Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Efpeglenatid, ein GLP-1-Rezeptoragonist, mit kardiovaskulären und renalen Vorteilen bei Typ-2-Diabetes


Bochum, 7. Juli 2021

Auf dem Amerikanischen Diabeteskongress (ADA 2021) und zeitgleich im New Endland Journal of Medicine (1) berichten Hertzel B. Gerstein et al. über das AMLITUDE-O-Trial, Untersuchungen mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten auf Exendin-Basis  an 344 Stellen in 28 Ländern. Von ~4000 Typ-2-Diabetespatienten wurden ~2700 mit  kardiovaskulärer (c.v.) Vorgeschichte oder aktueller Nierenerkrankung im die Studie aufgenommen. Randomisiert erhielt ein Teil  wöchentlich s.c.  Efpeglanatid, der andere Plazebo.

In den im Median 1.81 Jahren erlitten in der Verum-Gruppe das erste major adverse cardiovascular event (MACE) 7.0%, unter Plazebo in 9.2% (HR 0.73; 95% CI, 0.58 – 0.92; p<0.001 für non-inferiority, p=0.07 für superiority). Das composite-renal outcome errechnete sich mit 13.0% bzw. 18.4% (HR 0.68; 95 CI, 0.57 – 0.79, p<0.001).

Nebenwirkungen: Diarrhoe, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen oder Blähungen waren unter Efpeglanitid häufiger als unter Plazebo (p<0.009).

Abbildung: aus Lit. (1)

Kommentar

Das Exendin-basierte Efpeglanitid reiht sich somit ein in andere GLP-1 –Rezeptoragonisten, für welche ein c.v. und renaler Nutzen bei Typ-2-Diabetespatienten gezeigt wurde. Auch für andere wie Dapagliflozin (Forxiga) und Empagliflozin (Jardiance) wurde ein kardiovaskulärer und ein renaler Nutzen demonstriert, weshalb sie unter dieser Indikation bei uns schon zum Teil auch bei Nicht-Diabetikern zugelassen wurden. Seit vielen Jahren  führt der Weg des Diabetes Mellitus und seiner Therapie weg vom glukozentrischen Weltbild. In den USA wurde die Etablierung eines Spezialisten für „Kardiometabolische Medizin“ postuliert (siehe Lit. 2). Manche ordnen  heute sogar –  provozierend – die Diabetologie bereits als  „Subspezialität der Kardiologie“ ein. In den nationalen und internationalen Leitlinien rücken die GLP-1-Rezeptoragonisten und die SGLT2-Hemmer immer mehr in den Vordergrund.  Bei c.v. Anamnese oder hohem c.v. Risiko werden diese beiden Substanzgruppen  von Therapiebeginn an dem bisherigen Goldstandard Metformin an die Seite gestellt, unabhängig vom HbA1c-Wert.

Helmut Schatz

Literatur

(1) Hertzel C. Gerstein et al.: Cardiovascular and Renal Outcomes with Efpeglanitide in Type 2 Diabetes. New Engl J Med, June 28, 2021.
DOI: 10.1056/NRJMoa2108269

(2) Helmut Schatz: Soll eine „Kardiometabolische Medizin“ als neue Subspezialität der Inneren Medizin etabliert werden?
DGE-Blogbeitrag vom 13. August 2019

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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Eine Antwort auf Efpeglenatid, ein GLP-1-Rezeptoragonist, mit kardiovaskulären und renalen Vorteilen bei Typ-2-Diabetes

  1. Dr.med.Dietrich Meyerhoff sagt:

    Sehr guter Kommentar!

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