Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Unter PCSK9-Hemmern signifikant gehäuft neurokognitive Nebenwirkungen


Bochum, 1. Februar 2017:

An die PCSK9-Hemmer, Medikamente zur Absenkung überhöhter LDL-Cholesterinspiegel, werden gegenwärtig grosse Hoffnungen geknüpft. Im Blog der DGE wurde mehrfach darüber berichtet (zuletzt Lit. 1-3). Bisher wurde nur über eine geringe Nebenwirkungsrate berichtet, meist über lokale Hautreaktionen an der s.c. Einstichstelle der Antikörper, aber auch über seltene neurokognitive Ereignisse. Jetzt erscheint im Januar 2017 eine Metaanalyse der Nebenwirkungen in 11 vorliegenden Studien, darunter den zwei großen Studien mit Alirocumab (Praluent® von Regeneron/Sanofi, ODYSSEY LONG TERM-Studie) und Evolocumab (Repatha® von Amgen, OSLER-Studie). Während sich bei den muskuloskelettalen Ereignissen und beim Schlaganfall kein Unterschied zu Plazebo zeigte, waren unter den PCSK9-Hemmern die schon vorher vereinzelte beobachteten neurokognitiven Ereignisse signifikant vermehrt (4).

Wurden alle 11 Studien zusammengenommen, so ergab sich für die neurokognitiven Ereignisse unter PCSK9-Hemmern eine Nebenwirkungsrate von 0.8% gegenüber Plazebo von 0.5%. Betrachtet man jedoch nur die beiden oben genannten großen Studien, die 65 % des gesamten Studienkollektivs ausmachten, so ergab sich eine Odds Ratio von 2.81, 95% CI 1.32 – 5.99, p=0.007 (siehe Tabellen 1 und 2, Daten aus Lit. 4)

Tabelle 1 und 2, erstellt vom Referenten

Kommentar

Verglichen mit dem zu erwartenden großen Nutzen der PCSK9-Hemmer ist die Nebenwirkungsrate neurokognitiver Störungen sehr gering. Dennoch sollte die Ärzteschaft diese immer im Auge behalten und die behandelten Patienten diesbezüglich sorgfältig überwachen. Immerhin ist aus Tabelle 2 zu ersehen, dass nicht nur Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, sondern auch delirante Zustände und Demenz beobachtet wurden. Limitierend ist zu der Metaanalyse zu bemerken, dass die Patienten nicht vor Einleitung der PCSK9-Hemmer-Therapie neurokognitiv untersucht worden waren. Ausserdem sind unter den vergleichsweise wenigen neurokognitiven Ereignissen sehr unterschiedliche Manifestationsformen zusammengefasst (siehe Tabelle 2). Deshalb ist es richtig, dass mit Evolocumab die EBBINGHAUS –Studie läuft (5), die speziell die kognitive Gesundheit an einer Subgruppe der FOURIER-Studie (6) untersucht. Für Alirocumab wird ebenfalls eine systematische Studie zur Neurokognition durchgeführt werden.

Helmut Schatz

Literatur

(1) Helmut Schatz: Hinter die Kulissen geblickt: „Edler Wettstreit“ um die PCSK9-Hemmer.
DGE-Blogbeitrag vom 10.1.2017

(2) Helmut Schatz: PCSK9-Hemmung statt durch Antikörper mit siRNA-Technologie oder durch Impfung.
DGE-Blogbeitrag vom 19.10.2016

(3) Ulrike Schatz: Odyssey Escape-Studie: unter dem PCSK9-Hemmer Alirocumab konnte die LDL-Apherese bei ca. zwei Drittel der Patienten abgesetzt werden.
DGE-Blogbeitrag vom 5.9.2016

(4) A.R.Khan et al.: Increased risk of adverse neurocognitive outcomes with proprotein convertase subtilisin-kexin type 9 inhibitors.
Clin.Cardiovasc. Qual. Outcomes 2017 online. DOI:10.1161/CIRCOUTCOMES.116.003156.Article

(5) U.S. National Institutes of Health, ClinicalTrials.gov.: Evaluating PCSK9 Binding antiBody Influence oN coGnitive HeAlth in High cardiovascUlar Risk Subjects (EBBINGHAUS).
http://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02207634

(5) FOURIER-Studie: Wird auf dem Kongress des American College of Cardiology (ACC) in Washington, D.C. Mitte März 2017 vorgestellt werden

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Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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47 Antworten auf Unter PCSK9-Hemmern signifikant gehäuft neurokognitive Nebenwirkungen

  1. Helmut Schatz sagt:

    Katarakte bei sehr niedrigem LDL unter Alirocumab? In der Studie von Robinson et al. im JACC vom 5. Februar 2017 (online Ende 2016) werden mit Alirocumab bei 2x extrem tief gefundenem LDL <15 ng/ml (bei 9.4% der Pat. ) im Vergleich zu 2x tiefen Werten <25 mg/dl (bei 25.1% der Pat.) bei einer Propensity Score-Analyse erhöhte Katarakt-Raten gefunden (2.6% vs. 0.8%, HR 3.40, 95% CI 1.58 – 7.35). In dem Gesamtzkollektiv fand sich diesbezüglich kein Unterschied. Bezüglich neurokognitiver Ereignisse äusserte Prof. Ulrich Laufs gegenüber Medscape-Deutschland (Sabine Eckert vom 2. 2. 2017), dass nur "ein kleiner Trend hin zu nicht näher definierten neurokognitiven Symptomen unter Alirocumab in der ODYSSEY LONG-TERM Studie sowie der OSLER-Studie beobachtet wurde". Dies steht im Gegensatz zu den Resultaten in Tabelle 2 des obigen Blogbeitrags. Allerdings besteht eine gewisse Unklarheit darin, dass OSLER nicht mit Alirocumab, sondern mit Evolocumab durchgeführt wurde. Jetzt wird man noch gespannter auf die FOURIER- und später die EBBINGHAUS-Daten warten.

  2. Helmut Schatz sagt:

    Vorgestern gab Amgen vorab bekannt, dass in der FOURIER-Studie an >27.000 Patienten die primären und sekundären Endpunkte erreicht wurden und dass keine neuen Sicherheitssignale zu verzeichnen waren. Im Zusammenhang mit obigem Blogbeitrag samt Kommentar ist erfreulich, dass in der EBBINGHAUS-Studie, einer Subgruppe an ~1900 Patienten, auch der primäre Endpunkt erreicht wurde, d.h. eine Nicht-Unterlegenheit gegenüber Plazebo für die kognitive Funktion. Die genauen Daten werden während des Kongresses des ACC in Washington im März 2017 vorgetragen werden.

  3. Kein Kommentar, sondern eher eine Frage: gibt es Erfahrungswerte bei Behandlung von Pat. mit Gerinnungshemmern und daher mit mehr oder weniger „nicht gesundem Blut“ ?

    • Dr. Junghans sagt:

      Sehr geehrte Frau Vorhemus,

      welche „Gerinnungshemmer“ meinen Sie hier?
      PCSK9-Hemmer werden ja vor allem bei HOCHRISIKOPATIENTEN empfohlen, d.h. Patienten die bereits kardiovaskuläre Manifestationen haben – daher gibt es umfangreiche Erfahrungen mit Thrombozytenaggregationshemmern (ASS und oder andere „Plättchenhemmer“). Aber auch orale Antikoagulation (z.B. Marcumar/Falithrom, Xarelto(R), Eliquis(R) etc) wird häufig in Kombination angewandt.

  4. H. Thos sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    mir wurden jetzt die PCSK9-Hemmer empfohlen. Ist es richtig, dass momentan noch eine große Studie in der Charite Berlin läuft?
    Gibt es dort schon aktuelle Ergebnisse?
    Danke!!

  5. Ali sagt:

    Hallo ich habe jetzt die 5 spritze erhalten und vorhin ein Anruf vom Krankenhaus weil mein ldl von 4.7 auf 8.5 sich verdoppelt hat. Angeblich sei dies noch nie passiert mit pcsk9 hemmern. Nun muss ich nochmal hin zum Blut abnehmen.. ich habe jetzt ziemliche Angst da ich doch sonst nix vertrage…

    • Helmut Schatz sagt:

      Es kann entweder die vorherige oder die aktuelle Messung fehlerhaft sein. Also:Kontrolle abwarten, ggf.in einem anderen Labor. Fehler können im“präanalytischen“ Bereich oder bei der Laboranalyse vorkommen. Einen LDL-Anstieg unter PCSK9-Hemmern habe ich auch nie gesehen.

  6. Ali sagt:

    Hallo leider ist es nun Tatsache das bei mir Alirocumab den ldl Spiegel stark erhöht. Die letzte Hoffnung ist jetzt der andere Wirkstoff…

  7. Ali sagt:

    Ich bekomme jetzt alle 14 tage 150mg praluent.. mal sehen obs was bringt.

  8. Alexx1760 sagt:

    @Al: bitte halten Sie uns auf dem Laufenden, da auch ich künftig mit PCSK-9 behandelt werden soll, weil Statin nicht vertragen wird.
    Danke.

  9. Ali sagt:

    Hallo ich bekomme 150mg praluent alle 14 Tage.
    Der Cholesterin wert ist jetzt runder auf 3 mmol/dl
    Triglyceride wert ist ebenfalls gewaltig runder.

    Ich darf mich ab jetzt daheim spritzen, Rezept gibts vom klinikum Jena.
    Mensch bin ich froh endlich ein Fortschritt..

    36jahriger mit 31 Herzinfarkt..

    Mfg

  10. Thomas Kal sagt:

    Hallo
    Habe nun die 5. Spritze Rephta bekommen. Nach der 4. Spritze sehr starke Nebenwirkungen bekommen.diese haben sich nach der 5. Spritze noch verschlimmert. Sehr starke Gippebeschwerden bekommen. Jeweils eine Woche im Bett !
    Soll nun auf Praluent umsteigen. Hat da jemand Erfahrung oder kennt ein Portal zum informieren?

    Cholesterinsenkung war genial, aber wegen den Nebenwirkungen doch sehr besorgt.

    Suche daher dringend Patienten zum Austausch

    Gruß Thomas

    Thomas.kalkkuhk@web.de

    • Doris sagt:

      Hallo Thomas,
      habe letzte Woche die 2. Spritze Rephtal bekommen. Danach bekam ich in der Nacht furchtbare
      brennende Rückenschmerzen , am nächsten Tag bekam ich auch noch Ausschlag (Pusteln) an
      verschiedenen Stellen, heute hatte ich Nasenbluten und mir ist richtige komisch im ganzen Körper.
      Bin jetzt sehr niedergeschlagen, da ich die Hoffnung hatte, daß ich meine Statine jetzt absetzen kann,
      da ich vermehrt Muskeschmerzen habe. Bin jetzt zu dem Entschluß gekommen, daß ich das Rephtal
      wieder absetze und meine Statine wieder nehme. Aber diese Nebenwirkungen kann ich psychisch nicht
      verkraften. Kann ja noch mehr dazukommen. Werde mich in den nächsten Tagen an meinen Arzt wenden.
      Die Nebenwirkungen die Du hast, habe ich auch im Internet gelesen und noch mehr. Mein Arzt hat mir
      gesagt, das das keine Nebenwirkungen hat, bin sehr enttäuscht.

      Gruß Dorothea

  11. Thomas Kal sagt:

    Hallo
    Leider die falsche E Mailadresse an der falschen Stelle eingegeben SORRY

  12. Ali sagt:

    Hallo
    Ich habe bisher keine nennenswerten argen Nebenwirkungen bis auf nach sportlicher Aktivität außergewöhnlich starken Muskelkater IN den Beinen (fahrradfahren), die blut werte und der Ck sind aber im normalen Bereich. Manchmal habe ich etwas leichten heißeren Hals aber das vergeht gleich wieder.. ich bin aktuell sehr sehr zufrieden ..

  13. Ali sagt:

    Meine Beine fangen nach mässiger Beanspruchung an zu Schmerzen.
    Ich glaube das meine Muskulatur geschwächt oder angegriffen ist wegen Praluent.
    Der CK wert ist erhöht jedoch noch im Tollerierten Mass (ck=28)
    Der Muskelkater nach leichter Sportlicher Aktion ist auch nicht von schlechten Eltern!

    Ich will weitermachen trotz Schmerzen ..
    Bin jetzt bei 3.5mol ldl (150 ldl) von ursprünglichen 9 ..

    Mfg

  14. Joe sagt:

    Hallo, ich bekomme nun eine höhere Dosis Praluent. Zuvor 75ml, nun 150ml. Das LDL hat sich somit nochmals halbiert und liegt nun bei dem Wert 30. Begonnen hatte ich mit über LDL 220. Zudem nehme ich begleitend Cholestagel 625. 6 Stück am Tag. Wie geht es mir? Nun, z.Z. habe ich Kopfschmerzen, die Müdigkeit war von beginn an begleitend, sowohl als auch irgendwie ein unwohlsein im Bauch. Vllt liegt es auch am Wetter, das dieses eine Rolle spielt.

  15. Marie-Luise sagt:

    Hallo, wurde von meiner Ärztin angerufen, dass LDLWERT bei 5,5 liegt. Es wäre bedrohlich.Hatte 2009 einen Herzinfarkt. Nehme Ezetrol, da ich Statine nicht vertrage. Suche ein wirksames Medikament. Bin 79 Jahre.

    • Helmut Schatz sagt:

      Liebe Marie-Luise, 5.5 mmol/l entsprechen 214 mg/dl. Da sollte LDL nach einem Herzinfarkt abgesenkt werden, auf Werte unter 70 mg/dl (1.8 mmol/l) und weniger. Sie sind allerdings schon 79 Jahre alt. Dennoch sollten sie m.E. ein Medikament bekommen. Wenn mehrere Statin-Arten in unterschiedlicher Dosierung tatsächlich nicht vertragen wurden, kommen PCSK9-Hemmer in Betracht. Das müssen Sie aber mit Ihrer Ärztin besprechen.

  16. Ali sagt:

    Hier ist alles im Lot . Bin 37 und nehme 14 tägig 150mgl alirocumab . Täglich 10mg Ezetrol, 7tab’s cholestagel..

    Ich hoffe das ich 79 werde und es mir gut geht. Momentan habe ich 0 Nebenwirkung und bin froh ..

    Liebe grüße

  17. Magi sagt:

    Hallo zusammen,
    Bin 48 Jahre und hate im März 2017 einen Herzinfarkt
    mit 95 Prozent Verschluss zweier Kranzgefäße.
    Ich habe jetzt die 14. Injektion Repatha hinter mir
    Meine Blutwerte sind top . Ldl 68 , Hdl 36 , und
    gesamtcolesterin 125. Aber nun das negative.
    Meine Rücken und Muskelnschmerzen im
    Oberkörper sind nahezu unerträglich. Mein
    Hals fühlt sich an als sei er geschwollen.
    Aber das schlimmste ist die Antriebslosigkeit
    Ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst.
    Könnte ein anderer Pck9 Hemmer Abhilfe schaffen ?
    Hatt jemand Erfahrung mit einem Wechsel ?
    Danke im Voraus!!

    • Dr. Junghans sagt:

      Sehr geehrte Patienten, die hier Nebenwirkungen beschreiben.
      Leider gibt es kein Medikament, was hilft, was nicht auch potentiell Nebenwirkungen haben kann!
      Zwar sind unsere Erfahrungen mit den PCKS9-Hemmern sehr positiv was die Nebenwirkungsrate angeht und bei vielen Patienten, die Statine zuvor nicht vertragen haben, konnte diese neue Therapie eine sehr gute Lösung darstellen. Aber der Mensch ist keine Maschine, und so reagiert jeder Körper etwas anders.
      Die meisten merken wie gesagt nichts – die von uns am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind grippale Reaktionen (Husten, Schnupfen, Naselaufen, Gliederschmerzen, Temperaturen – wie kleine Grippe, die meist 3 Tage nach Injektion anhält), dann aber meist nach der 5. Injektion insgesamt wieder weggeht. Es gibt einzelne Patienten, wo sich der Körper auch nach 5 Injektionen NICHT gewöhnt – hier versuchen wir dann jeweils den anderen PCSK9-Hemmer (z.B. wenn Nebenwirkungen unter Repatha(R) Versuch Wechsel auf Praluent(R) und anders herum – z.T. kann man auch eine Dosisreduktion versuchen – z.B. Praluent 75 mg nur statt 150 mg, was z.T. auch das Problem schon lösen konnte…

      Allen hier schreibenden Patienten gute Besserung und viel Erfolg bei der Behandlung!

      Stellen Sie sich bei Ihrem behandelnden Arzt vor und besprechen Sie diese Probleme, so dass diese Ihnen weiter helfen können…

  18. ThomasH sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin 54 Jahre alt und mit Progress einer schweren 3-Gefäß-KHK, aktuell mit 50%-iger RCA-Stenose; meine entsprechende familiäre Disposition ist hoch.
    Mein LDL in 05/2018 = 65 mg/dl, Lp (a) = 92 mg/dl.
    Ab 01/2019 soll bei mir nun die Lp (a)-Apharese 1x/Woche beginnen, eine Lebensperspektive die mich doch sehr beschäftigt.

    Ein PCSK9-Hemmer-Therapieversuch wurde mir von meiner Kardiologin und Lipologin nicht empfohlen, bzw. nicht erwähnt.

    Meine Frage: Könnte ein PCSK9-Therapieversuch bei mir sinnvoll sein, um mir die Apharese zu ersparen?

  19. Dr. Junghans sagt:

    Sehr geehrter Herr Thomash,

    leider nein.
    PCSK9-Hemmer sind dann zugelassen und sinnvoll, wenn das Ziel LDL-Cholesterin trotz maximaler Therapie (Statin, Ezetimib, Ernährung) nicht erreicht wird. Zur Lp(a) Senkung sind sie weder zugelassen, noch effektiv genug.
    mit einem LDL von 65 mg/dl liegen Sie im Ziel (< 70 mg/dl).

    So bleibt Lp(a) als Risikofaktor und offenbar relevant für den Progress Ihrer Herzerkrankung.
    Leider steht hier aktuell nur die Apherese zur Verfügung – diese ist aber hoch effektiv und wird meist gut toleriert. Nephrologen führen sie auch am WE durch und je nach Verfahren dauert sie auch gar nicht so lange.
    Suchen Sie doch nochmal das Gespräch mit Ihrem Arzt oder schauen sich die Apherese einmal an uns sprechen mit den Patienten dort – dies hilft meist gut.
    Ihnen alles Gute.

    • Helmur Schatz sagt:

      Dr. Junghans hat Ihre Frage bereits völlig korrekt beantwortet. Blutdruck und Blutzucker sind wohl normal(isiert?) Und Raucher sind Sie gewiß auch nicht (?). Helmut Schatz

  20. Thomash sagt:

    Sehr ggehrter Herr Dr. Junghans,
    sehr geehrter Herr Schatz,

    vielen Dank für Ihre schnelle, wenn auch für mich nicht gewünschte Antworten.
    Nun werde ich mich dann wohl doch der Apharese unterziehen müssen.
    Mit den besten Grüßen
    Th. Hahn

  21. Rudi sagt:

    Hallo,
    ich spritze seit 02/2018 nach Unverträglichkeit von Statinen (Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, Achillessehnenentzündung) Repatha.
    Das Cholesterin ist dank Evolocumab gesunken von:
    Chol/HDL/LDL/Trig -> 276/69/185/111 auf 124/72/41/55.
    Aber vor 8 Wochen ging es los mit Schmerzen in der linken Schulter, linker Brustmuskel, linker Ober- Unterarm, beide Ober- und Unterschenkel mit extremen Muskelkrämpfen, ständige Müdigkeit.
    Auch die zusätzliche Einnahme von Coenzym Q10 2x200mg täglich und Magnesium bringt keine Besserung.
    Wer hat denn schon mal mit Repatha pausiert bzw. abgesetzt! Trat danach eine Besserung ein!
    Was aber komisch ist, wenn ich mich auf mein Rennrad setze und im Schnitt pro Stunde 180-200W trete geht es mir ziemlich gut.
    Patient mit 11Stents in 3Gefäße und 2 Herzinfarkten

    • Dr Junghand sagt:

      Sehr geehrter Herr Rudi

      Bei 11 Stents dringend effektive Fettsenkung erforderlich.
      Pause und reecposition um zu sehen ob tatsächlich daher die Beschwerden

      Sonst gibt es noch anderen PCSK9 Hemmer
      Den Sie probieren können

      Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt darüber

      Alles Gute!

      • Rudi sagt:

        Hallo Hr. Junghans,
        Danke für die Antwort.
        Mit Arzt jetzt folgende Vorgehensweise besprochen:
        Umstieg auf Praluent 75mg alle 14Tage – kein aussetzen der
        Cholesterinsenker – bei mir nicht anzuraten.
        Dieses Wochenende mit Praluent begonnen, mal sehen was passiert.
        Nach 4 Wochen zum Blutcheck, dann schauen was passiert ist.

        Sollte der Umstieg nichts bringen, dann zurück zu Statine als Versuch mit
        Hoher Dosierung Coenzym Q10. Bei einigen Patienten hat das angeblich
        was gebracht und Nebenwirkungen waren weg.

        Werde berichten was passiert ist – vielleicht hilft es jemanden.

        • Dr Junghans sagt:

          Wenn mögliche Beschwerden nicht zu schlimm
          Versuchen Sie 5 Injektionen durch zu halten –
          Dann gehen NW häufig weg
          Erfreulicherweise

          Besprechen Sie mit Ihrem Arzt mit der kleinen
          Dosis von 75 mg nur zu beginnen

          Sonst Rosuvaststin in kleinster Dosis von 5 mg versuchen –
          Geht meist gut!!

          Alles Gute

  22. Mitch sagt:

    72 Jahre alt.
    1995 drei Venenbypässe auf linke Koronararterie.
    Myokardinfarkt(Stemi) 2006 nach Verschluss eines Bypasses. Bare metal-Stent in diesem Bypass. Drei weitere Stents und Pulmonalvenenablation in der Folgezeit. Z.Zt. keine Angina pectoris und keine Luftnot bei mäßigem Joggen(3km in 25 min.)
    Spritze seit einem Jahr alle 4 Wochen 140ml Repatha, also nur die halbe empfohlene Dosis. Keine Statine.
    Chol 109, LDL 54, HDL 54, Lipoprotein a 41,6 nmol/l. Nebenwirkungen: Nasenlaufen, große Müdigkeit, ziemlich depressive Stimmungslage,
    untere Rücken-und Beckenbodenschmerzen. LDL soll ja das „Wohlfühllipid“ sein; wenn es in den „Keller geht“, reagiert
    wohl mancher Organismus mit reduzierter Grundfröhlichkeit. Auch Scheibe! Werde Repatha drei Monate absetzen, dann neu evaluieren. Jeden Tag 3 volle Esslöffel Haferflocken und Ingwer und Kurkuma.

    • Dr Junghans sagt:

      Das tut mir leid zu hören.
      Sprechen Sie nochmal mit ihrem Arzt

      Es gäbe die Möglichkeit auch den zweiten verfügbaren pcsk 9 inhibitor
      Praluent zu probieren

      Alles Gute!

  23. Esener sagt:

    Hallo,vielleicht ist meine Frage ei ihnen richtig angbracht.
    Nach HTX 11/2008 (DCM) stellt sich nun nach vielen Versuchen mit diversen Satinen, ohne Erfolg, die Frage nach dem Einsatz von Praluent.
    Hinzu kommen doppelte Antikoagulation mit 200mg ASS und Marcumar (INR 2,5-3,0 – Grund heterocygotes Faktor-V-Leiden)
    Weiiterhin Lp(a) Erhöhung mit 180mg/dl
    Triglyceride 350 mg/dl
    LDL 180 mg/dl
    HDL 40 mg/dl
    Crea 0,9
    Immunsuppression mit Prograf/Certican
    Weiterhin Atacand, Nebilet, Procoralan

    Es gibt differente Aussagen bezüglich der Medikation mit Praluent seitens der Endokrinologen und der Kardiologen.

    Was denken sie.
    Mit freundlichen Grüssen

    Esener

  24. Helmut Schatz sagt:

    Dr. Junghans (=Spitzname) gehört zu den führenden Lipidologen (ist auch in der neuesten FOCUS- Liste der empfehlenswerten deutschen Lipidspezialisten angeführt. Also eine absolut kompetente Antwort.

  25. Siegfried sagt:

    Hallo Zusammen,

    habe mir die zweite Repatha Spritze gegeben. Habe nun sehr starke Grippebeschwerden mit starkem Husten und
    eitrigem Auswurf. Die Grippenschutzimpfung habe ich im Oktober bekommen.
    Wie unterscheidet sich eine natürliche Grippe/Erkältung von einer „Nebenwirkungs“ Grippe?

    Danke und Gruß
    Siegfried

    • Dr. Junghans sagt:

      Sehr geehrter Siegfried,

      in der Grippezeit ist das sehr schwer zu unterscheiden und a.e. vielleicht ein „echter“ Infekt, da auch „eitriger AUswurf“ – bitte Arzt aufsuchen! vielleicht brauchen Sie ein Antibioticum…

      Unter Repatha(R) wäre typisch, dass es ca. 3 Tage nach Injektion anhält (manchmal auch länger), dann wieder abflaut und dann mit jeder neuen Injektion wieder auftritt – oft ist es nach 5 Injektionen insgesamt dann aber weg, da sich der Körper dann offenbar daran gewöhnt…

      Dies sind aber nur klinische Erfahrungswerte! – keine Studienergebnisse…

      Alles Gute!

  26. Heidrun sagt:

    Hallo zusammen,
    Ich habe aufgrund Statinunverträglichkeiten den PCSK9 Hemmer Praluent 75 mg verordnet bekommen und bin hinsichtlich meiner bestehenden Diagnosen verunsichert. ( CFS G93.3, MCS T 78.4, Fibromyalgie M 79.70,
    Schmerzsyndrom (chronisch) M54.99 und den damit verbundenen Ergebnissen
    – einer chronisch erhöhten Entzündungsaktivität (vermehrte Inflammation), die durch die Erhöhungvon Interleukin 6 objektiviert wird.
    – Verminderung von ATP als Marker einer mitochondrialen Dysfunktion und zellulären Hypoxie und den folgenden Beschwerden wie, gehäufte Erkältungen, chronische Müdigkeit,Konzentrationsminderung, Kurzzeitgedächtnisprobleme, starke Kopfschmerzen,Schwindel, Gelenkentzündungen, Muskelschmerzen…
    Durch die mitochondrialen Dysfunktion habe ich Erfahrungen mit nicht vorhersehbaren Energieverlust, welcher durch Infekte, Schmerzen, Überanstrengung etc. ausgelöst wird und mich zum Liegen zwingt.
    Nun lese ich von den häufigen Nebenwirkungen der PCSK9 Hemmer und finde mich mit meinen bereits bestehenden Symptomen wieder. Meine Sorge ist, dass meine ohnehin schon deutlich reduzierte Lebensqualität durch die PCSK9 Hemmer noch weiter verstärkt werden könnte und es zu einer Zustandsverschlechterung kommt.
    Wie schätzen Sie die Situation ein.
    Mit freundlichen Grüßen
    Heidrun

    • Dr. Junghans sagt:

      Sehr geehrte Heidrun,

      unsere bisherigen Erfahrungen mit PCSK9-Hemmern – auch in Bezug auf mögliche Nebenwirkungen – sind gut. Nebenwirkungen, die wir z.T. gesehen haben waren v.a. grippale Symptome, die aber meist nach der ca. 5. Injektion dann weg gingen. Es gibt aber auch vereinzelte Patienten, die die Substanz nicht vertrugen (wirklich nur Einzelfälle erfreulicherweise) – da haben wir dann das jeweils andere Präparat versucht was z.T. dann ging.
      Die Effekte dieser Medikation sind sehr gut und wie gesagt in der Regel auch gut verträglich – u.a. sind sie ja auch gerade bei Unverträglichkeit von Statinen zugelassen und getestet und häufig ohne Beschwerden gut anwendbar. Mein Tipp wäre Probieren Sie es – nach 2 Wochen ist die Substanz wieder aus dem Körper – wenn es Ihnen Ihr Arzt geraten hat. Sollten Sie Nebenwirkungen bekommen, besprechen Sie es mit Ihrem Arzt, denken daran, dass bei leichten NW sich ihr Körper im Verlauf noch gewöhnen könnte, pausieren sie es ggf. in RS mit ihrem Arzt um es dann ggf. nochmals zu versuchen um zu sehen ob sich die Beschwerden reproduzieren lassen oder eine andere Ursache haben- oder machen Sie sich zunächst einen neuen Termin um Ihre Bedenken vorab nochmal zu bereden.

      Ihnen alles Gute!

  27. Rentner sagt:

    Hallo,

    Meine Vorgeschichte, Ich bin 72 J. alt, habe 4 Koronarstents, einen leichten Schlaganfall und einen Hinterwandinfarkt gehabt. Meine Mutter starb mit 48 J. am plötzlichen Herztod, mein Bruder mit 53 J. am Herzinfarkt.

    Augenblicklich bekomme ich 1 x wöchentlich eine Lipidapherese. Lp(a) 100, LDL im Schnitt nicht unter 70; nun wurde bei mir eine Vaskulitis festgestellt, dei Ursache für die schmerzhafte mittelschwere Polyneuropathie sein soll. Ab Sommer d.J. soll ich nach der Kommission eine Behandlung mit PSCK 9 Hemmer bekommen. Da durch das Azathioprin wegen der Vaskulitis einehmen muß ist mein Immunsystem geschwächt. Außerdem bin ich Hydromorphon-Patient, Nehme Clopdidigrel, Sertralin und Mirtazapin ein.
    Ich habe Angst bei dem neuen Medikament.

  28. Dr. Junghans sagt:

    Lieber Herr Rentner,

    Ihre Angst verstehe ich bei der Komplexität Ihrer Erkrankungen und der verschiedenen Medikamente, die Sie ohnehin erhalten sehr gut!
    Welche anderen Lipidsenker erhalten Sie denn? und wie viel oberhalb 70 ist ihr LDL?
    War Ihr LDL > 100 als sie Herzinfarkt und Schlaganfall erlitten bzw. ihre 4 Stents erhielten (4 verschiedene Ereignisse oder 4 Stents „in einem Ritt“?).
    Wie hoch war Ihr Lp(a) vor Beginn der Apherese? und in welcher Einheit gemessen? (nmol/l oder mg/dl etc.)
    Wie sind Leberwerte, Nierenwerte etc.?

    In Anbetracht der vielen Erkrankungen und verschiedenen Medikamente würde ich generell zur Fortführung der Apherese tendieren, besonders wenn Sie seither keine neuen Ereignisse mehr erlitten haben – das kann man der Kommission (ich nehme an Sie meinen die Apheresekommission der KV) gegenüber dann auch sehr schön erklären…

    Schauen Sie doch mal auf der Seite der Lipidliga (www.lipid-liga.de) nach einem „Lipidologen“ sofern Sie noch keinen haben – denn ich denke Sie sollten richtig angeschaut und vor Ort beraten werden.

    Beruhigend kann ich sagen, dass die Erfahrungen mit PCSK9-Hemmern bisher sehr gut sind, aber s.o.

  29. Vilma Hungler sagt:

    Praluent 75 mg seit 05.02.2019. Gabe wegen gänzlicher Unverträglichkeit von Statinen.
    Anfangs nur grippeähnliche Symptome. Nach der 3. Injektion nun Schmerzen und Ziehen in beiden Leistenbeugen. Strahlt bis in die Hüfte aus.Mal mehr, mal weniger anhaltend. Seit 2 Wochen Ferse sehr schmerzempfindlich wie bei einem Fersensporn.Beide Daumen im Grundgelenk geschwollen. Habe Sarkoidose, diese scheint nun aktiv zu sein. Haut löste sich am Daumen großflächig an der Entzündungsstelle ab.

  30. Dr. Junghans sagt:

    Sehr geehrte Frau Hungler,

    bitte gehen Sie zu Ihrem Facharzt, der die Sarkoidose behandelt um Ihre Beschwerden zu besprechen.

    Grippeähnliche Symptome sind einerseits eine ganz typische Nebenwirkung von Praluent, was aber meist im Verlauf dann weg geht – wie scheinbar auch bei Ihnen der Fall, aber die anderen Symptome sollten näher untersucht werden.

    Ihnen alles Gute

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