Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

„Eine Forschungspause, die dem Klima nicht hilft“


Zur Diskussion: Leserbrief eines DGE-Mitglieds zu einem Artikel von Niels Hovius in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 30.6.2021

Klaus-Dieter Döhler

Hannover, 4. Juli 2021:

Weil bislang alles andere in Hinsicht auf CO2-Reduzierung nichts gebracht hat, spielen unsere Politiker und einige unserer „Klimaforscher“ mit dem irrwitzigen Gedanken, der Luft CO2 zu entziehen und es unterirdisch einzulagern. Für diesen Unsinn hatte die Europäische Union bereits vor Jahren 3,7 Milliarden Euro Förderung zur Verfügung gestellt. Aus Sicht des Europäischen Rechnungshofs war das teure Programm ein Flop. Eine Reduzierung der CO2-Emissionen sorgt nämlich gemäß dem Prinzip vom kleinsten Zwang von Le Chatelier & Braun für einen Ausgleich durch Entweichen von CO2 aus den Ozeanen, denn die 50-fach höheren CO2-Konzentrationen im Meerwasser stehen mit den CO2-Konzentrationen der Luft im Gleichgewicht. Ein Absenken von CO2 in der Luft führt unweigerlich zu einem Nachströmen von CO2 aus den Ozeanen. Das ist von der Natur bestens so eingerichtet, und das ist auch gut so, weil die Pflanzenwelt ohne CO2 absterben würde und ohne Pflanzen gäbe es keinen Sauerstoff – die Erde wäre unbewohnbar!!! Die unsinnige Idee, der Luft CO2 zu entziehen und es in unterirdischen Höhlen einzulagern, würde – zur Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Wasser und Luft – zwangsläufig zu erhöhtem Nachströmen von CO2 aus dem Meer führen. Es bildet sich dann wieder das vorherige Gleichgewicht zwischen der Konzentration von CO2 in der Luft und im Meerwasser. Je mehr CO2 der Atmosphäre entzogen wird, desto mehr CO2 strömt aus den Meeren zurück in die Atmosphäre. Mit den 3,7 Milliarden verpulverten Euro hätte man an vielen anderen Stellen Gutes tun können.

Der wahre Grund für das „Carbon Capture“ Programm dürfte wohl das Abgreifen neuer unnützer Subventionen sein, welche der ahnungslose Steuerzahler zu tragen hat. Wäre es da nicht besser, das viele unnütz angelegte Geld würde z.B. für Bewässerungsanlagen in Trockengebieten investiert, denn dann könnte auch in den Wüsten und anderen Trockengebieten die Düngekraft des CO2 voll zum Tragen kommen?! Das wäre dann wirklich organisch und nachhaltig!

Prof. Dr. Klaus-D. Döhler, Hannover

***

Prof. K.-D. Döhler hat mir (H.S.) als Blogverantwortlichem heute diesen Brief zugemailt. Wir besprachen, dass dieser für Viele provokante Artikel von Prof. Döhler im DGE-Blog zur Diskussion gestellt werden sollte (Als Leserbrief hat ihn die FAZ noch nicht abgedruckt).

Bitte äußern Sie frei Ihre Meinung zu diesem kontroversen Thema, gerne auch unter einem Spitznamen.

Publiziert am von Prof. Klaus Döhler
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7 Antworten auf „Eine Forschungspause, die dem Klima nicht hilft“

  1. Dr.techn.Helmut Kiendl sagt:

    Es geht bei dem CO2-Thema grundsätzlich um die Abscheidung von neu gebildetem CO2 aus konventionellen Kohlekraftwerken mit anschließender unterirdischen Endlagerung. So kann ich keinen Zusammenhang dieses Forschungsprojektes mit dem Gleichgewichtsgedanken zwischen CO2 – Gehalt in Luft und Meerwasser erkennen. Dieses Verfahren für Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CCS = carbon dioxide capture and storage) ist mit hohen Kosten verbunden, ist aber trotzdem auf eine langfristige internationale Weiterführung bis über 2035 hinaus angelegt.

  2. Alternativer Klimarat sagt:

    Wozu soll es auch gut sein, CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen? Politik, Medien und einige „Wissenschaftler“ behaupten, CO2 erfülle in der Erdatmosphäre die gleiche Funktion wie ein Glasdach in einem Treibhaus. Auf Webseiten von Umweltorganisationen kursieren Abbildungen, auf denen CO2 am Rande der Atmosphäre eine Wärme-reflektierende Grenzfläche bildet, die angeblich die aufsteigende Wärme zur Erde zurück reflektiert. Zum einen lernt man bereits in der Schule, dass sich Gase in dem zur Verfügung stehenden Raum gleichmäßig verteilen und somit keine zusammenhängende Grenzfläche bilden und zum anderen kann Wärme gemäß 2. Hauptsatz der Thermodynamik nicht von einem kälteren auf einen wärmeren Körper übergehen. Da sich die warme Luft beim Aufstieg von der warmen Erdoberfläche in die kältere Atmosphäre abkühlt, kann sie unmöglich auf die wärmere Erdoberfläche zurückgestrahlt werden. CO2 ist kein Treibhausgas sondern ein Photosynthesegas, welches das Leben auf der Erde erst möglich macht.

  3. Klaus-D. Döhler sagt:

    An Dr. Kiendl: Das Carbon Capture Verfahren (CCV) sieht sowohl die Abscheidung von neu gebildetem CO2 aus Kraftwerken als auch die Extraktion von CO2 aus der Luft vor. Zwecks Berechnung der Kosten gründeten Forscher der RWTH Aachen und der ETH Zürich die Firma “Climeworks”. Der im Mai 2017 hergestellte Prototyp saugt jährlich rd. 900 Tonnen CO2 aus der Luft ab. Die Kosten für die Abscheidung einer Tonne CO2 mit Hilfe der CCV-Technik lagen damals bei 550 Euro. Um die jährlich weltweit emittierten 38,6 Gigatonnen aus der Luft zu saugen, benötigt man 43 Millionen solcher Anlagen und die Kosten beliefen sich jährlich auf gigantische 21,2 Billionen Euro. Hinzu kämen noch Kosten für Transport und Speicherung, über die ein Sprecher des Projekts „Northern Lights“ berichtete, dass man sie bis zum Jahr 2030 auf 30 bis 55 Euro pro Tonne senken wolle. Selbst wenn sich die Kosten mit der zunehmenden Inbetriebnahme solcher Anlagen deutlich verringern sollten, so wären sie noch immer gigantisch.

  4. Klaus-D. Döhler sagt:

    An Alternativer Klimarat: Genauso ist es! CO2 bildet keine Isolierschicht, an der sich die vom Erdboden aufsteigende Wärme staut. Die angebliche „Klimasensitivität“ von CO2 wurde noch nie mit Hilfe validierter naturwissenschaftlicher Methoden gemessen. Im Gegenteil, ein Einfluss von CO2 auf den Klimawandel wurde mehrfach wissenschaftlich widerlegt (1). Auch die Deutsche Meteorologische Gesellschaft stellte fest: „Es ist unstrittig, dass der anthropogene Treibhauseffekt noch nicht unzweifelhaft nachgewiesen werden konnte“. Auch Albert Einstein und andere Physikergrößen haben diesem behaupteten Erwärmungseffekt von CO2 keine Bedeutung beigemessen. CO2 ist kein „Treibhausgas“ und ganz gewiss kein „Müll in der Luft“ (2). CO2 ist das maßgebliche „Lebensmolekül“ ohne das Leben auf der Erde nie hätte entstehen können.
    (1) https://www.eike-klima-energie.eu/2020/09/18/was-wir-heute-uebers-klima-wissen/
    (2) Cordula Tutt, Journalistin der Wirtschaftswoche im ARD-Presse

  5. Dr.techn.Helmut Kiendl sagt:

    An Prof. Döhler: Ich habe die Braunkohlekraftwerke als wesentlichen, aber nicht ausschließlichen CO2-Emittenten erwähnt. Mit dem CCS-Projekt wollte ich nicht den Eindruck erwecken, daß dies d i e Lösung des Problems sein könnte. Im übrigen bin ich eher ein Skeptiker der „CO2-Hysterie“, weil ich als Laie der theoretischen Zusammenhänge beim anthropogenen Kohlendioxid nur die statistischen Korrelationen von CO2 und Temperatur kenne, während bei den Skeptikern auch für mich nachvollziehbare, theoretische Betrachtungen eher plausibel erscheinen. Es liegt in der Natur der medialen Berichterstattung, daß das Aufzeigen von Horrorszenarien viel interessanter erscheint, als das Leben ohne CO2-Thema und Klimakatastrophe.

  6. Marion Zerbst sagt:

    Wenn ein Entziehen von CO2 aus der Luft zum Nachströmen von CO2 aus den Ozeanen führt, hätte eine Senkung der CO2-Emissionen (durch weniger bzw. klimafreundliches Autofahren etc.) doch den gleichen Effekt, ich sehe nicht, wieso das eine da besser sein sollte als das andere?

  7. Sabine Behrends sagt:

    an Alternativer Klimarat und Prof. Döhler: Hat jemals jemand behauptet, „warme Luft“ würde wieder zur Erde zurückgestrahlt? Auch ist es etwas billig, den – bildlichen – Vergleich der Wirkung von CO2 mit einem Treibhausdach lächerlich zu machen. Natürlich sammelt das Gas sich nicht in einer soliden oder gar sichtbaren Schicht weit draußen in der Atmosphäre, das hat ebenfalls nie jemand behauptet.
    Soweit ich informiert bin, hat CO2 aufgrund seines Dipolmoments und im Gegensatz zu dem, was hier behauptet wird, sehr wohl die Fähigkeit, Infrarotstrahlung zu absorbieren (Maxima bei ca. 1400, 1900 und 2800 nm), während es Strahlung im UV- und im sichtbaren Bereich passieren lässt. Genau die Voraussetzungen, die ein Treibhausgas benötigt.
    Wie groß der Einfluss von CO2 auf das Klima ist, finden wir ja gerade bei einem Experiment mit n=1 und ungewissem Ausgang heraus – und ich fände es klug, den anthropogenen Einfluss so weit wie möglich zu reduzieren!

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