Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Kein Nutzen von Vitamin D für die Niere bei Diabetes


Bochum, 17. November 2019:

Im DGE-Blog wurde am 11. November  2018 über die ernüchternden Ergebnisse der großen VITAL-Studie mit Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren bezüglich Herz und Krebs berichtet (1). Jetzt liegt das ebenso ernüchternde Ergebnis von  VITAL-DKD über die Nierenfunktion bei Diabetes vor, einer Substudie an 1312 Teilnehmern, die einen Typ-2-Diabetes hatten und die zu Kontrolluntersuchungen an der Niere bereit waren (2). Am Beginn, nach 2 und 5 Jahren wurden die glomeruläre Filtrationsrate (eGFR)  und die Mikroalbuminurie (MA) überprüft. Zu Beginn betrug die mittlere eGFR 85.8 mL/min/1.73m². 16% der Teilnehmer hatten eine eGFR <60. Die Mikroalbuminurie lag bei 9%  über 30 mg/g Kreatinin. Der mittlere Vit.D3-Spiegel betrug 29.7 ng/ml, bei der Hälfte der Teilnehmer <30 ng/ml und bei 16% unter 20 ng/ml. Nach 5 Jahren war die mittlere eGFR auf 73.5 mL/min/1.73m² gesunken, es zeigte sich aber kein Unterschied zwischen der Gruppe mit Vit.D und Plazebo oder Omega-3-Fettsäuren. Auch für die Mikroalbuminurie gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Nierensteine traten bei 58 Teilnehmern auf, bei 32 unter Vitamin D und bei 26 unter Plazebo. Gastrointestinale Blutungen wurden bei 45 Teilnehmern beobachtet, 28 unter Omega-3-Fettsäuren und 17 unter Plazebo.

Schlussfolgerungen und Relevanz der Autoren: „Among adults with type-2-diabetes, supplementation with vitamin D3, or omega-3 fatty acids, compared with placebo, resulted in no significant difference in change in eGFR at 5 years. These findings do not support the use of vitamin D or omega-3 fatty acid supplementation for preserving kidney function in patients with type 2 diabetes”.

Helmut Schatz

Literatur

(1) Helmut Schatz: Weder Vitamin D noch Omega 3-Fettsäuren schützen vor Herz-Kreislaufereignissen oder Krebs: die Ergebnisse der VITAL-Studie.
DGE-Blogbeitrag vom 11. November 2018

(2) Ian H. de Boer et al.: Effect of Vitamin D and Omega-3 mFatty Acid Supplementation on Kidney Function in Patoents With Type 2 Diabetes. A Randomizesd Clinical Trial.
J Amer Med Ass published online November 8, 2019. doi: https://doi.org/10.1001/jama.2019.17380

Publiziert am von Prof. Helmut Schatz
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2 Antworten auf Kein Nutzen von Vitamin D für die Niere bei Diabetes

  1. Dieter Schmidt sagt:

    Um es genauer zu machen:
    Die Teilnehmer erhielten randomisiert Vitamin D3 (2000 IE / Tag) und Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure; 1 g / Tag) (n = 370), Vitamin D3 und Placebo (n = 333), Placebo und Omega-3-Fettsäuren (n = 289) oder 2 Placebos (n = 320) für 5 Jahre.
    zu Omega 3:
    Gesellschaften für Ernährung in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DGE, ÖGE, SGE und SVE) empfiehlt: „Zur primären Prävention der durch koronare Herzkrankheit bedingten Todesfälle wird in der Literatur nach Auswertung zahlreicher Studien der Konsum von insgesamt 250 mg Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure/Tag empfohlen.“
    Darüber hinaus können Menschen, die zB. bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, das Risiko eines weiteren Infarktes verringern (Zufuhrempfehlung: 1 g EPA/DHA pro Tag).
    zu Vitamin D3:
    2.000 IE helfen gerade mal einer 60kg Person seinen Spiegel (ohne Sonnenbad) zu halten, startet ein Proband mit 20ng im Blut, bleibt er da. Spiegel >40-80ng wären…

  2. Dieter Schmidt sagt:

    interessant. Und sollten mal in einer Studie getestet werden.

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