol/l              |3,3-6      5,08  
    FT4 pmol/l             |7-21,1     12,40  
    eGFR ml/min/1,73 m² |90,01-999    > 60,0  
    GGT U/l                |0-54,9     13,90  
    GOT U/l                |0-49,9     32,70  
    GPT U/l                |0-49,9     30,10  

    Testosteron ng/ml    |2,7-10,7      4,85  

    HbA1c %                 |0-6,5      6,90 
    HbA1c mmol/mmol       |0-46,45     52,00
    HDLCholesterin mg/dl   |40-200     72,60  
    HoloTC pmol/l          |25-165    221,00 
    IGF-1 µg/l            |100-300    124,30  
    Inhibin B ng/l         |25-325    150,50  
    Kalium mmol/l         |3,5-5,1      4,05  
    Kreatinin mg/dl     |0,72-1,18      0,76  
    LDL-Cholesterin         |0-130    122,00  
    LH U/l                 |2,5-10      5,51  
    Anti-TPO IU/ml        |0-34,99      0,80  
    Na mmol/l             |135-145    139,00  
    Phosphat mg/dl        |2,6-4,5      3,14  
    Prolaktin ng/ml    |2,64-13,13      2,81 

    SHBG nmol/l         |13,2-89,5     97,00 

    hTG ng/ml             |1,59-50      5,19
    TgAAk IU/ml             |0-3,9     < 0,9  
    Transferrin mg/dl     |200-360    241,00  
    TFS %                   |16-45     23,00  
    Triglyceride mg/dl      |0-150    100,00  
    TSH mIU/l            |0,34-4,2      1,43  
    TRAK IU/l             |0-0,099    < 0,10  
    Vitamin D ng/ml        |20-100     37,50

    —————-
    Für mich als Patient ist mein Testosteronwert auffällig, da er gesunken ist. (dieser war vor 3 Jahren noch auf 7.02 ng/ml – Uhrzeit der Messung war gegen 8.00 Uhr morgens) und derzeit der FAI Wert, da er an der unteren Grenze liegt. Und ebenso der dazugehörige SHBG Wert. Der Arzt meinte es sei alles ok. Ist es normal, dass der Testowert so stark sinkt und der FAI SO niedrig ist?
    Bitte dennoch um weitere Kommentare und Meinungen.
    Danke im Vorraus

  19. Helmut Schatz sagt:

    Ihre geschilderten Symptome haben mit vermuteten Hormonstörungen nichts zu tun. Testosteron und Freier Androgen-Index (FAI) sind bei Ihnen normal. Die Spiegel von Testosteron können schwanken. Ihre Symptome sind typisch für psychische Störungen. Aber gewiß waren Sie schon bei einem Psychiater – oder?

  20. Ratsuchender sagt:

    Danke für die schnelle Antwort. Ja ich bin in Behandlung und es zeigt auch Wirkung :)

    Noch einmal zum allgemeinen Verständnis, was die Hormone angeht:
    Ist es „besser“ wenn FAI / SHBG unten oder oben ist? FAI steht doch für das freie Testosteron im Blut, was sozusagen der Organismus dann nutzt oder?

  21. Helmut Schatz sagt:

    Am besten gar nicht messen lassen. „Normal ist normal“. Es gibt ja auch die bei Testosteron bekannten Tagesschwankungen . Beim FAI ist es innerhalb des Referenzbereichs auch praktisch egal.

  22. RATSUCHENDER sagt:

    Wie sieht es mit DHT aus? Wie wichtig ist dieser Wert und wie kann ich den berechnen bzw. muss er isoliert gemessen werden?

  23. Helmut Schatz sagt:

    Ich messe DHT bei meinen Patienten nie.

  24. Max sagt:

    Mit der Bitte um eine Einschätzung zu folgendem Fall:

    bin m, 22 J., 185 cm, 80 kg, 82cm Bauchumfang, treibe Sport
    Symptome: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen, schlechter Muskelaufbau (trotz guten Trainings und guter Ernährung), starkes Schwitzen, leichte Gynäkomastie (radiologisch untersucht und unbedenklich)

    FSH: 0,0 – 6,0 1,7 mIE/ml
    LH: 1,7 – 8,6 5,8 mlU/ml
    Prolaktin: 4,04 – 15,20 9,30 ng/ml
    Testosteron: 2,49 – 8,36 3,080 ng/ml
    Freier Androg. 15 – 95 24,2
    Dihydrotesto. 250 – 990 1195,9 pg/dl+
    STH: 0 – 1,23 0,16 ug/l
    IGF 1: 84 – 323 167,0 ng/ml

    rechts minimal vermindertes Hodenvolumen, links normwertiges Hodenvolumen. Hoden-Sonographie „ohne wegweisenden pathologischen Befund“.

    Meine Fragen:
    1. Ist der FSH-Wert (zu) niedrig?
    2. Ich habe gelesen, dass die Hirnanhangsdrüse zusammen mit dem Hypothalamus auch den Wärmehaushalt reguliert. Könnte das mein starkes Schwitzen (mit-)erklären?
    3. Sollte ich meine Hypophyse untersuchen lassen?
    4. Die Hoden sind laut Untersuchung in Ordnung. Liegt der niedrige Testosteronwert am niedrigen FSH und somit evtl. in der Hypophyse begründet?

    Vielen Dank im Voraus.

  25. Wie ist Ihr Spermiogramm? Wenn das normal ist würde ich die Hormone "vergewsen". sagt:

    Ihre Hormonwerte sind alle +/- in Ordnung. Ihre Beschwerden dürften nicht von dem für Ihr Alter etwas niedrigen Testosteron kommen . FSH ist für die Spermienbildung zuständig , für die Leydigzellen, die das Testosteron bilden, ist es LH. LYH

  26. Helmut Schatz sagt:

    Der obige fett geratene Satz ist das Ende meiner Antwort. Ist am Smartphone durcheinander geraten. Helmu Schatz

  27. Max sagt:

    Ein Spermiogramm ist nicht erstellt worden. Ich soll in einem nun mehr 3/4 Jahr zur Verlaufskontrolle vorbeikommen, dann werde ich das mal ansprechen.

    Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort Herr Prof. Schatz!

  28. Maik sagt:

    Ich bitte um Eine Einschätzung zum vorliegenden Fall:

    Ich bin 36 Jahre, 1.92m, 95 Kg
    2008 akute Nebenhodenentzündung rechts, seitdem immer wieder Probleme/Schmerzen im Bereich Becken/Hoden/ Prostata. Die Schmerzen sind teilweise schlecht zu lokalisieren. Sehr Wetterabhängig. Über Jahre viele Antibiotikaverordnungen die immer nur kurzfrißtig mir Ruhe verschafften.

    2011 hat sich bei mir eine Gynäkomastie entwickelt.
    Bei einer Blutuntersuchung wurde dann ein sehr geringer Testosteronwert von 1.6 (Norm 3.5-8.5), fesgestellt, alle anderen Werte waren in Normbereich.

    Trotz Testosteronwert von 1.6, war Bartwuchs, Lebido, und Muskelaufbau jedoch normal vorhanden, Libido sogar gut. Jedoch bin ich seit meiner Nebenhodenentzündung sehr träge geworden, erledige nur noch wichtige Sachen im Alltag, Mehrarbeit stresst mich nur noch und mein Wohlbefinden ist nicht das schönste.

    2011-2015 wurde mir alle 8-10 Wochen Nebido verabreicht was ich dann absetzte, da ich Augenflimmerm bekam, was mir große Angst bereitete.

    Bis jetzt lebe ich ohne Testosterontherapie.

    Merke jetz zunehmend das ich immer beqemer werde und mit Stress noch schlechter umgehen kann.
    An einem 20:15 Film ist nicht mehr zu denken, da schlafe ich schon beim Vorspann ein.
    Auch habe ich in letzter Zeit gehäuft Gliederschmerzen, teilweise sehr heftig. Zudem schwitze und friere ich im Wechsel.

    letzter gemessener Testosteronwert am 05.04.2019 lag bei 1.9 (3.5-8.5 Norm)

    Nun überlege ich ob ich mir wieder Spritzen geben lasse.

    Meine Frage dazu wäre: Kann das Augenflimmern eine Nebenwirkung vom Nebido sein? Sind die gehäuften Gliederschmerzen ein Symptom vom Testosteronmangel?
    Im Internet lese ich immer nur von schlechter Lebido oder Antriebslosigkeit.

    Würden Sie in meinen Fall Testosteron verabreichen?

    Ich würde mich herzlichst bedanken wenn ich ein Feedback erhalte.

  29. Helmut Schatz sagt:

    Das müssen Sie mit Ihrem Arzt besprechen, am Internet ist das nicht möglich. Nur soviel: Augenflimmern habe ich bei allen meinen Nebido-Patienten nie berichtet bekommen. Ein niedriger Gesamt-Testosteronwert allein genügt nicht. Man bestimmt ein Maß für des bioaktive Testosteron und nimmt dazu i.d.R: den „Freien Androgen-Index“. Wenn dieser auch erniedrigt ist, ist in der Regel Testosteronzhufuhr angezeigt.

  30. RRicky sagt:

    Hallo. Ich bin 39 Jahre alt, 190cm groß, männlich und 102 kg schwer. Seit mehreren Jahren leide ich an Depression, Erschöpfung, Konzentrationsstörung,Gedächtnisprobleme, Haarausfall,Muskelschwäche, Nervenkribbeln und taubheitsgefühlen in den Fingern und Zehen.. Selbst ein 9 wöchiger Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik und verschiedenste Antidepressiva ( zur Zeit Mirtazapin und Escitalopram) brachten bis jetzt keine Besserung. Ein Besuch beim Endokrinologen brachte einen Testosteronmangel ans Licht. Der Wert war bei 1,5ng/ml. Eine zweite Messung 3 Wochen später bei einem Urologen der auch die Hoden untersuchte war bei 1,67ng/ml. Die dritte Messung beim Hausarzt war bei 2,12ng/ml.Weitere Blutergebnisse die außer dem Referenzbereich waren oder nur knapp innerhalb
    Lymphozyten absol. 3,5 (Referenz 1,2-3)
    Eosinophil absol. 0,47 (0-0,4)
    Holotranscoba 181 (25,1-165)
    Natrium 146 (135-145)
    anorg. Phosph 4,61 (2,7-4,5)
    Creatinkinase 251 (0-170)
    Vitamin D 26,4 (30-100) ==> trotz regelmäßiger Einnahme von Vitamin D Kapseln
    DHEAS 280 ug/dl(0-0?)
    FSH 3,7(1,3-19,3)
    LH 2,2 (4-10)
    Prolaktin 5,3 (5-14)
    IGF-1 278,9 (83,4-232,7)
    Zink 0,5 (0,7-1,5)

    Obwohl alle 3 Messungen einen Testosteronmangel bestätigen habe ich einen sehr starken Bartwuchs. Woher kommt das? Die Endokrinologin will jetzt eine Testosteronbehandlung beginnen. Mit welchen Nebenwirkungen muß ich rechnen? Kann ich darauf hoffen daß die Behandlung auch zu einer Besserung der Depression führt?
    Was kann ich sonst noch untersuchen lassen? Bringt eine Ernährungsumstellung was bei Testosteronmangel? Kann es auch sein daß die Testosteronwerte wegen der Depression oder der Antidepressiva so schlecht sind.
    Ich bin für alle Tipps dankbar!!!!!!!!!!!!!!!

  31. Maik sagt:

    Vielen Dank für die Antwort. Ich habe das Forum leider jetzt erst wiedergefunden.
    Mittlerweile erhalte ich im Abstand von 8 Wochen Nebido. Letzter gemessener Wert am Tag der Spritze: 4.0

    Meine letzte Spritze ist jetzt 2.5 Wochen her.

    In letzter Zeit habe ich gehäuft Gliederschmerzen und fühle mich nicht wohl.

    Könnten diese Gliederschmerzen Nebenwirkungen vom Nebido sein?

    Ich wäre Ihnen sehr dankbar für eine Rückantwort

    Nette Grüße
    Franke

  32. Helmut Schatz sagt:

    Gliederschmerzen unter Nebido habe nie berichtet bekommen.

  33. ¹Helmut Schatz sagt:

    Den Großteil Ihrer Beschwerden kann man NICHT durch das niedrige Testosteron. Wenn Ihr Endokrinologe Testosteron geben will, kann man das wohl versuchsweise m. E.tun. Nebenwirkungen? Kaum welche, die roten Blutkörperchen mit dem Hämatokrit können ansteigen. Das merken Sie selbst aber nicht, man kann es bei Blutbildkontrollen sehen. Der Urologe hat gewiß auch die Proststa kontrolliert, ob ein Prostatakarzinom vorliegt. Ein neues würde dadurch aber nach jeutigem Kenntnisstand nicht auftreten.

  34. Evtl. Betroffener sagt:

    Hallo, evtl. Betroffener. Symptome , Depressionen, Müdigkeit, erschwerter Muskelaufbau trotz 4-5 mal die Woche reinem Muskelaufbau (ca. 50min ), Fett primär an der Hüfte/Bauch, Libido stark schwankend. Gewicht 96 kg bei 1,88, trotz viel Sport und abwechslungreicher Ernährung. Erste Messung 2,66 ng/ml ohne SHBG und die zweite 2,33 ng/ml mit SHBG von 19 nmol/l, daraufhin Testogel täglich (62,5 mg) Gel verschrieben, im 3. Monat Besserung im Bereich der Müdigkeit/Kraft/Psyche. Aktuell abgesetzt für Endokrl. untersuchung, Ergebnis unauffällig. Letzte Werte lagen bei 2,87 ng/ml und SHBG 14,5 nmol/l und 2,55 ng/ml und 13,4nmol/l. Die letzen Werte wurden unter Home Offce in Corona Zeit mit erhöhtem Schlaf und Sport erfasst. Ich hab Angst dass ich bei schwankendem Einsatz beim Sport schnell wieder in einen Teufelskreis aus Depression und Motivationslosigkeit rutsche weil meine Werte im unteren Grenzbereich sind. Empfehlungen? Vielen Dank für alle Rückmeldungen!

  35. Evtl. Betroffener sagt:

    Noch eine Ergänzung, ich bin gerade 32 Jahre alt geworden.

  36. Helmut Schatz sagt:

    Sie haben ein wohl tiefes Gesamttestosteron und tiefes SHBG (ich kenne die Normgrenzen Ihres Labors nicht). Daraus sollte sich dann ein in etwa im Referenzbereich liegender Freier Androgen-Index ergeben. Der würde bedeuten, dass Sie ausreichend freies, d.h. aktives Testosteron haben. Da muß aber Ihr Endokrinologe entscheiden, ob Sie weiter Testogel nehmen sollten oder nicht. Auf jeden Fall muss geklärt werden, wie Ihr endokrinologischer Gesamttzstand ist (ggf. inclusive Spermiogramm etc.) Suchen Sie also einen / Ihren Endokrinologen auf.

  37. Evtl. Betroffener sagt:

    Hallo Herr Prof. Schatz,
    vielen Dank für Ihre Einschätzung! Endokrinologisch wurden zuletzt für LH 5,62 mU/ml, für FSH 2,69 mU/ml gemessen. Ich finde ja selbst, dass die erste Messung mit einem SHBG von 19 nmol/l und 2,33 ng/ml Gesamt doch etwas zu niedrig war, während die aktuellen Messung schon vertretbar wären. Allerdings habe ich auch nicht gerade eine Normalsituation unter Corona. Problematisch finde ich auch die wiederholten grenzwertigen Gesamttestestoronwerte, die mich absolut von guten SHBG Werten abhängig machen und wie soll das erst in ein paar Jahren werden wenn mein Wert weiter auf natürliche Weise absinkt? Ich habe all diese Bedenken auch meinem Arzt mitgeteilt und wir haben beschlossen dass ich jetzt erstmal probeweise nochmal 6 Monate die kontrollierte Substitution ausprobiere und schaue ob es wirklich deutliche Besserung bei meinen Symptomen bringt. Die Alternative wäre für mich die Einnahme von Antidepressiva, da bevorzuge ich doch erstmal Testostoron…

  38. Helmut Schatz sagt:

    Wenn der Freie Androgen Index in Ordnung ist, haben Sie genug biologisch aktives, freies männliches Hormon. Ihre Beschwerden können auch nicht von einem Testosteronmangel kommen. Wenn Antidepressiva von Ihrem Arzt diskutiert wirden (?), dachte er auch daran. „Lieber Testosteron statt Antidepressiva“, das ist doch keine Alternative.

  39. Evtl. Betroffener sagt:

    Hallo Herr Prof. Schatz,
    das war natürlich nicht die Aussage des Arztes, sondern meine Schlussfolgerung. Das freie Testestoron war ja auch bei mir nicht immer in Ordnung, bei einem SHBG von 19 nmol/l und 2,33 ng/ml kann man je nach Literatur durchaus von einem Mangel sprechen. DAzu habe ich auch Publikationen wie diese gelesen : https://www.rosenfluh.ch/media/arsmedici/2014/23/Testosteronmangel.pdf . Die Ergebnisse zeigen für mich klar an dass mein Werte absolut im unteren Bereich pendeln und viele meine Altersgenossen mit deutlich mehr TEstestoron durchs leben gehen. Deshalb habe ich abgewägt und erwarte über 3- bis 6 Monate niedrig dosiertes Testostoron weniger Nebenwirkungen mit der Hoffnung auf Besserung der Symptome als über die Einnahme von Antidepressiva. Wenn sich keine Besserung einstellt werde ich sofort die Therapie abbrechen. Da ich ansonsten körperlich absolut gesund bin habe ich das Risiko der Testostorontherapie akzeptiert.

  40. Evtl. Betroffener sagt:

    Im übrigen finde ich es problematisch dass für die Altersgruppen von 20 – 60 die gleichen Normbereiche in Sachen Hormone angenommen werden. Da ist doch irgendwie was schief wenn man gleichzeitig vom natürlichen Rückgang im Alter spricht. Vielleicht können Sie mich ja diesbezüglich etwas aufklären, falls Sie Lust haben. Das habe ich nämlich irgendwie nicht durchblicken können.

  41. Helmut Schatz sagt:

    Der langjährige „Andrologie-Papst“ und Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Andrologie sowie Past-Präsident der Europäischen Gesellschft für Endokrinologie, Prof. Eberhard Nieschlag, Münster hat in seinen Untersuchungen gefunden und publiziert, dass die Testosteronabnahme nach dem 30. Lebensjahr, entgegen den Tabellen der Laboratorien und in vielen Publikationen relativ gering ist und erst ab dem 65. Lebensjahr stärker zunimmt. Die Spiegelmessungen im Blut sind nicht alles. Jeder Mensch spricht auf Hormone individuell unterschiedlich an. Meine Empfehlung, ohne Sie genauer zu kennen und ohne Kenntnis aller Werte, aber nur, wenn Ihr Arzt einverstanden ist, den SIe fragen sollten: Lassen Sie das Testosteron versuchsweise 3-6- Monate weg. Sollten Sie tatsächlich Testosteronzufuhr benötigen, so würde so eine Pause (ein „Auslassversuch“) gewiß nicht schaden können.

  42. Evtl. Betroffener sagt:

    Hallo Herr Prof. Schatz,
    Danke für die Information! Ich hab von Okt. 19 bis Ende Dez. 19 das Gel erhalten und seit dem hab ich es ja abgesetzt um nochmal endokrinologisch untersucht zu werden, was ja von den Ergebnissen her unaufällig war. Also habe ich jetzt knapp 5 Monate lang ohne die Therapie gelebt, die Symptome sind nach wie vor vorhanden. Da ich mich im Dezember subjektiv besser fühlte, wollte ich halt jetzt doch nochmal dem Gel ein paar Monate eine Chance geben, um zu sehen ob es damals an etwas anderem lag oder tatsächlich an der Therapie. Ich glaube auch nicht mal dass ich durchgängig den Mangel habe, es gibt Zeiten in denen ich mich auch durchaus etwas besser fühle, aber ich mache schon alles an natürlich steigernden Methoden und habe dennoch immer wieder vor allem mit Müdigkeit und Antriebslosigkeit/Depressiven Phasen zu kämpfen, und das tatsächlich sehr grundlos. Ich sehe es als Versuch diese körperliche Ursache als Grund für die Depression auszuschließen.

  43. Evtl. Betroffener sagt:

    Noch eine Rückmeldung für Interessierte. Ich habe nochmals den Arzt gewechselt und kann nach 6 wöchiger Einnahme von Testotop Gel von einer Verbesserung in den Bereichen Müdigkeit und Libido berichten, die sich nach ca. 4 Wöchiger Einnahme einstellten. Daraus ergibt sich für mich auch tatsächlich eine Verbesserung in der Psyche, die ich aber auch einfach den anderen positiven Aspekten zuschreiben könnte. Entgegen der Behauptung eines anderen Artzes, ließen meine Werte durchaus die Übernahme der Therapie über die Krankenkasse zu. Ich werde noch weitere 6 Wochen das Gel nehmen und anschließend für weitere 3 Monate auf Nebido umsteigen und mich dann abschließend für die dauerhafte Therapie entscheiden oder halt auch nicht. Nach aktuellem Stand überwiegen für mich die positiven Aspekte, denn negatives habe ich nicht zu berichten.

  44. Nebidopatient sagt:

    Guten Tag Herr Prof. Schatz, ich bin seit 2014 in einer TRT wegen Testosteronmangels mit Nebido (Injektion alle 12 Wochen). Die TRT half mir auch bzgl. psychischen Problemen (soziale Phobie, mittlere Paniken) ganz gut. Nun haben sich die psychischen Probleme leider verstärkt, so dass mir mein Hausarzt deshalb Escitalopram 10mg verordnet hat. Da aus die TRT auf die Transporter & Serotoninbindung im Gehirn wirkt, wollte ich gerne wissen, ob sich die Medikamente vertragen oder ich Nebido vor Beginn der SSRI-Behandlung absetzen bzw. ausschleichen muss. ich freue mich über eine Nachricht von Ihnen.

  45. Helmut Schatz sagt:

    Da fragen Sie am besten Prof.Zitzmann, Münster. Er ist der Speziaist. Ich kann Ihnen die Frage nicht beantworten, (als endokrinologischer Generalist meine ich, dass es keine klinisch relevanten Interaktionen gibt, aber bitte den Fachmann fragen).

  46. Tom sagt:

    Hey,
    ich bin 20 Jahre und habe seit ca. 1 Jahr Libidoprobleme. Ich mache viel Sport, KFA ca 14% und habe normale Blutfett und Blutzuckerwerte.
    Ich habe einen umfassenden Test beim Urologen gemacht und soll nun einen Termin bei einem Endokrinologen machen. Ich warte allerdings ewig auf einen Termin und wollte hier vorab schon mal fragen, was meine Werte so sagen. Tausend Dank für eine Interpretation dieses Fachchinesisches:

    LH= 0,82 U/l
    FSH= 3,5 IU/ml
    TEST= 5,5 nmol/l
    SHGB=17,1 nmol/l
    FAI= 32
    FTEST%=2,68%
    Bioverfügbares TEST= 3.32 nmolL/L

  47. Herr Brisch sagt:

    [Editiert. Wir bitten um einen sachlichen Umgang miteinander.]

  48. Helmut Schatz sagt:

    Lieber Tom, Laborwerte allein kann man nicht beurteilen. Beim Testosteron spielen grundsätzlich Alter (bei Ihnen 20 J), Gewicht (Übergewicht? Hodengrösse und -konsistenz etc.etc.) eine Rolle. IhrTestosteron ist mit 5.5 nmol/l zwar sehr sehr tief, aber Ihr bioverfügbares Testosteron mit 3.32 nmol/l (für einen Mann >50J noch im Normbereich), zwischen 20 und 49 J (also für Sie) im unteren Grenzbereich. Der FAI liegt mit 32 (für 31-40 und 41-50 Jahre im Normbereich,) für 21-30 Jahre mit 32 nur knapp unter der unteren Referenzgrenze, die -laborabhängig – bei etwa 36 angegeben wird. Das Sexhormon-bindende Globulin (SHBG), das als Transportprotein den größten Teil des Testosterons bindet, liegt bei 17.1 nmol/l, auch unteren Referenzbereich. Entscheidend für die biologische Wirkung ist das freie Testosteron, das „bioverfügbar“ ist. Das ist bei Ihren Werten normal. Nochmals: Laborwerte allein sind aber nicht entscheidend. Diese müssen ganzheitlich bei einer Arztvorstellung beurteilt…

  49. Fabian sagt:

    Hallo,

    ich bin 30 J., 1,81 / 71 kg.
    Hodenseminom mit Orchiektomie in 12/2020 Stadium I, Wait and watch.

    Seit Jan 2021 beginnende steigendernde Symptomatik:

    – Depression
    – Gewichtsverlust
    – Angstzustände
    – Starke Muskelschmerzen
    – Müdigkeit / Durchschlafprobleme

    Laborwerte:
    – Testosteron i. Serum Messung 1: 2,47 [2.30 -9.02 ng/ml]
    – Testosteron gesamt Messung 2: 3,2 [1,6 – 9,0 ug/l]
    – freies Test. Index: 40.4 [15 – 95]
    – FSH basal: 17.80 [0,7 – 11,1 IU/l]
    – Androstendion: 1,39 [0,57 – 2,65 ug/l]
    – DHEA-S: 324.0 [120 – 520 ug/l]
    – SHBG 27,5 [13 -71 nmol/l]
    – Cortisol basal 14.8 [5 – 25 ug / dl]

    Zunächst war ich über die unterschiedlichen Referenzbereiche bei beiden Laboren verwirrt.

    Ich würde mich über eine Einschätzung zu einer Testosteron Substitution freuen.

    Danke im Voraus

  50. Helmut Schatz sagt:

    Jedes Labor hat, wenn es einen anderen Testkit verwendet, einen anderen „Referenzbereich“ (eigentlich gibt es keinen oft so genannten „Normbereich“). Ihre Werte sind i.W. in diesen (unteren) Bereichen, bis auf das deutlich erhöhte FSH. Dieses zeigt eine verminderte Samenbildumg an, was jeder Urolige in einem Spermuogramm prüfen kann (Samenuntersuchung). Das Ergebnis hätte aber keinerlei therapeutische Konsequenz. Ihre Beschwerden wie Depression, Angstzustände etc.würden durch eine Testosteronzufuhr kaum besser werden oder weggehen.

  51. Fabian sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Schatz,

    vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Das FSH sehe ich wohl als Hintergrund des fehlenden Hodens.

    Bzgl. meiner Symptomatik habe ich zudem noch ausbleibende morgendliche Erektion sowie eine stark geminderte Lust.

    Zudem ist mein mittleres Blättchenvolumen 9.6 [9,7 – 11,9 fl] reduziert.

    Rein von der Kausalität zwischen Orchiektomie und aufreten der Symptomatik sehe ich persönlich einen Zusammenhang.

    Auch bzgl. der depressiven Verstimmung kenne ich mich so nicht.

    Hierzu habe ich folgenden Beitrag gelesen:
    „High Rates of Depression and Depressive Symptoms among Men Referred for Borderline Testosterone Levels“ Christopher J. Westley, BSc,* Richard L. Amdur, PhD,†and Michael S. Irwig, MD

    Wie oben bereits geschrieben, bedanke ich mich sehr für Ihre Rückmeldung.

    Grüße,

    Fabian

  52. Helmut Schatz sagt:

    Gewiß kann man bei Ihnen einen „Behandlungsversuch“ mit Testosteron machen, da Sie Erektionsstörungen und Abnahme der Libido beklagen. Weiterführen wohl dann, wenn diese Symptome unter Testosteron deutlich besser werden. Das müssen Sie aber mit Ihrem Arzt (Urologen) beprechen.

  53. Lars sagt:

    Hallo,

    30 Jahre, 181cm, 80 Kg
    Im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung wurde eine Asthenoteratozoospermie festgestellt.
    Darüber hinaus liegt seit Jahren eine Anämie vor, die lt. Hämatologe nicht weiter untersucht werden muss. Eine erblich bedingte Blutkrankheit wurde ausgeschlossen.
    Ultraschall von Milz und Nieren wurde gemacht und zeigte keine Auffälligkeiten.
    Symptome: Muskelschmerzen, Hitzewallungen, kein erholsamer Schlaf, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen, Libidoverlust, Landkartenzunge.
    Testosteron: 4,29 ng/ml (2,49 – 8,36)
    SHBG: 55,9 nmol/l (16,5 – 55,9)
    FAI: 26,6 % (35 – 92,6)
    FSH: 1,2 IU/l (1,5 – 12,4)
    LH: 2,5 IU/l (1,7 – 8,6)
    Hämoglobin 13 g/dl (14 – 18)
    Hämatokrit 39,9 % (40 – 54)
    MCV 75,0 fl (80 – 100)
    MCH 24,4 pg (28 – 34)
    Reticulozyten 0,6 % (0,7 – 2,5)
    Leukozyten 7,2 /nl (4-11)
    Erythrozyten 5,3 pl (4,5 – 6)
    GPT/ALAT 58 U/l (10 – 50)
    Ferritin 133,9 qg/l (15 – 400)
    TSH Basal 1,28 mU/l (0,35 -3,5)
    Ich freue mich auf Ihre Meinungen.
    VG

  54. Helmut Schatz sagt:

    Suchen Sie einen Andrologen auf
    Die Hoden müssen untersucht werden (Grösse, Kondistenz, mit Ultraschsll, ggf. Biopsie. Ein (schwererer) Testosteron scheint nicht vorzuliegen, wenn auch der FAI etwas tief ist. Aber LH ist weder erniedrigt noch erhöht.
    Die Hypophyse gehört auch untersucht (tiefes FSH!).

  55. Lars sagt:

    Sehr geehrter Herr Schatz,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ihren Rat, einen Andrologen aufzusuchen, werde ich beherzigen.

    Da ich kürzlich bei einem Hämatologen vorstellig war und mir seit heute die Laborwerte vorliegen, möchte ich noch die Werte, die außerhalb des Referenzbereiches liegen, nachtragen.

    GOT (U/l) (- 50 ) 69
    GPT (U/l) (- 50) 174
    Gamma-GT (Ul/) (- 60) 84
    Alkalische Phosphata (U/l) 40-130) 146
    ß-2-Mikroglobulin (mg/l) (0,8-2,4) 2.7
    alpha-1-Globulin (2,9-4,9) 2.70

    Sehen Sie zwischen den Leberwerten, der Anämie und der erniedrigten FAI- und FSH-Werte einen Zusammenhang? Können Sie mir evtl. auch etwas über die Werte ß-2-Mikroglobulin und alpha-1-Globulin sagen. Welchen Facharzt würden Sie mir für die weiteren Untersuchungen empfehlen?
    Vielen Dank im Voraus.
    VG

  56. Helmut Schatz sagt:

    Lassen Sie bei einem Arzt/Internisten die abweichenden Werte kontrollieren. Wenn Sie sich in etwa dieser (nicht sehr ausgeprägten) Erhöhung bestätogen, sillte das Leber/Galle/Panjreassystem überprüft werden. Mit Testosteron/FSH etc.hat dies nichts zu tun.

  57. Nils sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Schatz,
    ich bin 33 Jahre alt und leide seid längerer Zeit unter Libidoverlust. Ich betreibe mehrmals die Woche Kraftsport trinke keinen Alkohol und ernähre mich sehr gesund. Meine letzten Blutwerte:
    LH 4.34 mIU/ml. (1.7-8.6)
    FSH 4.73 mU/ml (1,5- 12.4)
    Prolaktin 12.7 ng/ml (4.04-15.2)
    17-b-Estradiol 14.5 pg/ml (27.1-52.2)
    Testosteron 8.57 ng/ml (2.50-8.36)
    Freier Androgen Index 36.7 (35-92.6)
    Dihydrotestosteron 330.3 pg/ml (63-476)
    DHEA 263 ug/dl (160-449)
    SHBG 81 nmol/l (16.5-55.9)

    Vitamin D, Magnesium, Zink Blutwerte i.O.

    Das große Blutbild ergab keine Auffälligkeiten bis auf leicht niedrige Leukozyten. 3.83 (3.91-10.90)
    Den SHBG Wert habe ich schon 3x in den letzten 18 Monaten testen lassen er bleibt unverändert bei ca.80 nmol/l.
    Der Urologe sagt es wäre alles in Ordnung bei so einem Testosteronspiegel.
    Haben Sie einen Ansatzpunkt für mich und welche Therapiemöglichkeiten bestehen eventuell.
    Hat der niedrige FDA Einfluss auf die…

  58. Helmut Schatz sagt:

    Werte (fast) alle im Referenzbereich, hier liegt nicht die Ursache für Ihr Libidoproblem (sagte der Urologe auch schon). Wg. hohem SHBG wohl das (Gesamt-)Testosteron an der oberen Grenze, das freie Testosteron, erfasst mit dem FAI auch (noch) im Normbereich (nicht der „FDA“ wie Sie wohl irrtümlich schreiben). Dass die Hodenfunktion mit dem Testosteronspiegel in Ordnung ist, zeigt der normale LH-Wert. Bei einer Unterfunktion, nach der Sie wegen des FAI fragen, wäre LH erhöht. Eine mangelnde Libido kann viele, viele Ursachen ausserhalb der Hormonsituation haben. Häufig sind es Partnerprobleme, auch unbewusste.Haben Sie schon an die Inanspruchnahme einer Paarberatung gedacht?

  59. Nils sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Schatz,

    vielen Dank für die schnelle Antwort und Ihre Einschätzung.
    Kann der niedrige FAI nicht mit einer verminderten Libido zusammenhängen und hat der FAI auch Einfluss auf die Fertilität?
    Wäre der Einsatz von Proviron denkbar, sofern es noch ein Urologe/Androloge verschreibt, da das Medikament eine hohe Bindungsaffinität zum SHBG besitzen soll. Somit würde sich der Anteil an freiem Testosteron erhöhen lassen.
    Ich werde Ihre Ratschläge berücksichtigen.
    Vielen Dank

  60. Helmut Schatz sagt:

    Der FAI ist doch o.k., siehe nicht erhöhtes LH, und die Fertilität sollte bei normalem FSH auch o.k. sein. Diese kann Ihr Urologe übrigens leicht mit einem Spermiogramm überprüfen.

  61. Lars sagt:

    Hallo Herr Dr. Schatz,

    im Sommer 2019 bemerkte ich eine Abnahme meiner Leistungsfähigkeit und meiner Libido. Es folgte vemehrtes Schwitzen und Reizbarkeit – bis heute. Ebenfalls habe ich keine morgendlichen Erektionen (seit Jahren nicht mehr, dachte immer, dass dies normal sei, wenn man aus der Pubertät kommt). Anfang 2020 suchte ich zum ersten Mal einen Urologen auf und war im Oktober 2020 sogar in der Andrologie in Münster. SKAT und Sono unauffällig, organisch ist alles in Ordnung. Ich hatte/habe einen Vitamin D Mangel, welcher bereits behandelt wird – keine Besserung. Über die Monate habe ich immer wieder versch. Urologen aufgesucht und meine Hormonwerte bestimmen lassen. Durchgehend waren meine Prolaktinwerte leicht erhöht und FSH sehr niedrig – kein Arzt wollte jedoch ein MRT veranlassen. Ich lies einige Zeit ins Land vergehen und habe im April 2021 erneut einen Urologen aufgesucht, welcher meine Symptome leider nicht ernst genommen hat. (1/2)

  62. Helmut Schatz sagt:

    Lieber Lars, hormonell ist bei Ihnen alles praktisch o.k. Prolaktin minimal über der oberen Grenze und der Östrogenwert unter der unteren Grenze des Referenzbereichs des jeweiligen Labors sind bedeutungslos Diese Grenzwerte bedeuten 95% der getesteten Kontrollpersonen, d.h. 2.5% liegen als auch noch „normal“ daüber und 2.5% darunter. Übrigens; Östrogene sind beim Mann, wenn nicht stark erhöht, bedeutungslos. Münster ist die „höchste Instanz“ in Deutschland. Und die haben hormonell nichts gefunden. Sie haben 5x hintereinander geschrieben. Das ist nach unseren Regeln nicht möglich, daher kann nur Ihr 1. Kommentar stehen bleiben. Ich habe Ihnen dennoch alles beantwortet. Ein Rat: Suchen Sie hormonell nicht weiter, denn da werden Sie wohl nichts finden. Nehmen Sie mindestens 10 kg ab, wie auch immer .

  63. Lars Streekmann sagt:

    Vielen Dank Herr Dr. Schatz!

  64. Michael sagt:

    Hallo, bitte um Zweitmeinung.

    Folgende Situation: Männl. 35J, 178cm, 78kg, Bauchumfang 92cm. Regelmäßiger Kraftsport. Diagnose: ED – Problem gute Erektion zu erreichen und diese zu halten. Eine Vorsorgeuntersuchung ergab keine Auffälligkeiten außer zu niedriges Testosteron. Überweisung zu Urologen. Hoden wurden geröntgt – keine Auffälligkeiten.
    Bluttest ergab folgendes:

    Prolaktin: 6.9 ng/ml (2.1-17.7)
    17-ß-Östradiol (E2): 28 pg/ml (1-50)
    SHBG: 9.30 nmol/l (17.1-77.6)
    TS: 2.09 ng/ml (2.67-8.5)
    FAI: 77.98 (14.5-80.3)

    Der Arzt sagt es ist alles im Normbereich und gab eine Überweisung in die Neurologie.

    Bitte um eine Zweitmeinung.

    Außerdem bitte ich um Erklärung: wie es bei einem zu niedrigen TS und zu niedrigen SHGB ein guter FAI rauskommen kann. Mathematisch ist es klar aber logisch nicht, wie kann aus zwei zu niedrigen Werten in Korrelation ein guter Wert rauskommen.

    Vielen Dank!

  65. Helmut Schatz sagt:

    Testosteron wird nicht nur von SHBG gebunden, sondern auch von anderen Eiweißkörpern, insbesondere Albumin. Insgesamt ist die Situation bei einer E.D. aber oft viel komplexer und nicht nur durch zwei Messgrößen und einen Quotienten daraus zu erfassen. Ich empfehle eine Kontrollmessung, evtl. in einem anderen Labor und wenn diese gleich oder ähnlich ist ihrem Urologen zu folgen. Übrigens: da Testosteron zu 98-99% im Serum gebunden vorliegt, so kann bei niedrigem Testosteron und niedrigem SHBG -warum auch immer – genügend freies, bioaktives Testosteron vorhanden sein. Insofern hat Ihr Urologe Recht. Also: Kontrollmesseng und ggf.dann zum Neurologen.

  66. Michael sagt:

    Vielen Dank für die schnelle Antwort!

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